In der 2. Klasse Waldviertel Zentral drehte der SV Eibenstein ein 0:2 zur Pause gegen den UFC Rastenfeld noch in ein 4:2. Trainer Philip Weinberger sprach von einer schwachen ersten Hälfte, einer mutigen Umstellung auf Dreierkette und viel Moral nach dem Seitenwechsel. „Wir geben nie auf“, betonte er – und seine Elf belohnte sich spät. Tomas Tauber, Stanislav Pacholik (2) und Raphael Bichler drehten die Partie im zweiten Durchgang und sorgten dafür, dass die Punkte in Eibenstein blieben.

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Die Geschichte der ersten 45 Minuten ist aus Eibensteiner Sicht schnell, aber deutlich erzählt. „In der ersten Hälfte war es nicht gut von uns. Wir hatten wenig Ideen, ich glaube, wir haben in 45 Minuten kein einziges Mal aufs Tor geschossen“, hielt Philip Weinberger fest. Rastenfeld stand kompakt, lauerte auf Umschaltmomente und nutzte seine Chancen. Das 0:1 fiel in Minute 25 durch Julian Zeller, nur fünf Minuten später legte Frantisek Sedlacek zum 0:2 nach. „Rastenfeld hat das sehr gut gemacht, sie haben’s gut verteidigt, sind hinten gut gestanden und vorne mit den tschechischen Stürmern immer gefährlich. Das 1:0 war so ein richtiger 'Tausendguldenschuss'. Und dann kriegst du aus einer Unachtsamkeit das zweite – dann wird’s schwierig“, ordnete der Coach die kalte Dusche ein. Zur Pause lag Eibenstein verdient zurück – ohne Durchschlagskraft nach vorne und ohne Zugriff im Zentrum der Gäste.
Nach dem Seitenwechsel zog Weinberger die Reißleine und stellte seine Mannschaft um. „Wir haben in der Pause die Taktik ein bisschen umgestellt, auf Dreierkette, weil wir mehr Zugriff aufs Spiel gebraucht haben“, erklärte er. Der Effekt war sofort zu sehen: Eibenstein spielte nun „eigentlich nur mehr auf ein Tor“. Der schnelle Anschluss tat sein Übriges – in Minute 55 zimmerte Tomas Tauber einen Freistoß Richtung Kasten, der abgefälscht zum 1:2 einschlug. „Damit waren wir wieder im Spiel“, so Weinberger. Der Glaube war zurück, der Druck blieb hoch – und er zahlte sich aus. In der 72. Minute zog Stanislav Pacholik aus der Distanz ab und traf zum 2:2. Keine zwei Minuten später legten die Hausherren nach: Raphael Bichler suchte im Eins-gegen-eins eigentlich die Flanke, „die ist ihm ein bisschen abgerissen und dann ins kurze Eck“ – 3:2 in Minute 74. In der Nachspielzeit machte Pacholik mit seinem zweiten Treffer des Tages zum 4:2 (90+2) schließlich alles klar.
Der Schlüssel lag für Weinberger weniger in einzelnen Kunststücken als im gemeinsamen Nachsetzen. „Unsere größte Stärke ist, dass wir nie aufgeben. Körperlich sind wir gut, wir können in der zweiten Hälfte noch nachsetzen – deshalb war der Sieg am Ende verdient“, sagte er. Zugleich fand er faire Worte für den Gegner: „Sie stehen hinten kompakt und vorne haben sie drei tschechische Spieler mit Qualität. Auf die Umschaltmomente lauern sie – das haben sie gut gemacht, vorne sind sie immer für ein Tor gut.“ Auch zur Spielleitung äußerte sich der Trainer ruhig: „In der ersten Hälfte dachte ich einmal an ein Foul an Pacholik, der Schiedsrichter hat’s mir gut erklärt. Grundsätzlich hat er das heute gut gemacht.“ Spielerisch sieht Weinberger dennoch Arbeit: „Das war jetzt nicht unser bestes Spiel, gegen einen sehr tief stehenden Gegner tun wir uns schwer.“
Tabellenmäßig bleibt Eibenstein mit 41 Punkten auf Schlagdistanz zur Spitze, während Rastenfeld im hinteren Drittel rangiert. Der Blick richtet sich bereits nach vorne: „Nächste Woche Top-Spiel in Pfaffenschlag. Wir werden uns gut vorbereiten und ich bin überzeugt, dass wir dort etwas holen können.“