Nach einer kontrollierten Vorstellung von SC Aspang gegen FC St. Egyden/Steinfeld in der 2. Klasse Wechsel zeichnete Dieter Reiberger ein klares Bild der Kräfteverhältnisse und der aktuellen Stimmung. Der Trainer sprach von viel Ballkontrolle, haderte mit vergebenen Chancen vor der Pause und hob die Flexibilität seiner Mannschaft hervor. Besonders die Form eines Offensivspielers sowie die Unterstützung auf den Rängen prägten seine Botschaften nach dem Abpfiff.

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Reiberger ordnete die Partie mit deutlichen Worten ein: „Wir waren sehr aggressiv und hatten über das gesamte Spiel mehr Ballbesitz und Kontrolle.“ Der Gegner sei „lediglich durch Standardsituationen hin und wieder gefährlich geworden“, zwingende Möglichkeiten habe es daraus aber kaum gegeben. Umso mehr wurmte den Coach der Verlauf vor der Pause: „Ärgerlich war, dass wir uns in der ersten Halbzeit nicht für unsere Mühen belohnt haben und St. Egyden/Steinfeld nach einem Konter den Ausgleich durch Tobias Winkler erzielte. So ging es mit 1:1 in die Pause.“ Aus seiner Sicht fehlten vor dem Wechsel die letzte Konsequenz in der Rückwärtsbewegung und der Blick für den besser postierten Mitspieler. Genau diese Punkte adressierte das Team in der Kabine – mit Wirkung.
Der Auftakt gehörte den Hausherren: Elias Mileder traf früh zur 1:0-Führung (15.), ehe Tobias Winkler unmittelbar vor dem Pausenpfiff zum 1:1 ausglich (45.). Direkt nach Wiederbeginn stellte Jetmir Torra auf 2:1 (48.), später erhöhte Mak Karabegovic auf 3:1 (76.), und Mileder setzte mit seinem zweiten Streich den Schlusspunkt zum 4:1 (88.). Der Trainer wollte den Auftritt dennoch „sicher nicht an einem Tor festmachen“, sondern verwies auf den starken Gesamteindruck seiner Elf. Besonders der Start passte: Sein Team riss das Spiel an sich, kreierte rasch Chancen – und die Führung resultierte, wie er schilderte, aus einer energischen Einzelaktion und einem satten Weitschuss in den linken Winkel. Nach dem Seitenwechsel trug die Pausenansprache: „In der zweiten Halbzeit war das eine richtig gute Mannschaftsleistung.“ Die Mischung aus besserer Absicherung, mehr Miteinander im letzten Drittel und dem Nutzen der eigenen Stärken am Ball prägte die Partie in Durchgang zwei.
Personell musste Reiberger improvisieren. Er berichtete von zwei Ausfällen wegen Sperren – Bauer nach der fünften Gelben sowie Horvath nach Rot mit zwei Spielen Pause –, dazu kamen zwei arbeitsbedingte Absenzen und ein Langzeitverletzter mit Handgelenksbruch, der in ein bis zwei Wochen wieder einsteigen soll. Die im Winter gewonnene Kaderbreite half, Lücken zu schließen; junge Kräfte füllten ihre Rollen „hervorragend“ aus, und der vielseitige Elias Mileder überzeugte auf mehreren Positionen. Ein Schwerpunkt seiner Aussagen betraf die aktuelle Form seines Offensivspielers, der zuletzt auf mehreren Positionen glänzte und in dieser Partie doppelt traf. Reiberger betonte außerdem, dass nach dem Wechsel Egoismen abgelegt wurden und die Mannschaft konsequenter den freien Mann fand. Neben den sportlichen Stellschrauben hob der Coach die Atmosphäre hervor: „Wir sind immer super froh, wenn wir zu Hause zahlreiche Unterstützung haben.“ Die Platzverhältnisse hätten zuletzt gelitten; eine temporäre Sperre tat dem Rasen gut – und damit dem ballorientierten Stil seiner technisch versierten Spieler. Das, so seine Wahrnehmung, wurde von den Zuschauern sichtbar honoriert – mit Fangesängen und Standing Ovations, die als zusätzlicher Schub für die kommenden Wochen verstanden werden.