Nach einem vierten Platz, der die eigenen Erwartungen deutlich übertroffen hat, setzt der SV Raika Essmeister Neumarkt in der 1. Klasse West voll auf Kontinuität: keine Zu- und Abgänge, ein fitter Kader und derselbe Kurs. Patrick Gruber, Trainer des SV Raika Essmeister Neumarkt, spricht im Gespräch mit Ligaportal über eine überraschend starke Saison, verschenkte Punkte im Frühjahr und die Frage, warum für die Neumarkter mit mehr Kompaktheit sogar noch mehr möglich sein könnte.

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Intern fällt die Bilanz klar positiv aus. „Die letzte Saison war für uns sehr erfolgreich und weit über den Erwartungen“, sagt Gruber. Vor allem im Herbst legte die Mannschaft den Grundstein für eine Platzierung, mit der vor der Saison in dieser Form nicht zu rechnen war. Neumarkt holte viele Punkte, spielte konstant und mischte über weite Strecken vorne mit.
Dass am Ende trotzdem ein wenig das Gefühl blieb, noch mehr hätte drinnen sein können, hängt für Gruber vor allem mit dem Frühjahr zusammen. „Wir haben dann durchaus Formschwankungen drinnen gehabt und ein paar Partien wirklich leichtfertig hergeschenkt, wo wir einfach klar die bessere Mannschaft waren.“ Der Trainer nennt zwei Gründe besonders deutlich: Vor dem Tor fehlte in manchen Spielen die Effizienz, dazu kamen „viel zu einfache Gegentore durch kapitale Eigenfehler“. Gerade diese Mischung kostete die Neumarkter am Ende wohl noch ein paar Punkte. Am Gesamtbild ändert das aus Vereinssicht aber wenig. „Der vierte Platz ist für uns ein absolutes Top-Ergebnis“, betont Gruber.
Die Konsequenz aus dieser Saison ist keine große Kaderreform, sondern das genaue Gegenteil. Während viele Vereine im Sommer personell nachschärfen, bleibt in Neumarkt alles zusammen. Es gibt weder Abgänge noch Neuzugänge, aktuell sind zudem alle Spieler fit. „Wir wollen auch mit dem gleichen Kader wie letzte Saison in die neue Saison gehen“, sagt Gruber. Der Verein setzt weiterhin auf die eigenen Spieler und auf deren Entwicklung innerhalb der bestehenden Gruppe.
Das passt auch zur Ausgangslage dieser Vorbereitung, die heuer knapp bemessen ist. Da die Meisterschaft schon Anfang August beginnt, bleibt wenig Zeit für lange Aufbauphasen. Umso klarer ist der sportliche Schwerpunkt. „Wir werden natürlich schauen, dass wir noch kompakter auftreten und noch weniger Gegentore bekommen. Das ist sicher das Hauptziel für die kommende Saison“, sagt der Trainer.
Der Hintergrund ist logisch: Offensiv sieht Gruber seine Mannschaft bereits sehr gut aufgestellt. „Wir haben offensiv einfach unglaublich viel Qualität und schießen fast immer Tore. Wenn wir weniger Gegentore bekommen, dann ist auch noch mehr drinnen als in der vergangenen Saison.“ Neumarkt will also nicht alles neu erfinden, sondern an einem Punkt ansetzen, der im Frühjahr immer wieder aufgefallen ist: defensive Stabilität in jenen Phasen, in denen Spiele kippen können.
Bei den Zielen bleibt der Trainer trotz des starken Vorjahres bewusst nüchtern. Von großen Ansagen ist in Neumarkt nichts zu hören. „Das Ziel für die kommende Saison ist bei uns immer gleich: Wir wollen auf keinen Fall irgendetwas mit dem Abstieg zu tun haben.“ Dazu soll wieder ein Platz in der oberen Tabellenhälfte kommen, im Idealfall auch eine ähnliche Ausbeute wie zuletzt.
Gruber formuliert es so: „Wir wollen so weit wie möglich vorne abschneiden und wenn es irgendwie möglich ist, am Ende vielleicht wieder unter die Top fünf kommen.“ Nach der vergangenen Saison wäre das keine kleine Vorgabe, aber auch kein unrealistischer Anspruch. Die Mannschaft bleibt zusammen, Verletzungssorgen gibt es derzeit nicht. Entscheidend wird sein, hinten stabiler zu werden und vorne die vorhandene Qualität weiter auszuspielen. Vieles bleibt also beim Alten - verbunden mit der Hoffnung, dass die starke Saison kein Ausreißer war.