Spielberichte

„Uns fehlt vorne die Kaltschnäuzigkeit“ – Großweikersdorf/Wiesendorf lässt in Haitzendorf zu viel liegen

Haitzendorf/Grafenwörth
Großweikersdorf/Wiesendorf

In der 2. Landesliga West musste sich SG Großweikersdorf/Wiesendorf am Sonntag bei SG Haitzendorf/Grafenwörth mit 1:3 geschlagen geben. Aus Sicht von Co-Trainer Jakub Gandziarowski lag der Unterschied nicht daran, dass seine Mannschaft gar nicht ins Spiel gefunden hätte. Vielmehr ließ Großweikersdorf/Wiesendorf zu viele gute Möglichkeiten liegen, kassierte kurz vor der Pause das bittere 0:2 und lief diesem Rückstand danach wieder hinterher.

Trainingsball in Weiß, Blau und Orange. Im Hintergrund trainieren Spieler bei Flutlicht

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Wildpert stellt früh die Weichen, Sanyang bringt die Gäste noch einmal heran

Gandziarowski sprach nach dem Spiel von einer Partie, die ordentlich Fahrt aufgenommen hatte. „Für mich war es ein sehr temporeiches, intensives Spiel. Der Spielverlauf lief leider gegen uns“, sagte der Co-Trainer. Auf der Anzeigetafel zeigte sich das schon früh, denn Michael Wildpert brachte Haitzendorf bereits in der 12. Minute mit 1:0 in Führung. Für die Gäste war das ein früher Rückschlag, noch schwerer wog dann aber das zweite Gegentor unmittelbar vor dem Seitenwechsel. Wieder war es Wildpert, der in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 2:0 stellte. Genau diesen Treffer machte Gandziarowski später auch zum Knackpunkt: „Das 2:0 vor der Halbzeitpause war leider der Knackpunkt. Da haben wir in unserem Sechzehner einfach unkonsequent verteidigt.“ Ganz erledigt war die Partie damit allerdings noch nicht. Großweikersdorf/Wiesendorf kam nach dem Wechsel durch Amadou Sanyang in der 59. Minute auf 1:2 heran und war damit wieder im Spiel. Erst in der 81. Minute sorgte Christoph Streit mit dem 3:1 für die endgültige Entscheidung zugunsten der Gastgeber.

Viele Chancen, aber zu wenig Ertrag vor dem Tor

Dass die Gäste am Ende trotzdem ohne Zählbares heimfuhren, erklärte Gandziarowski vor allem mit der fehlenden Konsequenz im Abschluss. Seine Analyse fiel deutlich aus und kam immer wieder auf denselben Punkt zurück. „Wir hatten sehr viel Pech mit zwei Stangenschüssen und vier weiteren hundertprozentigen Torchancen, die wir leider ausgelassen haben. Es fehlt vorne einfach eine gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor“, sagte er. Für ihn war das kein Nebenschauplatz, sondern der entscheidende Unterschied an diesem Spieltag. „Die Tore, die man nicht schießt, bekommt man halt leider“, meinte der Co-Trainer, der genau darin den Grund sah, warum sich der durchaus engagierte Auftritt seiner Mannschaft nicht im Ergebnis niederschlug. Dazu kam aus seiner Sicht, dass sein Team im Spiel mit Ball zu oft einen Umweg nahm. „In der Mitte sind wir zu verspielt. Mit dem Ball brauchen wir zu viele Kontakte, um ins letzte Drittel zu kommen“, erklärte Gandziarowski. Die Gäste kamen also durchaus in gefährliche Räume, belohnten sich dort aber zu selten und zu spät.

Eigenfehler, zu große Abstände und ein Gegner mit Routine

Neben der Chancenverwertung sprach Gandziarowski auch jene Punkte an, die seine Mannschaft schon seit Wochen begleiten. Er sagte offen, dass die Gegentore aus seiner Sicht zu einem guten Teil auf eigene Fehler zurückzuführen waren. „Seit Wochen beschäftigen uns dieselben Themen, wo wir Verbesserungsbedarf haben“, stellte er fest. Vor allem gegen den Ball habe sein Team zu viel zugelassen. „Hinten stehen wir einfach viel zu weit weg von den Gegenspielern“, sagte er, und er ergänzte, dass man es nicht geschafft habe, „mit Leidenschaft und dem Willen die Tore zu verteidigen“. Gleichzeitig wollte der Co-Trainer die Leistung des Gegners ausdrücklich anerkennen. Haitzendorf sei „eine sehr gute Mannschaft, die wirklich stark im Kollektiv auftritt, sehr taktisch diszipliniert ist und sehr viele Einzelspieler mit Qualitäten hat“. Auch beim Vergleich beider Teams wurde er konkret: Die Gastgeber seien routinierter und erfahrener gewesen, während seiner jungen Mannschaft in manchen Momenten noch ein Führungsspieler fehle. Dass der Schiedsrichter einen wesentlichen Anteil an der Niederlage gehabt hätte, wollte Gandziarowski im Übrigen nicht gelten lassen. Die Leistung des Unparteiischen sei „sehr in Ordnung“ gewesen, größere Aufreger habe es aus seiner Sicht nicht gegeben.

Steigerung zur Vorwoche und der Blick nach vorne

Trotz der vierten Niederlage im vierten Spiel wollte Gandziarowski die Partie nicht nur negativ bewerten. Gerade im Vergleich zur Vorwoche habe er eine Reaktion seiner Mannschaft gesehen, und genau daran möchte er nun anknüpfen. „Unser Auftritt war definitiv eine Steigerung zur Vorwoche. Darauf können wir aufbauen“, sagte er. Diese Einschätzung zeigt, dass die Gäste zwar erneut leer ausgingen, intern aber trotzdem etwas Positives mitnehmen wollen. Der Co-Trainer formulierte das zum Abschluss bewusst kämpferisch: „Es ist eine neue Woche, ein neues Glück. Wir werden aufstehen, uns abschütteln, den Kopf hoch behalten, die Brust rausstrecken und einfach weitermachen.“ Bevor er den Blick ganz auf die nächsten Aufgaben richtete, schickte er auch noch gute Genesungswünsche an Kampfterrier Tobias Kouril, welcher mit einer Platzwunde am Kopf raus musste. Bei Großweikersdorf/Wiesendorf bleibt damit einiges aufzuarbeiten, doch nach dem Auftritt in Haitzendorf soll der Weg trotz der Niederlage weiter nach vorne führen.

2. Landesliga West: Haitzendorf/Grafenwörth : Großw.dorf/Wiesendorf - 3:1 (2:0)

  • 81
    Christoph Streit 3:1
  • 59
    Amadou Sanyang 2:1
  • 47
    Michael Wildpert 2:0
  • 12
    Michael Wildpert 1:0