Für Behaija Fejzic, Trainer von ASV Vösendorf, war das Duell mit dem Tabellenführer ASV Hohenau in der 2. Landesliga Ost das erwartete, intensive Stück Arbeit – anstrengend, aber mit viel Selbstvertrauen. Sein Team führte zur Pause 1:0 und hielt bis weit in die Schlussphase stark dagegen, ehe das Spiel 2:3 endete. „Einfach die Spielidee, die wir uns vorgenommen haben, wurde von den Jungs zu 100 Prozent umgesetzt“, erklärte Fejzic. Hohenau habe zwar mehr Ballbesitz gehabt, Vösendorf aber klare eigene Chancen vorgefunden – und in Minute 74 eine aus seiner Sicht spielprägende, umstrittene Szene erlebt. Zugleich lobte der Coach das Kollektiv und richtete einen Appell an die Fans.

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„Na ja, den meisten Ballbesitz hat schon Hohenau gehabt, muss man sagen“, ordnete Fejzic die Kräfteverhältnisse ein – und hielt fest, dass seine Mannschaft den Gegner dennoch gut im Griff hatte. Zur Halbzeit lag Vösendorf 1:0 voran, was aus seiner Sicht den Verlauf widerspiegelte: „Die besseren Chancen – und auch das Tor – in der ersten Halbzeit gingen absolut in Ordnung, die Führung war verdient.“ Nach Wiederbeginn stemmten sich die Vösendorfer gegen den Druck des Tabellenführers und erspielten sich ihrerseits Möglichkeiten: „Wir haben auch in der zweiten Halbzeit sehr gut performt, wunderbare Chancen produziert, Stangenschuss, wirklich zwei, drei Eins-gegen-eins-Situationen.“ Für Vösendorf trafen Patrick Mijatovic (34.) zum 1:0 und Arda Yoztyurk (61.) zum 2:2; auf der Gegenseite trafen Florian Slama (50.) und Lukas Csano (56.) ehe der späte Siegtreffer durch Manuel Kegler kurz vor Schluss fiel.
Als Schlüsselmoment benannte Fejzic eine Szene kurz nach der Mitte der zweiten Halbzeit: „Für mich war die spielentscheidende Situation in der 74. Minute, in der mein Stürmer sehr unfair gefoult wurde – das hätte eine klare Rote sein müssen.“ Seine Enttäuschung über die Entscheidung war deutlich: „Das Schiedsrichterteam hat das anders gesehen, leider – aus unserer Sicht.“ Aus der Perspektive des Trainers hätte ein Platzverweis die Schlussphase maßgeblich verändert: „Wenn Hohenau die letzte Viertelstunde mit einem Spieler weniger gespielt hätte, hätten wir mindestens ein Unentschieden geholt.“ Dass der entscheidende Gegentreffer letztlich erst kurz vor Schluss zum 2:3 fiel, passte für ihn zur unglücklichen Dramaturgie des Abends.
Einzelkritik oder eine Kür zum „Man of the Match“ wollte Fejzic ausdrücklich vermeiden: „Es wäre unfair, jemanden herauszuheben.“ Stattdessen betonte er die taktische Disziplin und den Teamgeist – inklusive eines klaren Bekenntnisses zu seinen Spielern: „Von der ersten bis zur letzten Minute wurde unser Plan umgesetzt. In den drei Gegentorszenen war die Raumaufteilung nicht optimal – das nehme ich den Jungs aber nicht übel.“ Für den Gegner fand er sportliche Anerkennung, insbesondere für die Qualität im Angriff: „Die Offensive von Hohenau ist einfach hervorragend.“ Gleichzeitig richtete er den Blick nach vorn – mit einem Wunsch an die Ränge: „Ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere ASV‑Vösendorf‑Fan etwas häufiger zum Sportplatz kommen würde und sich anschaut, was diese junge, wilde, hungrige Mannschaft von ASV Vösendorf Woche für Woche performt – das ist absolut lobenswert.“