Spielberichte

„Wir haben uns heute selbst um die Lorbeeren gebracht“ – St. Pölten gibt den Sieg spät noch aus der Hand

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SC St.Pölten Union Landhaus
SV Türnitz

In der 2. Klasse Traisental musste sich SC Inkasso Blum St.Pölten Union Landhaus im Heimspiel gegen SV INDAT Türnitz mit einem 1:1 begnügen. Nach torloser erster Hälfte brachte Jakub Kristof die Gastgeber in Führung, ehe Lukas Schrittwieser spät ausglich. Trainer Anto Kovacevic sah seine Mannschaft lange am Drücker, sprach nach dem Schlusspfiff aber auch von einer Szene, die ihn besonders beschäftigte.

Spieler legt Ball für einen Freistoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange viel Ballbesitz, aber zu wenig Ertrag

Über weite Strecken war es eine Partie, in der St. Pölten mehr vom Spiel hatte, sich dafür aber nur schwer belohnen konnte. Kovacevic schilderte die 90 Minuten so, dass seine Mannschaft die Begegnung kontrollierte, während Türnitz sehr kompakt verteidigte und wenig zuließ. Zur Pause stand es 0:0, obwohl der Trainer mit der Ordnung und der Disziplin seines Teams durchaus zufrieden war. „Wir haben das Spiel zwar über neunzig Minuten kontrolliert“, sagte Kovacevic, und auch in seiner weiteren Analyse blieb er bei dieser Linie. Nach 63 Minuten schien sich der Aufwand dann doch auszuzahlen, als Jakub Kristof die Gastgeber mit 1:0 in Führung brachte. Gerade deshalb ärgerte den Coach am Ende nicht nur der späte Ausgleich, sondern auch die Tatsache, dass seine Mannschaft aus der Spielkontrolle davor zu wenig gemacht hatte.

Der Ausgleich in der Schlussphase sorgt für Diskussionen

Der Treffer zum 1:1 fiel laut Spielbericht in der 88. Minute, Torschütze für Türnitz war Lukas Schrittwieser. Für Kovacevic lag der entscheidende Punkt nach dem Schlusspfiff aber weniger im Tor selbst als in dessen Entstehung. Der St. Pöltner Trainer schilderte eine Szene kurz davor, die aus seiner Sicht falsch bewertet worden sei. „Der Tormann hat den Ball noch nicht einmal runtergelegt, da hat der Schiedsrichter schon gezählt. Er hat einen Schritt vom Ball weggemacht und dann ist schon gepfiffen worden. Fünf-Sekunden-Regel, Eckball – und aus dem Eckball ist das Tor entstanden“, sagte Kovacevic. Er machte daraus keinen Hehl und formulierte seine Sicht sehr deutlich: „Wenn der Schiedsrichter in der Schlussphase die Partie in eine andere Richtung lenken will, ist das schwierig.“ Dass ihn diese Szene auch nach dem Abpfiff noch stark beschäftigte, war seinen Aussagen klar anzumerken.

Selbstkritik bleibt trotz großem Ärger bestehen

Bei aller Kritik an der späten Entscheidung beließ es Kovacevic in seiner Einordnung aber nicht nur dabei. Er sprach auch offen an, was seiner Mannschaft im letzten Drittel gefehlt hatte. „Wir haben sehr diszipliniert gespielt und kaum etwas zugelassen. Was weniger gut funktioniert hat, war vielleicht im letzten Drittel der entscheidende Pass“, sagte der Trainer. Dazu kam aus seiner Sicht, dass St. Pölten in manchen Situationen früher hätte abschließen müssen. „Vielleicht hätten wir ein-, zweimal früher abschließen müssen. Da haben wir uns heute selbst um die Lorbeeren gebracht“, meinte Kovacevic. Genau darin steckt auch die sportliche Erklärung für dieses Remis: viel Kontrolle, wenig zugelassen, geführt – und trotzdem nicht nachgelegt. In der Tabelle bleibt St. Pölten nach elf Runden mit 23 Punkten ganz vorne dabei, doch dieses 1:1 dürfte sich aus Sicht der Gastgeber eher wie zwei verlorene Zähler anfühlen als wie ein gewonnener Punkt.

2. Klasse Traisental: SC St. Pölten : Türnitz - 1:1 (0:0)

  • 88
    Lukas Schrittwieser 1:1
  • 63
    Jakub Kristof 1:0