In der 2. Landesliga West hat SV Absdorf am Freitag gegen SG Waidhofen/Ybbs nach 1:1 zur Pause noch 2:3 verloren. Die Gäste lagen früh vorne, gerieten kurz nach dem Seitenwechsel ins Hintertreffen und drehten die Partie in der Schlussphase doch noch. Trainer Niko Saric führte den Auswärtssieg vor allem auf die Mentalität seiner Mannschaft zurück, die nach dem 1:2 nicht auseinanderfiel.

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Vom Anpfiff weg bekam Saric genau die Anfangsphase zu sehen, die er sich vorgestellt hatte. Schon in der 10. Minute ging Waidhofen durch Florian Heigl in Führung. Der Trainer beschrieb die Entstehung sehr genau: „Unser 1:0 war ein kurz abgespielter Freistoß, bei dem die Laufwege perfekt gepasst haben.“ Für ihn war das kein Zufall, sondern die Folge einer starken ersten halben Stunde. „Die ersten 30 Minuten haben wir Fußball gespielt wie vom Feinsten. Wir haben den Ball zirkulieren lassen, so wie ich mir das vorstelle und so, wie wir das seit Wochen trainieren“, sagte Saric. Dass Absdorf in der 38. Minute durch Edin Bijeljinac zum 1:1 ausglich, führte er dann aber nicht auf einen grundsätzlichen Umschwung zurück, sondern auf einen eigenen Fehler. Saric sprach von einer Unachtsamkeit im Stellungsspiel und einem „unnötigen Elfmeter“, mit dem die Gastgeber wieder ins Spiel kamen. Dazu legte er Wert auf eine Einordnung, die über dieses Ergebnis hinausging: „Absdorf gehört in dieser Tabellenregion nicht hin, so wie sie gestern aufgetreten sind.“
Auch nach dem Seitenwechsel sah der Trainer seine Elf zunächst nicht schlecht im Spiel. „Wir sind aus der Kabine richtig gut rausgekommen“, sagte Saric, musste aber direkt den nächsten Rückschlag hinterherschicken. Nach einem Ballverlust konterte Absdorf, Bijeljinac traf in der 54. Minute zum 2:1 und schnürte damit seinen Doppelpack. Für Saric war auch dieses Gegentor zu vermeiden gewesen: „Dann haben wir unnötig das 2:1 kassiert.“ Waidhofen musste also noch einmal nachsetzen und bekam die Antwort über einen Wechsel. Ein Joker setzte sich nach Sarics Schilderung auf der linken Seite stark durch, ließ zwei Gegenspieler stehen und legte dann für Niklas Schweighuber auf, der in der 79. Minute das 2:2 erzielte. Damit war die Partie wieder offen, und in der Nachspielzeit kam es tatsächlich noch zur Wende. Nach einem Standard von Nikolaus Obermüller fiel das 3:2, in den offiziellen Daten wird Gabriel Handsteiner als Torschütze geführt. Saric nannte diesen späten Treffer „vielleicht ein bisschen glücklich, aber trotzdem verdient“.
Gerade weil das Spiel mehrfach kippte, war für Saric klar, warum dieser Auswärtssieg am Ende so hoch einzuschätzen ist. „Es war ein sehr intensives Spiel von beiden Mannschaften“, sagte der Waidhofen-Coach. Den Grund dafür sah er auch in der Qualität des Gegners. Absdorf sei nach der ersten halben Stunde besser in die Partie gekommen, weil Waidhofen seine Chancen nicht gut genug nutzte. „Dann haben wir ein bisschen den Faden verloren“, erklärte Saric. Gleichzeitig machte er deutlich, dass seine Mannschaft auch in der zweiten Halbzeit nie den Überblick verlor, obwohl der Gegner immer wieder gefährlich blieb. „Der Gegner war in den Umschaltmomenten immer brandgefährlich“, betonte er und verwies auf schnelle, quirlige Spieler in der Offensive sowie auf einen großen Stürmer vorne, der schwer zu verteidigen war. Trotzdem blieb Saric dabei, dass seine Mannschaft sich den Sieg verdient hatte. „Wir haben das heute nicht früher entschieden, aber wir haben es dann doch noch mit dem Lucky Punch für uns entschieden und auch verdient“, sagte er. Den Gastgebern stellte er dennoch ein gutes Zeugnis aus: Sie hätten „eine gute Spielphilosophie“ und würden „ihre Punkte noch machen“.
Im Schlusswort ging es Saric weniger um einzelne Tore als um die Haltung seiner Mannschaft in einer Partie, die nicht geradlinig verlief. „Großes Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat Mentalität gezeigt, sie hat Leidenschaft gezeigt“, sagte der Trainer. Genau darin sah er den Kern dieses Abends, denn nach dem 1:2 hätte das Spiel auch in eine andere Richtung kippen können. Stattdessen blieb Waidhofen dran und belohnte sich spät. „Wir haben gewusst, wir werden leiden, aber das Leiden hat sich gelohnt“, so Saric. Zum Schiedsrichter wollte er nichts sagen. „Ich kommentiere die Leistungen des Schiedsrichters nicht. Er macht seinen Job“, stellte er klar. Für Waidhofen bedeutet dieser 3:2-Erfolg nach sieben Runden 16 Punkte und damit den Verbleib in der Spitzengruppe. Absdorf bleibt zwar im Tabellenkeller, bekam vom gegnerischen Trainer nach dem Spiel aber ausdrücklich bescheinigt, deutlich stärker aufzutreten, als es die aktuelle Lage vermuten lässt.