Runde 19 der 2. Klasse Triestingtal brachte ein intensives Duell: Die SG Weissenbach/Klausen-L./A. KM II unterlag dem SC Schönau nach spätem Doppelschlag mit 2:3. Nach einer torlosen ersten Hälfte gingen die Gäste durch Nihat Sahan in Führung, ehe Belal Ahmadi mit einem Doppelpack das Match drehte. In der Schlussphase traf jedoch zweimal Dominik Golian für Schönau. Trainer Mario Steinbacher sprach von einer bitteren Lektion: "Uns hat am Ende die Cleverness gefehlt." Gleichzeitig haderte er mit der Chancenverwertung: "Wir hatten in der Nachspielzeit zwei Hunderter – einen davon musst du machen."

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Nach einem kompakten ersten Durchgang mit wenigen klaren Abschlüssen ging es mit 0:0 in die Pause. Kurz danach der erste Stich der Gäste: In Minute 50 stellte Nihat Sahan auf 0:1. Weissenbach antwortete mit viel Schwung – auch, weil in der 60. Minute zwei frische Flügel kamen. "Die haben viel Schwung nach vorn gebracht und die Wende zum 2:1 eingeleitet", erklärte Mario Steinbacher. Belal Ahmadi glich in der 68. Minute zum 1:1 aus und legte in der 76. Minute mit seinem zweiten Treffer das 2:1 nach. Doch aus der Euphorie heraus blieb die Heimmannschaft nicht kompakt genug. "Bei der 2:1-Führung haben wir zu viel Druck nach vorn gemacht und uns auskontern lassen", so Steinbacher. Schönau nutzte das eiskalt: Dominik Golian traf in der 79. zum 2:2 und legte in der 83. zum 2:3 nach.
Der Trainer brachte die entscheidende Phase schonungslos auf den Punkt. "Mit etwas mehr Routine hätten wir defensiv stabiler bleiben müssen, dann bringen wir das über die Runden." Das 2:2 beschrieb er klar als Konter, bei dem die eigene Absicherung fehlte. Und auch das Siegtor tat weh: "Der Stürmer nutzt seine Chance vor dem Torhüter und schiebt trocken ein. Das ist ein routinierter Stürmer, der heuer schon einige Tore erzielt hat." Trotzdem gab es noch die große Möglichkeit auf den Ausgleich. "In der letzten Aktion hatten wir Pech mit einem Lattenkopfball, und in der Nachspielzeit zwei Hunderter. Einen davon musst du machen – dann hast du wenigstens das Unentschieden, und das wäre auch gerecht gewesen." Seine Bilanz fiel entsprechend zwiespältig aus: viel Einsatz, starke Phase rund um die Wende – aber eben zu wenig Cleverness am Ende.
Neben den Toren blieb vor allem die Dramatik der Schlussminuten hängen. Weissenbach warf noch einmal alles nach vorn, traf per Kopf an die Latte und vergab zwei ganz große Chancen – mehr Druck ging kaum. Diskussionen gab es im Umfeld nur am Rande. "In der ersten Halbzeit war vielleicht ein Handspiel, aber der Schiedsrichter ist alleine am Platz, ohne Assistenten – das ist schwer zu sehen. Da mache ich ihm keinen Vorwurf", stellte Steinbacher klar. Und zum 2:3 meinten manche Zuschauer, es könnte knapp Abseits gewesen sein – beweisen ließ sich das freilich nicht. Der Ton blieb respektvoll, auch gegenüber dem Gegner: "Wir gratulieren Schönau zum Erfolg, das ist eine kompakte Mannschaft." Am Ende stand der nüchterne Befund: Schönau machte das eine Tor mehr.
In der Tabelle rangiert Weissenbach mit 16 Punkten aktuell auf Platz 11, Schönau hält bei zehn Zählern und arbeitet sich damit Schritt für Schritt aus der unteren Zone. Inhaltlich lieferte Weissenbach viel, vor allem nach der Pause: Die Impulse der beiden eingewechselten Flügel taten dem Spiel gut, Belal Ahmadi nutzte diese Phase mit einem Doppelpack.
Die Lehre ist dennoch deutlich. "Wir müssen in Führung liegend ruhiger bleiben und defensiv stabiler stehen", sagte Steinbacher und verwies nochmals auf die fehlende Cleverness. Positiv bleibt, dass sich die Mannschaft zahlreiche Chancen herausspielte. Gelingt es, diese Konsequenz im Abschluss mit mehr Stabilität hinten zu verbinden, werden solche engen Spiele wieder auf die eigene Seite kippen.