Spielberichte

"Vielleicht wollten wir es um das Quäntchen mehr" – Hochneukirchen dreht nach der Pause auf

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Hochneukirchen
ATSV Puchberg

In der 2. Klasse Wechsel hat der USC Hochneukirchen den ATSV Puchberg mit 4:1 geschlagen und sich nach einer offenen ersten Hälfte vor allem nach der Pause klar durchgesetzt. Trainer Andreas Renner führte den Heimsieg auf den größeren Nachdruck seiner jungen Mannschaft zurück: "Vielleicht wollten wir es um das Quäntchen mehr." Nach dem 1:1 zur Pause legte Hochneukirchen deutlich zu und belohnte sich mit drei Treffern nach Seitenwechsel.

Fußball liegt im Tornetz

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Viel Kampf, wenig Räume und ein Dämpfer kurz vor der Pause

Die Partie brauchte laut Renner nicht lange, um ihre Richtung erkennen zu lassen. "Beide Mannschaften starteten sehr kampfbetont. Keiner wollte defensiv etwas preisgeben", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Entsprechend entwickelte sich zunächst ein Spiel, das vor allem im Mittelfeld festhing. Renner sah dabei die Gäste zunächst etwas griffiger: "Puchberg war ein bisschen aggressiver und hatte im Mittelfeld mehr vom Spiel", auch wenn daraus laut seiner Einschätzung noch keine zwingenden Chancen entstanden. Hochneukirchen setzte dann in der 30. Minute den ersten wichtigen Stich. Bernhard Pfeffer traf zum 1:0, und Renner beschrieb die Szene so: "Da war ein Pass auf unseren Kapitän aus der Sechzehnerlinie, und er hat mit links genau neben der Stange eingeschossen. Ein sehr schönes Tor." Lange hielt die Führung allerdings nicht bis in die Kabine. Mit dem Pausenpfiff traf Donat Peter Ferenczy zum 1:1 für Puchberg. Gerade dieses Gegentor wurmte den Trainer, weil seine Elf "bei einem Eckball ungeordnet" gewesen sei und damit einen eigentlich guten Zwischenstand noch hergab.

Nach dem Seitenwechsel kippt das Spiel deutlich zu den Gastgebern

Das 1:1 zur Pause war für Hochneukirchen kein Grund, hektisch zu werden, aber es war für Renner sehr wohl ein Signal, etwas zu verändern. "In der Halbzeit mussten wir uns etwas überlegen", sagte er, und genau dieser Eingriff zahlte sich aus. Der Trainer sprach von mehr Ruhe und mehr Kontrolle nach Wiederbeginn, und er hatte den Eindruck, dass seine Mannschaft nun endlich besser ins eigene Spiel fand. Schon in der 53. Minute stellte Tamas Baliko auf 2:1 und brachte die Gastgeber damit wieder nach vorne. Renner erklärte den Umschwung so: "Zweite Halbzeit haben wir das Spiel an uns gezogen." Das 3:1 in der 62. Minute fiel dann nach einer Aktion, die dem Coach ebenfalls gefiel. Thomas Karner spielte den Ball quer, Thomas Gamperl verwertete "beim Stanglpass eiskalt", wie Renner sagte. Den Schlusspunkt setzte Jonas Schrammel in der 85. Minute mit dem 4:1. Für den Trainer war das sogar "die schönste Aktion des Spiels", weil der Außenverteidiger mit aufgerückt war, einen Doppelpass spielte und dann allein vor dem Tormann vollendete. "Wirklich eine super Aktion von Jonas Schrammel", sagte Renner und hob diesen Treffer noch einmal besonders hervor.

Elf Einheimische, ein junger Kader und viel Respekt für Puchberg

Renner ordnete den Sieg aber nicht nur über die Tore ein, sondern auch über die Entwicklung seiner Mannschaft. "Meine Mannschaft ist sehr jung. Wir haben heute wieder mit elf Einheimischen begonnen", sagte er und machte damit klar, dass dieser Heimsieg für ihn auch deshalb Gewicht hatte. Ganz zufrieden war er mit dem Auftakt seiner Elf trotzdem nicht. "Wir müssen noch ein bisschen aggressiver im Mittelfeld zu Werke gehen. Wenn wir das schaffen, kommen wir auch ins Spiel", erklärte der Coach. Genau darin sah er auch den Unterschied zwischen den beiden Halbzeiten, weil seine Mannschaft vor der Pause zu selten Zugriff bekam und erst später ihre spielerische Qualität zeigen konnte. Gleichzeitig verteilte Renner viel Lob an den Gegner. Puchberg sei "eine spielstarke Mannschaft, sehr kampfkräftig" und habe eine "hohe Laufbereitschaft" gezeigt. Besonders gefiel ihm, dass die Gäste nie aufsteckten: "Sie haben uns wirklich alles abverlangt und nie aufgegeben. Auch als es 4:1 gestanden ist, hat Puchberg weiter gefightet und gekämpft." Dass die Partie trotz aller Intensität sauber blieb, strich der Trainer ebenfalls hervor. "Die Schiedsrichterleistung war absolut in Ordnung", sagte Renner. Gröbere Diskussionen habe es nicht gegeben, "im Großen und Ganzen" sei es ein faires Spiel gewesen.

Warum dieser Heimsieg für Hochneukirchen mehr war als nur drei Punkte

Am Ende blieb bei Renner vor allem hängen, wie seine Mannschaft nach dem Ausgleich reagiert hatte und wie sehr sie diesen Sieg offenbar wollte. "Wir wollten unbedingt zu Hause unseren Fans einen Sieg schenken", sagte der Hochneukirchen-Trainer und verband das gleich mit dem Hinweis auf die Arbeit über einen langen Zeitraum: "Wir wollten uns selbst belohnen für die harte Arbeit, die wir das ganze Jahr machen." Genau deshalb passte für ihn auch die Erklärung zum Spiel: "Vielleicht wollten wir es um das Quäntchen mehr." Dieses Quäntchen zeigte sich für Hochneukirchen vor allem nach der Pause, als aus einem engen, umkämpften Spiel Schritt für Schritt ein verdienter 4:1-Heimerfolg wurde. Gleichzeitig weiß Renner, wo seine junge Mannschaft noch zulegen kann. Mehr Aggressivität im Mittelfeld und mehr Ruhe am Ball bleibt für ihn ein Thema. Für diesen Nachmittag überwog aber klar das Positive: ein Sieg vor eigenem Publikum, mehrere sauber herausgespielte Tore und das gute Gefühl, sich nach einer schwierigen ersten Hälfte noch deutlich belohnt zu haben.

2. Klasse Wechsel: Hochneukirchen : Puchberg - 4:1 (1:1)

  • 85
    Jonas Schrammel 4:1
  • 62
    Thomas Gamperl 3:1
  • 53
    Tamas Baliko 2:1
  • 46
    Donat Peter Ferenczy 1:1
  • 30
    Bernhard Pfeffer 1:0