Im Derby der 2. Landesliga Ost zwischen dem ASV Vösendorf und dem 1. SV Wiener Neudorf ordnet Trainer Behaija Fejzic die Lage nüchtern ein: Ein frühes Gegentor, ein in allen Belangen überlegener Gegner und klare Ballbesitzvorteile prägten den Abend. Trotz des deutlichen 0:5 betont er Einsatz, Moral und Teamgedanken, spricht zugleich von einem spürbaren Qualitätsunterschied und davon, den Kopf schnell freizubekommen. Für ihn steht fest: In diesem Derby setzte sich die Klasse des Nachbarn durch.

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„Für uns war es unglücklich, weil wir sehr früh in Rückstand geraten sind. Gegen einen derart dominanten Gegner wurde es dadurch extrem schwer, das Spiel im weiteren Verlauf positiv zu gestalten“, sagt Fejzic. Die zeitliche Abfolge unterstrich die klare Rollenverteilung: Mateo Tadic brachte Wiener Neudorf mit 0:1 in Front (11.) und legte kurz vor der Pause das 0:3 nach (44.), dazwischen erhöhte Ratko Buljic auf 0:2 (21.). Nach dem Seitenwechsel traf Ratko Buljic erneut zum 0:4 (67.), ehe Marko Kvesic in der 79. Minute den Schlusspunkt zum 0:5 setzte. Zur Halbzeit stand es bereits 0:3. Fejzics Gesamturteil fällt entsprechend deutlich aus: „Wiener Neudorf war an diesem Tag absolut dominant. Wir waren aus unserer Sicht chancenlos; das 0:5 geht absolut in Ordnung.“
Auch beim Blick auf die Spielkontrolle gibt es für Fejzic keine zwei Meinungen: „Wiener Neudorf hat das Spiel grundsätzlich gestaltet und eine klare Ballbesitzmehrheit gehabt. Wir konnten phasenweise mithalten, aber es war zu wenig, um sie ernsthaft zu gefährden.“ Im körperlichen Duell sah er sein Team nicht grundsätzlich unterlegen, doch der Ball lief beim Gegner: „Im Zweikampf war es eher ausgeglichen, aber Wiener Neudorf hat durchgehend Qualität und Ruhe am Ball gezeigt. Wir taten uns schwer, überhaupt in die Zweikämpfe zu kommen und unsere Umschaltmomente zu setzen, weil der Gegner über weite Strecken balldominant war.“ Die Summe aus Dominanz am Ball, Ruhe in engen Räumen und konsequenter Chancenverwertung kippte das Derby früh und ließ Vösendorf nur wenige Phasen der Entlastung.
Bei aller Anerkennung für den Gegner rückt Fejzic die Haltung seiner Mannschaft in den Fokus: „Das Bemühen meiner Mannschaft war mit den Mitteln, die wir an diesem Tag zur Verfügung hatten, absolut in Ordnung. Wir haben versucht, das Bestmögliche herauszuholen. Ich habe keinem Spieler etwas vorzuwerfen – der Qualitätsunterschied war groß.“ Auch Einzelkritik oder -lob lehnt er ab: „Wir verlieren und gewinnen als Mannschaft. Wiener Neudorf ist extrem kompakt und auf allen Positionen top besetzt; da würde ich auch keinen einzelnen hervorheben, weil sie als komplette Mannschaft auftreten und eigentlich um den Meistertitel spielen sollten.“ Für den weiteren Weg nimmt er bewusst Positives mit – trotz des Ergebnisses: „Wir können sehr viel Positives aus dem Spiel mitnehmen, trotz des 0:5. Wir haben eine hervorragende Moral und Kampfgeist bewiesen, die Einstellung hat gepasst. Unter unseren Rahmenbedingungen stimmt die Richtung. Jetzt heißt es: Köpfe freikriegen und sich auf das nächste Spiel vorbereiten.“ Fejzics Fazit verbindet Ehrlichkeit über den Klassenunterschied mit Zuversicht, dass seine Mannschaft den Rückschlag verarbeitet – und in den kommenden Aufgaben mit derselben Geschlossenheit auftritt.