In der 19. Runde der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal empfing der FC Würnitz den UFC Gaubitsch und rang dem Tabellenführer ein 2:2 ab. Nach schwierigen Umständen und mit einem Trainer, der selbst mitspielte, holten die Hausherren einen Punkt, der sich für viele wie mehr anfühlt. „Es war eine der schönsten Erfahrungen in meiner jungen Trainerkarriere“, sagte Goran Popic, der nicht nur coachte, sondern auch am Platz voranging – und anschließend eine Mannschaft lobte, die unter schwierigen Umständen zusammenrückte.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Würnitz erwischte einen Start nach Maß. Nach 13 Minuten traf Emre Ulusoy zum 1:0 und belohnte die engagierte Anfangsphase der Gastgeber. Gaubitsch brauchte lange, fand dann aber kurz vor der Pause die Antwort: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte stellte Tomas Oklestek auf 1:1, womit es ausgeglichen in die Kabinen ging. Direkt nach Wiederbeginn kam Würnitz wieder besser aus der Pause und legte nach: Talha Ulusoy brachte sein Team in der 52. Minute erneut in Front. Gaubitsch blieb aber dran, suchte den Ausgleich und bekam ihn auch. In der 81. Minute traf David Ledecky zum 2:2 – ein später Stimmungsdämpfer für die Hausherren, die zuvor diszipliniert verteidigt und auf den entscheidenden Konter gehofft hatten.
Popic sprach nach dem Schlusspfiff viel über Inhalt und Haltung. „Einfach nur taktisch eine Meisterleistung vom Ersten bis zum Letzten“, betonte er und verwies auf die besondere Lage: „Wir mussten heute auf fünf Stammspieler verzichten. Wir mussten uns aus der Reservemannschaft bedienen. Sogar ich musste spielen – und ich habe vollsten Respekt vor den Leuten, die heute auf dem Platz standen.“ Den Ausgleich vor der Pause sah er kritisch: „Das Gegentor von Gaubitsch war ein ganz klares Abseits.“ Aus seiner Sicht wäre auch eine komfortablere Pausenführung möglich gewesen: „Normalerweise darf sich da keiner beschweren, wenn wir 2:0, wenn nicht sogar 3:0 zur Halbzeit führen.“ Zur Leitung meinte er differenziert: „Der Schiedsrichter war im Großen und Ganzen okay“, haderte aber mit der langen Nachspielzeit: „In der zweiten Halbzeit gibt er acht Minuten, am Ende waren es fast zehn – das ist ein Skandal. Nicht einmal in der Champions League gibt es so lange Nachspielzeiten.“
Sportlich betrachtet war das 2:2 gegen den Ersten ein Ausrufezeichen. „Tabellarisch betrachtet fühlt es sich für uns wie ein Sieg an“, sagte Popic, auch wenn die späte Teilung schmerzte: „Natürlich tut es weh, denn selbst in der zweiten Halbzeit waren noch Chancen da. Da wären ohne Weiteres auch drei Punkte drin gewesen.“ Den Gegner würdigte er fair: „Ganz ehrlich, sie hatten auch Chancen. Aber wenn man alles abwägt, hätte sich heute keiner beschweren dürfen, hätten wir die drei Punkte mit nach Hause genommen.“ Bei aller Emotion richtete Popic den Blick sofort nach vorne: „Wichtig ist jetzt, diese Saison so gut es geht fertig zu spielen, für den Verein noch einmal alles zu geben. Im Sommer muss man dann schauen, wie es weitergeht.“ Für Würnitz bleibt der Punkt mehr als nur ein Zähler – er ist Rückenwind in einer heiklen Phase.