Spielberichte

Moritz Breicha über den FC Klosterneuburg: "Nie aufgeben" – 1:0-Derbysieg dank eiserner Defensive

FC Klosterneuburg
SV Langenlebarn

Der Derbyabend in der 2. Landesliga Ost zwischen FC Klosterneuburg und SV Donau Langenlebarn bot wenig fürs Auge, dafür umso mehr Intensität und Disziplin. Moritz Breicha ordnete die Partie als zähe Mittelfeldschlacht mit vielen Zweikämpfen ein, in der seine Mannschaft defensiv reif auftrat und geduldig auf den einen Moment lauerte. „Ich glaube, das ist Qualität: dass die Spieler immer dranbleiben, nie aufgeben und daran glauben, dass eine Situation kommt, in der ein Tor fallen kann“, so der Trainer. Ein später Treffer krönte das beharrliche Auftreten. Gleichzeitig blieb Breicha realistisch: Offensiv sieht er Luft nach oben und formulierte klare Hausaufgaben für die kommende Woche.

Spieler mit Schuh am Ball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Defensive Standfestigkeit und späte Effizienz

Zu Beginn fand Klosterneuburg gut in den Rhythmus, verlor im Verlauf jedoch den Zugriff und ließ Langenlebarn besser ins Spiel kommen. Breicha brachte das Gesamtbild auf den Punkt: „Es war kein attraktives Spiel; Langenlebarn hatte spielerisch vielleicht leichte Vorteile, aber wir haben defensiv so gut gearbeitet, dass wir nur ein, zwei Chancen zugelassen haben. Zum richtigen Moment waren wir da und haben das Tor gemacht.“

Die Entscheidung fiel in der Schlussphase: In der 89. Minute fiel das 1:0 durch Christian Hueber, nachdem sich Klosterneuburg über weite Strecken durch Stabilität und Geduld im Spiel gehalten hatte. Zur Pause hatte es noch 0:0 gestanden – Ausdruck der defensiven Kompaktheit und des von Breicha betonten Prinzips, über Arbeit gegen den Ball im Spiel zu bleiben.

Ballbesitz, Standards und das Mittelfeldduell

Beim Ballbesitz sah der Coach das Verhältnis an der Prozentzahl gemessen eher ausgeglichen, die qualitative Kontrolle jedoch beim Gegner: „In der Qualität des Ballbesitzes hatte Langenlebarn wohl Vorteile, ist aber nie zwingend gefährlich geworden.“ Prägend war das Ringen im Zentrum: „Es war ein Spiel, das sich sehr viel im Mittelfeld über Zweikämpfe abgespielt hat.“ Bei ruhenden Bällen blieb es unspektakulär – auch, weil Klosterneuburg auf Langenlebarner Stärke in diesem Bereich vorbereitet war. Breicha: „Gefährlich wurde es kaum über Standards. Langenlebarn hat da große Stärken und in der Rückrunde schon mehrere Tore nach Standards erzielt. Wir wussten, dass wir hartnäckig drangehen und konzentriert verteidigen müssen – das haben wir heute wieder gemacht.“ Diese Disziplin spiegelte sich im Chancenbild: „Vorteil hatte sicher Langenlebarn, zahlenmäßig und wohl auch qualitativ bei den Chancen. Sie hatten einen Schlüsselmoment, den sie nicht genutzt haben – wir schon.“

Derby-Härte, Lernfelder und Ausblick

Die Partie trug klar den Derby-Stempel – körperlich, aber fair: „Es war hart auf beiden Seiten, aber nie unfair. In einem Derby kann man eine gewisse Härte erwarten, ohne dass es ausartet.“ Den Schlüssel zum Erfolg sah Breicha in der Mentalität: „Der unbedingte Siegeswille – dass wir, auch wenn wir nicht gut in einer Partie sind, immer weitermachen, dran glauben und uns durch Verteidigungssequenzen durchkämpfen, weil das ausschlaggebend sein kann, damit wir diesen einen, vielleicht zwei Momente auf unserer Seite haben.“ Zugleich bleibt die Messlatte für die Offensive bewusst hoch: „Defensiv war’s wieder hervorragend – egal ob jemand durchgespielt, ausgewechselt oder eingewechselt wurde. Offensiv wissen wir, dass wir besser spielen können.“ Ein zusätzlicher Faktor: „Unser Platz gibt momentan keine wirklich guten Verhältnisse her, um schönen Fußball zu spielen.“ Die Aufgabenliste für die Trainingswoche ist damit klar – mit der Gewissheit, dass die Basis steht: „Wenn wir das defensiv so weitermachen, wird’s offensiv irgendwann Klick machen.“

2. Landesliga Ost: Klosterneuburg : Langenlebarn - 1:0 (0:0)

  • 89
    Christian Hueber 1:0