In der 2. Klasse Steinfeld hat sich SVg. Pottendorf gegen FC St. Egyden/Steinfeld mit 0:3 geschlagen geben müssen. Zur Pause war noch alles offen, danach zog der Tabellenführer aber innerhalb weniger Minuten davon. Trainer Erich Röcher sprach von einem verdienten Sieg, betonte vor allem die Geduld seiner Mannschaft und sah im Doppelschlag nach dem Seitenwechsel den klaren Knackpunkt dieser Partie.
Wer nur auf das Endergebnis schaut, könnte meinen, dass St. Egyden in Pottendorf einen durchgehend klaren Nachmittag erlebt hat. So einfach war es nach der Schilderung von Erich Röcher aber nicht. Sein Team tat sich in der ersten Hälfte schwer, weil die Gastgeber deutlich tiefer standen, als man es offenbar erwartet hatte. Für den Trainer war das auch eine Folge der jüngsten Ergebnisse beim Gegner und des Trainerwechsels. „Erste Hälfte haben wir uns ein bisschen schwergetan, weil der Gegner doch recht tief gestanden ist. Das hat uns ein bisschen überrascht“, sagte Röcher. Gerade deshalb hob er nach dem Spiel einen Punkt besonders hervor: „Wichtig war, dass wir Geduld bewahrt haben, dass wir versucht haben, das Spieltempo hochzuhalten.“ Zur Pause stand es 0:0, und genau dieses Bild eines Geduldsspiels bestätigte den Eindruck des Trainers. St. Egyden hatte zwar die Kontrolle behalten, musste aber erst Lösungen gegen einen Gegner finden, der wenig Räume anbot und die Partie lange offenhielt.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich die Partie dann schnell. In der 49. Minute brachte Martin Biegler die Gäste mit 1:0 in Führung, nur sechs Minuten später legte Tobias Winkler das 2:0 nach. Für Röcher waren genau diese Minuten der entscheidende Abschnitt des Nachmittags. „Das 1:0 war sicher ein Dosenöffner. Dann haben wir gleich darauf das 2:0 geschossen. Da hat man schon gesehen, dass das Spiel in eine Richtung kippt“, erklärte der Trainer. Interessant war dabei auch seine Einordnung der beiden Treffer. Röcher sprach davon, dass sowohl das 1:0 als auch das 2:0 „vielleicht ein bisschen glücklich“ zustande gekommen seien, weil beide Schützen den Ball nicht ideal getroffen hätten. Den ersten Treffer beschrieb er als Ball, der immer länger wurde und im langen Eck landete, den zweiten als Abschluss aus etwa 20 Metern, der unter dem Tormann durchging. Gerade in solchen Phasen, wenn ein enges Spiel plötzlich aufreißt, zeigt sich oft, wie wichtig Beharrlichkeit ist. Genau das strich der St.-Egyden-Coach im Rückblick mehrfach heraus.
Ganz erledigt war die Begegnung trotz des Doppelschlags aus Sicht von Röcher noch nicht sofort. Er verwies auf eine große Möglichkeit der Pottendorfer zum 1:2, bei der die Gastgeber den Ball hinter der Linie gesehen haben wollten. „Da haben wir vielleicht ein bisschen Glück gehabt. Das hätte dem Spiel vielleicht noch einmal eine Wende geben können“, sagte er offen. Mehr Diskussion wollte Röcher aus dieser Szene aber nicht machen, insgesamt sah er rund um die Spielleitung nichts, worüber man besonders reden müsste. Stattdessen verwies er wieder auf den Gesamtverlauf. St. Egyden habe gewusst, dass man körperlich wohl in einer besseren Verfassung sei, und genau das habe sich in der zweiten Hälfte immer stärker gezeigt. In der 60. Minute fiel dann das 3:0 durch Andrii Nesterov per Elfmeter. Röcher nannte die Szene vor dem Strafstoß „eine ganz klare Angelegenheit“ und sah damit die Entscheidung endgültig herbeigeführt. Aus seiner Sicht hätte der Sieg in der letzten halben Stunde wegen der vorhandenen Chancen sogar noch höher ausfallen können.
Am Ende war es für den Trainer vor allem ein Sieg der Ruhe und der Konsequenz nach der Pause. „Wir waren sehr geduldig. Das war ein Geduldsspiel. Wir haben gewusst, es wird schwierig“, sagte Röcher. Er erinnerte auch daran, dass Pottendorf mit dem Rücken zur Wand gestanden sei und unbedingt reagieren wollte, wenn man tabellarisch wieder nach vorne schauen wollte. Entsprechend defensiv traten die Gastgeber nach seiner Einschätzung auch auf. Gleichzeitig bescheinigte er dem Gegner, trotz der aktuellen schwierigen Phase ein bemühtes und grundsätzlich spielstarkes Team zu sein. „Sie befinden sich gerade in einer Abwärtsspirale, aber es werden auch dort wieder andere Zeiten kommen“, meinte Röcher. Für St. Egyden steht unter dem Strich ein 3:0, das sich erst entwickeln musste, dann aber klar wurde. Nach fünf Runden hält die Mannschaft damit bei zwölf Punkten und behauptet die Spitze, weil sie in einem zunächst unangenehmen Auswärtsspiel die Geduld nicht verloren hat.