Runde 19 in der 2. Klasse Waldviertel Zentral brachte ein wildes 3:3 zwischen dem USV Allentsteig und dem SV Groß-Siegharts. Auf hartem, unebenen Geläuf wechselten die Führungen, am Ende stand die Punkteteilung. Groß-Siegharts-Coach Harald Fischer haderte trotzdem: „Wir waren spielerisch besser und hatten die klareren Chancen. Normalerweise hätten wir als Sieger vom Platz gehen müssen.“ Zwei Eigenfehler und viele lange Bälle des Gastgebers machten seinem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung.

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Die Partie war kaum richtig angepfiffen, da ließ Allentsteig den Ball erstmals im Netz zappeln: Adam Nomilner stellte in Minute 12 auf 1:0. Groß-Siegharts schüttelte sich nur kurz und antwortete prompt: Drei Minuten später traf Florian Wais zum 1:1. Die Gäste blieben am Drücker und drehten das Spiel noch in der ersten halben Stunde – David Formacek sorgte in Minute 28 für das 1:2. Allentsteig blieb seiner Linie treu und suchte immer wieder den schnellen Weg nach vorne. Kurz vor der Pause fiel der erneute Ausgleich: Matej Gorelka traf in der 43. Minute zum 2:2, mit diesem Ergebnis ging es in die Kabinen. Auch nach Seitenwechsel blieb es offen und umkämpft. Als David Motl in der 74. Minute mit einem satten Schuss das 2:3 für Groß-Siegharts besorgte, roch es stark nach Auswärtssieg. Doch Allentsteig schlug noch einmal zurück – wieder war Nomilner zur Stelle und stellte in Minute 78 auf 3:3. Mehr passierte nicht, weil beide Seiten in den Schlussminuten entweder am letzten Pass oder an der jeweiligen Abwehr scheiterten.
Harald Fischer machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie sehr das Umfeld das Spiel geprägt hat: „Der Platz war sehr schlecht bespielbar – hart, uneben.“ Allentsteig habe „eigentlich nur hohe Bälle nach vorne geschlagen“, was sein Mittelfeld oft aus dem Spiel nahm: „Da geht es fast nur um zweite Bälle, das liegt uns nicht so.“ Dennoch sah er sein Team als das aktivere: „Wir hatten mehr Präsenz im Zentrum, wollten Fußball spielen und hatten die besseren Chancen.“ Bitter für ihn: „Wir sind zweimal in Führung gegangen und haben trotzdem nur einen Punkt. Die Mannschaft ist momentan verunsichert.“ Er ist erst seit drei Wochen im Amt und hat die Offensive umgebaut: „Wir spielen jetzt mit zwei Stürmern. Wir haben dadurch mehr Abschlüsse und heute auch drei Tore gemacht.“ Warum es nicht zum Dreier reichte, erklärte er deutlich: „Wir haben zwei dumme Tore über die Seite bekommen, das sind Eigenfehler, die nicht passieren dürfen.“ Und doch bleibt Realismus: „In unserer Verfassung ist jedes Spiel schwierig. Normalerweise hätten wir sicher den Dreier verdient, aber so nehmen wir den Punkt gerne mit. Wir müssen kleinere Brötchen backen und Schritt für Schritt weiterdenken.“
Bei den Gästen ragten zwei Namen heraus. „Die Aktivposten waren Schneider Julian und Wais Flo“, betonte Fischer – gemeint sind Julian Schneider und Torschütze Florian Wais. Schneider und Wais brachten das Offensivspiel der Gäste immer wieder in Gang, Wais traf zudem zum 1:1. Auch David Formacek und David Motl setzten die offensiven Nadelstiche, Motl mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:3. Insgesamt haderte Fischer mit der Effizienz: „Wir haben zu viele Schüsse nicht aufs Tor gebracht.“ Ansetzen will er neben der Abschlussstärke vor allem körperlich: „Wir müssen daran arbeiten, den Gegner 70, 80 Minuten unter Druck zu setzen.“ Positiv verbuchte er eine faire Partie ohne große Aufreger: „Strittige Szenen hat’s keine gravierenden gegeben, die Schiedsrichterleistung war für die zweite Klasse sehr gut.“ In der Tabelle steht Groß-Siegharts aktuell auf Rang fünf, Allentsteig auf Platz zehn. Nach dem zuletzt enttäuschenden Auftritt zeigt die Kurve der Gäste aus Fischers Sicht nach oben – mit dem Remis als kleiner Stabilitätsanker und dem klaren Auftrag für die kommenden Wochen: ruhiger werden, Chancen besser nützen und den eingeschlagenen Weg fortsetzen.