In der 2. Landesliga Ost hat sich SG Bad Vöslau/Kottingbrunn mit 2:1 gegen den 1. SV Wiener Neudorf durchgesetzt. Trainer Igor Knezevic führte den Heimsieg vor allem auf jene Tugenden zurück, die seine Mannschaft derzeit tragen: viel Aggressivität, große Laufbereitschaft und konsequente Zweikampfführung. Gegen den spielstarken Favoriten sei genau das der Weg gewesen, um im Spiel zu bleiben – und diesmal auch, um es über weite Strecken auf die eigene Seite zu ziehen.
Der Plan der Gastgeber war laut Knezevic von Beginn an klar, und er ging früh auf. „Wir waren von der ersten Minute aggressiv, bissig und willig“, sagte der Trainer, der vor allem die Zweikampfstärke seiner Mannschaft hervorhob. Wiener Neudorf, das Knezevic als „sehr spielstarke, technisch versierte Mannschaft“ beschrieb, habe mit dieser Intensität an diesem Tag Probleme gehabt. Dazu kam aus seiner Sicht, dass der Unparteiische viel laufen ließ und eine harte Gangart zuließ, was dem Zugang seiner Elf entgegenkam. „Wir können nur über den Kampf ins Spiel kommen“, erklärte Knezevic offen, weil er die spielerische Qualität der Gäste höher einschätzte. Schon in der 9. Minute zahlte sich der Start aus: Nach einer Spielverlagerung auf die linke Seite und einem Stanglpass in die Mitte traf Robin Maydl zum 1:0.
Auch nach der Pause blieb Bad Vöslau/Kottingbrunn zunächst auf Kurs. In der 58. Minute fiel das 2:0, das Knezevic im Rückblick als Schlüsselszene nannte. „Der entscheidende Moment war das 2:0 kurz nach der Halbzeit“, sagte er. Entstanden sei der Treffer aus einer Kontersituation, in der Mateus Andrade Da Silva auf der linken Seite freigespielt wurde, noch einen Haken machte und dann souverän ins lange Eck abschloss. Ganz erledigt war die Partie damit aber nicht. Knezevic räumte ein, dass Wiener Neudorf danach stärker und besser ins Spiel kam und seine Mannschaft Mühe hatte, alles zu bändigen. Als Igor Klaric in der 78. Minute auf 2:1 verkürzte, war in der Schlussphase noch einmal volle Konzentration gefragt. „Unsere Abwehrreihen haben das wieder souverän gemeistert“, meinte der Trainer. In der Nachspielzeit wurde aufseiten der Gäste Alen Oroz noch ausgeschlossen.
Gerade diese Mischung aus Einsatz, Leidenschaft und klarer Rollenverteilung war für Knezevic der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Teams. „Der Unterschied war heute der Wille, die Leidenschaft und die Zweikämpfe, die meine Mannschaft an den Tag gelegt hat“, betonte er. Dass spielerisch noch Luft nach oben vorhanden ist, verschwieg der Trainer dabei nicht. Vor allem im Umschaltspiel und auf den Flügeln fehle seiner jungen Mannschaft noch etwas Speed, „den wir im Winter auch noch korrigieren wollen“. Am Auftritt selbst wollte er aber nichts schmälern. „Wir haben das hervorragend umgesetzt und glücklich, aber nicht unverdient 2:1 gewonnen“, fasste Knezevic zusammen. Der Sieg ist für ihn auch deshalb besonders wertvoll, weil seine Mannschaft nun drei Spiele in Folge gewonnen hat, obwohl sie vor der Meisterschaft nach seinen Worten schon von vielen abgeschrieben worden war. „Totgesagte leben länger“, sagte er. Viel Zeit zum Zurücklehnen bleibt dennoch nicht. Vor den letzten beiden Spielen gegen Wienerwald und den direkten Mitabstiegskandidaten Sierndorf ist die Richtung klar: weiter punkten und eine Saisonphase positiv abschließen, in der sich seine Mannschaft zuletzt spürbar aufgerichtet hat.