Spielberichte

„Das Tor vor der Pause hat uns wehgetan“ – Melk bleibt trotz Steigerung ohne Punkte

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SC Melk
SV Würmla

In der 2. Landesliga West musste sich SC Rathauskeller Melk daheim SV Würmla mit 1:3 geschlagen geben. Für Melks Sportlichen Leiter Alfred Konrad war vor allem der Zeitpunkt der Gegentore ausschlaggebend. Besonders das 0:1 unmittelbar vor der Pause habe seiner Mannschaft zugesetzt, obwohl er gegenüber der Vorwoche eine klare Steigerung sah und nach dem Anschlusstreffer noch berechtigte Hoffnung auf einen Punkt hatte.

Fußballschuhe auf Ersatzbank, alle mit roten Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Der Bruch kam mit dem 0:1 kurz vor dem Seitenwechsel

Lange Zeit war es aus Melker Sicht eine Partie, mit der Konrad leben konnte. „Es war in der ersten Halbzeit okay für mich und sicher eine ausgeglichene Partie“, sagte der Sportliche Leiter nach dem 1:3. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass der Rückstand genau in jener Phase fiel, in der sich seine Mannschaft schon mit einem positiven Gefühl in die Pause retten wollte. Markus Schnopp traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 0:1, und genau dieses Tor nannte Konrad den entscheidenden Knackpunkt. „Du glaubst, bis zur Pause zumindest ein positives Erlebnis zu haben, und dann bekommst du kurz vorher den Rückstand“, sagte er. Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Niederlagen sei das ein Treffer gewesen, der auch im Kopf Wirkung gezeigt habe. Trotzdem kam Melk nach dem Seitenwechsel wieder aufs Feld und musste dann bereits in der 52. Minute den nächsten Rückschlag hinnehmen, als Schnopp auch das 0:2 erzielte.

Nach dem 0:2 kam die Reaktion, Teufner brachte Melk noch einmal heran

Dass die Gastgeber nach dem zweiten Gegentor nicht komplett auseinanderfielen, war für Konrad einer der wenigen, aber durchaus wichtigen positiven Punkte dieses Abends. „Das 0:2 haben wir grundsätzlich super weggesteckt“, meinte er, und genau daraus leitete er auch die Hoffnung für die nächsten Wochen ab. Melk blieb im Spiel, arbeitete sich wieder in die Partie und kam in der 67. Minute durch Tobias Teufner auf 1:2 heran. Damit war die Begegnung wieder offen, und Konrad sah in dieser Phase auch die Chance auf mehr. „Die zweite Halbzeit war okay, darauf kann man aufbauen“, sagte er. Vor allem nach dem Anschlusstreffer habe seine Mannschaft Möglichkeiten gehabt, um zumindest noch einen Punkt mitzunehmen. Eine der besten Szenen endete damit, dass ein Abschluss von Karim Sallam am Lattenkreuz vorbei strich. Für Konrad passte auch das ins aktuelle Bild: „Wenn du auf einem positiven Lauf bist, geht der ins Tor. So wie es momentan bei uns ist, geht er drüber.“

Würmla nutzte seine Möglichkeiten konsequent, Melk steckt in einer Negativspirale

In der Analyse wurde Konrad deutlich, ohne seine Mannschaft pauschal abzuwerten. Für ihn war weniger eine klar unterlegene Leistung ausschlaggebend als vielmehr die Tatsache, dass Melk derzeit für Fehler hart bestraft wird. „Mit jedem Fehler, den wir begehen, werden wir mit Toren bestraft“, sagte er. Das 0:1 schilderte er als Angriff über Würmlas rechte Seite, bei dem der Ball in die Mitte kam und Schnopp in die lange Ecke einschob. Das 0:2 fiel nach einer Standardsituation von der Seite per Kopf. Auch beim Gegner machte Konrad konkrete Punkte aus: Würmla habe vorne mit Markus Schnopp „einen sehr giftigen Stürmer“, den die Gäste immer wieder gut in Szene gesetzt hätten. Dazu sei die Mannschaft kompakt aufgetreten und habe hinten ordentlich gestanden. Trotzdem wollte er die Niederlage nicht als zwangsläufig darstellen. „Da muss man nicht unbedingt verlieren gegen diese Mannschaft“, sagte er. Gerade deshalb schmerzte, dass Schnopp in der Nachspielzeit mit seinem dritten Treffer auch noch den 1:3-Endstand herstellte, den Konrad als „nicht mehr entscheidend“ einordnete, weil Melk zu diesem Zeitpunkt schon alles nach vorne geworfen hatte.

Keine Ausreden, aber ein klarer Auftrag vor Hainfeld

Bemerkenswert war, dass Konrad trotz der neuerlichen Niederlage nicht nach Nebenschauplätzen suchte. Das Schiedsrichterteam bewertete er ausdrücklich positiv und stellte klar, dass Melk seine Situation nicht auf äußere Umstände schieben dürfe. „Wir brauchen uns nach sieben Runden nicht auf einen Schiedsrichter ausreden. Das wäre zu billig“, sagte er. Viel wichtiger sei nun, endlich wieder anzuschreiben und damit auch den Kopf freizubekommen. „Es ist wichtig für die Psyche, dass du wieder einmal einen Punkt holst oder einen Dreier machst.“ Gleichzeitig wollte er die Leistung nicht nur am Ergebnis messen. Nach dem 1:6 in der Vorwoche sprach Konrad von einer „deutlichen Steigerung“ und einer klaren Reaktion seiner Mannschaft. Auf diese zweite Halbzeit wolle man aufbauen, auch wenn die Ausgangslage beim nächsten Spiel schwierig bleibt. Mit Blick auf das Auswärtsspiel in Hainfeld formulierte er es in einfacher Unterhaus-Sprache: „Dort hängen die Trauben sehr hoch.“

2. Landesliga West: SC Melk : Würmla - 1:3 (0:1)

  • 95
    Markus Schnopp 1:3
  • 67
    Tobias Teufner 1:2
  • 52
    Markus Schnopp 0:2
  • 46
    Markus Schnopp 0:1