Spielberichte

„Junge Truppe, klarer Weg“: Gerald Schnait über den Aufschwung beim SV Lichtenau

SV Lichtenau

In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal hat sich Gerald Schnait mit dem SV Lichtenau Schritt für Schritt in die obere Tabellenhälfte gearbeitet. Nach Erfolgen gegen Sallingberg/Ottenschlag, SPU TSV Nöchling, SKV St. Oswald und TSU Martinsberg rangiert das Team aktuell auf Platz sechs und bestätigt den Aufwärtstrend einer jungen, spielerisch ausgerichteten Mannschaft. Im Gespräch beschreibt Schnait den Entwicklungsprozess, den Einfluss der Eigenbauspieler, personelle Veränderungen sowie die Herausforderungen einer intensiven Wintervorbereitung im kleinen Lichtenauer Turnsaal.

Torhüter legt sich Ball für Abstoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Aufschwung durch offensiven Spielstil

Der Saisonverlauf war für Lichtenau ein Spiegel der eigenen Lernkurve. Zu Beginn traf das Team auf starke Gegner wie Ybbs II und Waldhausen/Gloxwald und kassierte zwei deutliche Niederlagen. Erst in der Mitte der Herbstsaison „ging der Knopf auf“, wie Schnait es ausdrückt. Mit mutiger Offensive sammelte Lichtenau Punkte und arbeitete sich aus den unteren Tabellenregionen auf Rang sechs nach vorne.

Die Strategie, jungen, technisch versierten Spielern eine Plattform zu geben, trägt Früchte – auch wenn die Defensive nach Einschätzung des Trainers „noch etwas wackelig“ blieb. Diese Phase war lehrreich und half, das geplante Spielkonzept glaubhaft umzusetzen.

Eigenbauspieler als Fundament des Erfolgs

Schnait betont, dass Kontinuität und Vertrauen in die Eigenbauspieler das Fundament der Vereinsphilosophie bilden. Die Mannschaft besteht überwiegend aus Talenten aus der eigenen Jugend. Zwei Leihspieler – Pascal Zinner und Marcel Edlinger – kehrten zu ihrem Stammverein Langenlois zurück, was den Fokus auf den eigenen Nachwuchs zusätzlich schärfte. Überraschend stieß ein 17-jähriger Spieler aus Tirol zur Lichtenauer Mannschaft, technisch stark, körperlich aber noch in der Entwicklung.

Ob dieser Neuzugang bereits in der Kampfmannschaft eingesetzt wird oder zunächst in der U23 Spielpraxis sammelt, ließ der Trainer offen. Wichtiger als externe Zugänge seien ohnehin die Entwicklungsschritte der bestehenden Truppe: „Man merkt, dass sie reifer werden – im Umgang miteinander und neben dem Platz.“

Stabilität trotz Ausfällen und schwieriger Vorbereitung

Aktuell plagen den Verein Verletzungssorgen. Ein Langzeitverletzter fällt nach einem Kreuzbandriss weiterhin aus, während ein weiterer Stammspieler nach einem Auslandssemester im Frühjahr zurückkehrt. „Das hat uns im Herbst vielleicht ein bisschen Stabilität gekostet, weil das beides Stammkräfte waren“, so Schnait. Dennoch blickt er zuversichtlich auf den Saisonstart. Die Vorbereitung verlief trotz winterlicher Bedingungen solide: Trainiert wurde im kleinen Turnsaal der Volksschule Lichtenau, wo vor allem Zirkeltraining und Kleinfeldspiele möglich waren.

Umso erfreulicher war die hohe Beteiligung: Regelmäßig nahmen 20 bis 25 Spieler an den Einheiten teil. Der Trainingsauftakt im Freien erfolgte bei kalten, nebligen Bedingungen – keine idealen Voraussetzungen, aber ein klares Zeichen für Leidenschaft und Einsatzbereitschaft.

Vereinsstruktur, Unterstützung und Blick nach vorn

Im Umfeld des Vereins herrscht Kontinuität. Vorstandswahlen stehen an, größere Veränderungen erwartet Schnait nicht. Er lobt das Engagement des Klubs, der mit der Eigenbauphilosophie „einen Weg eingeschlagen hat, der jetzt trägt“. Wichtig sei, dass der gesamte Vorstand das Projekt unterstütze.

Besonders hebt der Trainer seinen Co-Trainer hervor, der in Doppelfunktion als U23-Trainer und Assistenzcoach der Kampfmannschaft maßgeblich zur professionellen Struktur beiträgt und „immer top vorbereitet“ ist. Als sportlichen Maßstab nannte Schnait die starken Gegner aus Waldhausen/Gloxwald und Ybbs II, vor allem Erstgenannte überzeugten ihn mit einer ähnlichen Philosophie aus jungen, offensiven Kräften. Für die kommende Frühjahrsrunde formuliert der Coach das Ziel, „möglichst viele Punkte zu holen und uns unter die Top fünf zu schieben“. Der eingeschlagene Weg des SV Lichtenau ist damit klar: regional verankert, mit jungen Kräften und einem Trainerduo, das gemeinsam an einer nachhaltigen sportlichen Entwicklung arbeitet.