In der 2. Klasse Triestingtal lieferte der FC AS Logistik Tribuswinkel dem SC Günselsdorf am Mittwochabend einen offenen Schlagabtausch, am Ende setzten sich die Gäste mit 2:3 durch. Günselsdorf startete mit Hochdruck, Tribuswinkel hielt mit, das Siegtor fiel erst in der 90. Minute. Trainer Adhurim Sahitaj sprach anschließend von einem „doch verdienten Sieg“, lobte aber auch den Gegner für Tempo und Einstellung. Seine Mannschaft habe „nach dem Rückstand das Spiel in die Hand genommen“ und sich spät belohnt.

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Günselsdorf war sofort da. „Gleich am Anfang hatten wir in den ersten fünf Minuten zwei Top-Chancen“, erzählte Trainer Adhurim Sahitaj. Nach diesem wuchtigen Auftakt beruhigte sich die Partie etwas, ohne an Tempo zu verlieren. „Danach war es bis zur Halbzeit eher ein ausgeglichenes Spiel“, so seine Einschätzung. Die Gäste gingen dennoch zuerst in Führung: In Minute 28 traf Burak Uluisik zum 0:1. Sahitaj beschrieb den Führungstreffer detailreich: „Eine Freistoßflanke wurde abgewehrt, Burak stand am Sechzehner und hat den Volley unter die Latte gezimmert.“ Tribuswinkel antwortete schnell und nutzte einen Fehler eiskalt. „Dann ein ganz billiges Gegentor durch einen Passfehler – gut gemacht von Tribuswinkel, ein guter Schuss ins rechte Eck“, sagte der Coach. Adel Redzic stellte in der 33. Minute auf 1:1, mit diesem Ergebnis ging es nach 45 Minuten in die Kabinen.
Nach der Pause legten die Gastgeber nach. In der 56. Minute erzielte Kevin Traxler das 2:1 für Tribuswinkel – auch da haderte Sahitaj mit einem Lapsus seiner Elf: „Auch ein individueller Fehler von uns. Das müssen wir besser machen, aber es war auf jeden Fall ein guter Schuss aus rund 18 Metern ins linke Eck.“ Der Rückstand schüttelte Günselsdorf jedoch nicht aus dem Konzept, im Gegenteil. „Danach haben wir das Spiel in die Hand genommen“, betonte der Trainer. Der Lohn folgte zehn Minuten später: Matthias Gisperg stellte in der 66. Minute auf 2:2 – und wie. „Das 2:2 war ein absolutes Traumtor aus der Drehung. So kennen wir ihn, schwärmte Sahitaj. In dieser Phase wirkten die Gäste griffiger, gewannen die zweiten Bälle und hielten das Tempo hoch, ohne hinten viel anzubieten.
Der entscheidende Schlag kam ganz spät. In der 90. Minute setzte Günselsdorf den letzten Angriff sauber zu Ende. „Das 3:2 am Ende, Eins gegen eins, Gisperg gegen den Tormann, der hält, Abpraller – Filkovic steht da wo ein Torjäger stehen muss - Tor“, schilderte Sahitaj den Siegtreffer von Marko Filkovic. Der Coach hob die mannschaftliche Leistung hervor: „Besonders stolz war ich auf das Kämpferische und auch auf das Spielerische. Die Innenverteidiger mit den langen Bällen, der Außenverteidiger immer wieder gut mitgegangen – taktisch war das heute sehr, sehr gut.“ Gleichzeitig verteilte er großes Lob an Tribuswinkel: „Eine besondere Szene gab es nicht, es war ein gutes Spiel von beiden bei hohem Tempo. Absoluten Respekt an Tribuswinkel.“ Speziell den rechten Flügel der Hausherren hatte Günselsdorf auf dem Zettel: „Den haben wir gut zugestellt, defensiv wie offensiv.“
Bei aller Intensität blieb das Duell fair und wurde gut geleitet. „Der Schiedsrichter war absolut top, auch sein Assistent. Die haben das Match ruhig geleitet – man hat gemerkt, die pfeifen höher“, sagte Sahitaj und nahm jeden Diskussionsstoff aus der Partie. Auch für den Gegner fand er nochmals warme Worte: „Dass Tribuswinkel nur mit Niederlagen gestartet ist, hat man absolut nicht gesehen. Top-Mannschaft, Top-Einstellung, bis zur letzten Sekunde gekämpft. Dem kranken Trainer von Tribuswinkel wünschen wir gute Besserung.“ Mit dem Auswärtssieg steht Günselsdorf in der aktuellen Tabelle bei 26 Punkten auf Rang 6, Tribuswinkel hält als Zehnter bei 20 Zählern. Für Sahitaj bleibt nach 90 rasanten Minuten vor allem eines hängen: „Über die 90 waren wir vielleicht um dieses Tor besser – ein doch verdienter Sieg im Endeffekt.“