Spielberichte

„Wir haben den Sack nicht zugemacht“ – Traismauer gibt nach 2:0 in Tulbing noch Punkte ab

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SK Tulbing
SC Traismauer

In der 2. Klasse Wachau/Donau hat SK Tulbing gegen SC Traismauer nach 0:2 noch ein 2:2 geholt. Trainer Sebastian Braith sah seine Mannschaft über weite Strecken klar im Vorteil und ärgerte sich vor allem darüber, dass die Gäste nach der Pause nicht auf 3:1 stellten. „Wir haben den Sack nicht zugemacht“, sagte er nach dem Schlusspfiff – und brachte damit auf den Punkt, warum aus einer starken Vorstellung am Ende nur ein Zähler wurde.

Ersatzspieler auf der Bank am Spielfeldrand

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Traismauer legt die Partie nach Braiths Geschmack an

Aus Sicht von Braith begann die Partie genau so, wie er sie sich vorgestellt hatte. „Meiner Meinung nach waren wir von Minute eins an die spielbestimmende Mannschaft. Es zog sich über die kompletten neunzig Minuten durch“, sagte der Traismauer-Coach. Früh schlug sich das auch im Spielstand nieder. In der 10. Minute brachte Nicolos Dzjalaganija die Gäste mit 1:0 in Führung, und Braith hob danach vor allem die Entstehung dieses Tores hervor. Er sprach von einer „super Kombination“, die von der rechten Seite über das Zentrum sauber durchgespielt worden sei, ehe der Stürmer frei vor dem Torwart zum Abschluss kam. Noch deutlicher wurde Traismauer dann in der 34. Minute, als Sebastian Huber auf 2:0 stellte. Dieses Tor gefiel dem Trainer besonders: „Sebastian Huber schießt den unglaublich ins Kreuzeck aus sechzehn Metern. Wahnsinns Tor.“ Mit diesem 2:0 zur Pause hatte sich Traismauer eine starke Ausgangslage erarbeitet, und aus Sicht des Trainers war diese Führung auch vollständig verdient.

Die Chancen auf das dritte Tor bleiben ungenutzt

Gerade deshalb wurmte Braith der Verlauf nach der Pause umso mehr. Er sah die große Möglichkeit, das Spiel endgültig zuzumachen, und verwies dabei auf konkrete Szenen. „Wir können in der zweiten Hälfte auf jeden Fall auf das 3:1 erhöhen“, sagte er und nannte dabei eine Chance in der 60. Minute durch Robert Hufnagl sowie eine weitere Möglichkeit durch Sebastian Huber. Genau dort lag für ihn einer der Hauptgründe, warum Tulbing noch einmal zurückkam. „Wir haben einfach nicht den Sack zugemacht und Tulbing noch im Spiel gelassen“, meinte Braith. Dazu kam, dass Tulbing in der 53. Minute durch Maximilian Lepic auf 1:2 verkürzte. Der Trainer ordnete dieses Gegentor als Problem bei einer Standardsituation ein. Seine Mannschaft sei nicht konsequent genug beim Gegenspieler geblieben, „und genau dieser eine freie Mann kommt dann zum Kopfball“. Als weiterer Punkt kam für ihn die verletzungsbedingte Auswechslung seines Torhüters dazu. Braith wollte das nicht dramatisieren, sagte aber doch klar, dass dieser Wechsel ausschlaggebend gewesen sei, und hofft nun, „dass es nichts Schlimmeres ist und er das letzte Spiel in der Hinrunde noch bestreiten kann“.

Tulbing bleibt dran und kommt spät noch zum Ausgleich

Dass Tulbing sich in dieser Partie nicht aufgab, strich Braith trotz seines Ärgers mehrfach heraus. Er hatte nach eigener Aussage vorab sogar mit einem stärkeren Gegner gerechnet, war dann aber von der Spielanlage der Gastgeber überrascht. Trotzdem reichte Tulbing die offene Partie bis in die Schlussphase hinein. In der 82. Minute fiel schließlich das 2:2 durch Daniel Köpf. Braith sah die Ursache auch hier zuerst bei der eigenen Mannschaft. Vor dem Ausgleich habe Traismauer den Ball gehabt, die Situation aber nicht sauber fertig gespielt. „Wir schaffen es nicht, einen Abschluss zu erzwingen und geraten in einen Konter“, sagte er. Dass der Ball dann auch noch abgefälscht im Tor landete, passte aus seiner Sicht ins Bild eines Nachmittags, an dem seine Elf zwar viel richtig machte, sich aber nicht entscheidend belohnte. So blieb er bei einer Einschätzung, die beides zusammenbrachte: „Alles in allem wäre ein Sieg verdient gewesen. Jedoch muss man das Unentschieden so nehmen, wie es gekommen ist.“ Und auch den Gastgebern sprach er zu, „dass sie es zum Ende hin noch gut gemacht haben“.

Viel Lob für die eigene Mannschaft und ein ruhiger Blick nach vorne

Im Ton war Braith nach dem Spiel trotz der verspielten Zwei-Tore-Führung auffallend ruhig. Er stellte das Positive in den Vordergrund und lobte die Haltung seiner Mannschaft. „Besonders gut funktioniert hat, dass alle elf Spieler an eine Idee geglaubt haben, dass alle an einem Strang gezogen haben“, sagte er. Gerade bei einem Sonntagsspiel um 11 Uhr seien die kämpferische Leistung und die Umsetzung der Vorgaben für ihn ein starkes Signal gewesen. Dieses Lob ordnete er auch in die vergangenen Wochen ein. Nach vier Niederlagen in Serie habe seine Mannschaft zuletzt Charakter gezeigt, in der Vorwoche gewonnen und nun gegen eine Top-fünf-Mannschaft einen Punkt mitgenommen. „Diesen Charaktertest, den wir innerlich hatten, hat meine Mannschaft mit Ruhe bestanden“, meinte der Trainer. Auch den Schiedsrichter nahm er ausdrücklich aus jeder Diskussion heraus und sprach von einer „tadellosen Leistung“, weil viel laufen gelassen worden sei und ein guter Spielfluss entstanden sei. Zum Abschluss richtete Braith den Blick sogar noch über die Kampfmannschaft hinaus und hob die Reservemannschaft hervor. Diese wurde einen Spieltag vor Schluss Herbstmeister: "Hier wird super Arbeit geleistet. Vor einem Jahr war die U23 mit einer Tordifferenz von -100 mit Null Punkten Letzter und jetzt sind sie Winterkönige. Gratulation!“.

2. Klasse Wachau/Donau: SK Tulbing : Traismauer - 2:2 (0:2)

  • 82
    Daniel Köpf 2:2
  • 53
    Maximilian Lepic 1:2
  • 34
    Sebastian Huber 0:2
  • 10
    Nicolos Dzjalaganija 0:1