Trainer Andreas Knoll vom FC Sonntagberg blickt nach dem 1:0 gegen den ASV heiserTEC Kienberg/Gaming in der 2. Klasse Ybbstal auf eine Partie mit zwei Gesichtern: zunächst viel Kontrolle, später Kampf und Nervenarbeit. Ein frühes 1:0 durch David Eder stellte die Weichen, ehe eine Rote Karte die Statik veränderte und die Schlussphase zur Geduldsprobe machte. Knoll beschreibt, wie sein Team trotz Unterzahl den Ball laufen ließ, Großchancen ungenutzt ließ und bis zum Abpfiff auf der Kante agierte. Zwischen Erleichterung, Selbstkritik im Abschluss und sichtbarem Stolz auf die Gesamtleistung rückt weniger das Ergebnis als die Haltung und Widerstandskraft in den Fokus.

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Knoll ordnet den Spielverlauf klar ein: "Wir hatten in der ersten Halbzeit – und bis zu unserer Roten – die Spielkontrolle deutlich auf unserer Seite." Mit der Roten Karte gegen Sebastian Wagner (55. Minute) verlor die Begegnung an Struktur. Der Trainer betont dennoch die Fairness: "Mit einer 1:0-Führung und einem Mann weniger wird es gegen Ende natürlich hitzig, aber es war nicht unfair und es gab keine wirklich brenzligen Situationen." Das Bild auf dem Platz: viele Zweikämpfe, viele kleine Fouls, mehrere Verwarnungen – bis zur Roten kontrolliert, danach zerfahrener.
Die Offensive der Sonntagberger legte den Grundstein: In der 18. Minute sorgte David Eder für das 1:0. Knoll ärgert sich über die verpasste Vorentscheidung: "Wir hätten zur Pause 3:0 oder 4:0 führen können." Nach der Pause blieben Umschaltmomente gefährlich, doch auch Kienberg/Gaming meldete sich über Standards an. Herausragend: eine Parade von Stefan Ehrlich nach einem Freistoß in Hälfte zwei. Weitere heikle Momente verzeichnete Knoll bei ruhenden Bällen des Gäste-Spielertrainers und einem gefährlichen Kopfball von David Lengauer. In der Schlussphase fehlten Millimeter zur Entscheidung: Gabriel Langheld traf die Innenstange, der Ball sprang leider wieder heraus. Das Gesamtfazit zum Chancenverhältnis fällt eindeutig aus: "Großes Chancenplus beim FC Sonntagberg."
Bei ruhenden Bällen sah Knoll die Hauptgefahr beim Gegner: "Von unserer Seite ging aus Standards wenig Gefahr aus; Kienberg/Gaming war durch zwei gute Freistoßsituationen gefährlich – einmal knapp vorbei, einmal stark von Stefan Ehrlich pariert." Auch das Umfeld ordnet er ein: "Es war die erste Runde im Frühjahr. Es waren viele Zuschauer da, nicht übermäßig viele, aber für die Jahreszeit völlig in Ordnung. Auch die Platzverhältnisse waren normal – insgesamt ein ordentlicher Fußballtag." Für die nächsten Wochen nimmt er Zuversicht mit – und eine klare Aufgabe: "Wir haben eine sehr gute Mannschaft, die spielerisch funktioniert und zu Chancen kommt – die müssen wir konsequenter nutzen." Sein Schlusswort zum Ergebnis: "In meinen Augen haben wir verdient gewonnen."