In der 2. Klasse Waldviertel Süd trennten sich der SV Lichtenau und USV Kirchschlag/Waldv. mit 1:1. Für Lichtenau-Trainer Gerald Schnait war es „ein sehr offenes Spiel, ziemlich auf Augenhöhe“, in dem seine Mannschaft lange gut dagegenhielt, vor der Pause durch Lukas Höllriegl in Führung ging und am Ende doch haderte, weil vorne mehr möglich gewesen wäre. Der Ausgleich von Simon Weinmann brachte Kirchschlag zurück, der Punkt war aus seiner Sicht aber trotzdem gerecht.

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Schon in den ersten Minuten entwickelte sich die Begegnung so, wie es Schnait nachher beschrieb: flott, offen und ohne klare Überlegenheit auf einer Seite. Kirchschlag versuchte Druck zu machen und kam zunächst auch zu den ersten Chancen, doch Lichtenau hielt gut dagegen und arbeitete sich mit Fortdauer besser in die Partie. „Kirchschlag hat versucht, Druck zu machen. Da haben wir recht gut dagegengehalten“, sagte der Lichtenau-Coach. Je länger die erste Hälfte dauerte, desto mutiger wurden die Gastgeber nach vorne. In der 40. Minute belohnte sich Lichtenau dann für diese Phase. Über die rechte Seite ging Raphael Herndler ins Dribbling, brachte den Ball scharf hinein, der Torhüter konnte nur abwehren und Lukas Höllriegl stand dort, wo ein Stürmer stehen muss. Der Angreifer drückte den Ball zum 1:0 über die Linie und sorgte damit auch für die Pausenführung.
Mit Wiederbeginn änderte sich das Bild spürbar. Schnait berichtete, dass Kirchschlag umstellte und „am Anfang der zweiten Halbzeit stärker ins Spiel gekommen“ sei. Die Gäste machten mehr Druck und setzten Lichtenau phasenweise ordentlich fest. Ganz ohne Entlastung blieb der SV aber nicht, denn über Konter kam die Heimelf weiterhin zu Möglichkeiten. Gerade darin lag aus Lichtenauer Sicht später auch der Knackpunkt, weil diese Situationen nicht sauber fertiggespielt wurden. In der 54. Minute fiel dann der Ausgleich für Kirchschlag: Nach einem Distanzschuss konnte Lichtenau nicht entscheidend klären, Simon Weinmann reagierte am schnellsten und stellte auf 1:1. Danach blieb die Partie offen. Schnait sprach von einem Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten. Die dickste Möglichkeit zum Sieg hatte allerdings wieder Lichtenau. Zuerst kam Höllriegl bei einem Kopfball nicht richtig hin, und praktisch mit dem Schlusspfiff vergaben die Gastgeber noch eine klare Gelegenheit alleine vor dem Tor.
Entsprechend klar fiel auch die Analyse des Lichtenau-Trainers aus. Mit der mannschaftlichen Leistung war Schnait in vielen Bereichen einverstanden. „Wir waren wieder eine einheitliche Mannschaft, kämpferisch und läuferisch hat das gepasst“, sagte er. Gerade gegen einen Gegner, den er als spielerisch starke Mannschaft mit guten Passwegen nach vorne beschrieb, war das aus seiner Sicht ein wichtiger Punkt. Kirchschlag versuchte laut Schnait, kontrolliert zu spielen und Lichtenau mit aggressivem Pressing unter Druck zu setzen. Auch den schnellen Simon Weinmann hatte der Trainer im Blick, den seine Mannschaft lange ordentlich in Schach hielt, ehe er dann doch zum 1:1 traf. Was Lichtenau aber fehlte, sprach Schnait ebenso deutlich an: „Da ist natürlich noch Luft nach oben beim Passspiel in die Offensive und auch bei der Chancenverwertung.“ Gerade dieser Punkt zog sich für ihn durch den ganzen Abend.
So blieb unter dem Strich ein Ergebnis, das Schnait akzeptieren konnte, auch wenn der verpasste Sieg kurz vor Schluss natürlich noch nachhing. „Im Großen und Ganzen ist das 1:1 in Ordnung“, sagte der Trainer, schob aber sofort nach, dass seine Mannschaft mit etwas mehr Effizienz auch hätte gewinnen können. Genau darin sah er letztlich den Hauptgrund für das Remis: „Weil die Chancenverwertung nicht funktioniert hat.“ Gleichzeitig machte er klar, dass auch Kirchschlag weitere Möglichkeiten auf mehr Tore hatte und das Unentschieden deshalb insgesamt zum Spiel passte. Positiv wertete Schnait zudem den fairen Verlauf. Es habe „wenige gröbere Szenen“ gegeben, der Schiedsrichter habe die Begegnung im Griff gehabt und Hektik sei nie richtig aufgekommen. Für Lichtenau bleibt damit ein Punkt, auf dem man aufbauen kann, verbunden mit dem klaren Auftrag, die vorhandenen Chancen künftig besser zu nützen.