Enges Match in der 2. Klasse Waldviertel Zentral: Der UFC Rastenfeld verliert daheim gegen den USV Windigsteig mit 1:2, obwohl die Hausherren aus ihrer Sicht die besseren Möglichkeiten hatten. Nach torloser Pause traf Adam Smíd spät doppelt (78., 94.), Frantisek Sedlacek glich für Rastenfeld zwischenzeitlich aus (88.). Trainer Ernst Gull sprach von einer bitteren Niederlage, weil seine Elf die Chancen nicht nützte – und brachte es auf den Punkt: „Der Unterschied lag im Glück.“

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Die Partie begann vorsichtig und blieb bis zur Pause ohne Treffer. „Die erste Halbzeit war ausgeglichen, mit nicht vielen nennenswerten Höhepunkten“, sagte Rastenfeld-Coach Ernst Gull. Nach dem Seitenwechsel wurde es offener, der entscheidende Schlagabtausch hob sich aber für die Schlussphase auf. In Minute 78 stellte Adam Smíd für Windigsteig auf 0:1 – aus Gulls Sicht ein Treffer der besonderen Sorte: „Das war der tausend Gulden Schuss aus circa 18 Metern, der gelingt vielleicht einmal im Leben.“ Rastenfeld steckte nicht auf und bekam den späten Lohn: Frantisek Sedlacek besorgte in der 88. Minute das 1:1 und brachte die Heimischen wieder voll ins Spiel. Doch die Nachspielzeit kippte das Ergebnis erneut. „In der Nachspielzeit kam ein Freistoß zentral aus etwa 35 Metern, dann war eine Spielertraube da und plötzlich war der Ball im Tor“, schilderte Gull den 1:2-Endstand – laut Spielbericht erneut durch Smíd in Minute 94. Zusätzlich platzte beim Trainer der Frust über das späte Gegentor heraus: „Es waren vier Minuten angezeigt, und es war schon die 95.“
Inhaltlich musste sich Rastenfeld vor eigenem Publikum wenig vorwerfen lassen, außer eines: das Auslassen der Gelegenheiten. „Besonders bitter ist, wenn man die besseren Torchancen hat und trotzdem mit leeren Händen dasteht. Das tut richtig weh“, meinte Ernst Gull und sprach damit den Kern der Niederlage an. Auf die Frage, was nicht funktioniert habe, blieb seine Antwort klar: „Wenn man es streng beurteilt, sicher die Chancenauswertung.“ Dem Gegner wollte er keinen besonderen Cleverness-Bonus zuschreiben: „Von cleverer ausgespielt kann überhaupt keine Rede sein, sondern es war eher so, dass man aus keiner Chance ein Tor macht. Und das ist das, was unterm Strich hängen bleibt.“ Über mögliche strittige Szenen verlor er bewusst keine Worte: „Darüber zu diskutieren ist müßig, weil man sich im Nachhinein meistens nichts Gutes tut.“ Seine Zusammenfassung fiel entsprechend knapp und deutlich aus: „Der Unterschied lag im Glück.“
Der späte Nackenschlag trifft Rastenfeld auch mit Blick auf die Tabelle: Nach 19 Runden hält Windigsteig bei 23 Zählern und rangiert damit im Mittelfeld (Platz 11), während Rastenfeld mit 14 Punkten auf Rang 13 steht. Sportlich lieferte die Partie dennoch Anhaltspunkte, woran gearbeitet werden kann. Aus Gulls Sicht hatte seine Mannschaft „die besseren Tormöglichkeiten“, belohnte sich aber nicht rechtzeitig – genau das muss in den kommenden Wochen besser werden. Entscheidend ist, die Chancen konsequenter zu verwerten und Standards in der Schlussphase sauber zu verteidigen. Dass der Endstand in Minute 94 zustande kam, erhöht zwar den Frust, ändert aber nichts an der Aufgabe fürs Team: Die Leistung muss nun bestätigt und vor dem Tor besser genutzt werden. „Das ist richtig bitter“, sagte Gull zum Abpfiff.