In der 2. Landesliga West lag der USV Lehner Oed/Zeillern gegen den SC Hainfeld zur Pause noch 1:0 vorne, ehe die Gäste das Spiel nach dem Seitenwechsel komplett drehten und am Ende klar mit 6:1 gewannen. Trainer Deni Luif sprach danach offen über seine zu defensive erste Halbzeit, lobte aber vor allem, wie seine Mannschaft nach der Pause „den Hebel umgelegt“ und Oed/Zeillern am Ende klar bezwungen hat.

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Die erste Hälfte war aus Hainfelder Sicht eine Phase, in der zwar vieles nach Kontrolle aussah, aber zu wenig Gefahr entstand. Luif sagte offen: „Ich muss mir selbst ankreiden, dass ich zu defensiv aufgestellt habe.“ Seine Mannschaft hatte nach seiner Einschätzung viel Ballbesitz, kam aber nur selten sauber bis ganz nach vorne durch. „Wir haben viel Ballbesitz gehabt, aber zu wenig effektive Kombinationen bis ins letzte Angriffsdrittel und zu wenig Spieler in der Box“, erklärte der Trainer. Oed/Zeillern stand defensiv kompakt, ließ wenig Räume zu und ging in der 20. Minute durch Niklas Spindler mit 1:0 in Führung. Für Luif war das Gegentor auch deshalb ärgerlich, weil es nach einer Szene fiel, in der seine Mannschaft am Sechzehner nicht aggressiv genug attackierte. So ging es mit einem Rückstand in die Pause, obwohl Hainfeld über weite Strecken den Ball hatte.
Nach der Pause änderte sich das Bild allerdings sofort. Hainfeld stellte offensiver um, ging mit mehr Tempo und mehr Tiefe in die Angriffe und belohnte sich bereits in der 47. Minute. Über Florian Daxböck und Marcel Varsanyi lief eine schnelle Kombination, am Ende traf Elvis Bozicevic zum 1:1. Dieser Ausgleich war der Start in eine zweite Halbzeit, in der die Gäste das Spiel plötzlich klar an sich rissen. Vier Minuten später folgte schon das 1:2 durch Eric Schnürer, der einen sauber ausgespielten Angriff abschloss. In der 56. Minute erhöhte Bozicevic nach einer Freistoßhereingabe per Kopf auf 1:3, und spätestens da war zu sehen, dass Hainfeld das Spiel nun kontrollierte. Beim 1:4 in der 70. Minute war Bozicevic erneut zur Stelle, nachdem Mario Gronister zuvor stark in Richtung Tor gegangen war. Nur vier Minuten später stellte Marcel Ladan nach einer präzisen Hereingabe von Schnürer per Kopf auf 1:5. Den Schlusspunkt setzte schließlich Gronister in der 87. Minute, nachdem Lukas Kellner den Ball aggressiv erobert hatte und Ladan im richtigen Moment querlegte.
Für Luif lag der Unterschied zwischen den beiden Halbzeiten klar auf der Hand. Was vor der Pause noch zu langsam und zu passiv war, funktionierte nach dem Wechsel plötzlich deutlich besser. „In der zweiten Halbzeit legt die Mannschaft den Hebel um und kann auf einmal ein, zwei Klassen stärker spielen“, sagte der Hainfelder Trainer. Besonders zufrieden war er damit, dass seine Mannschaft mit schnelleren Kombinationen, mehr Flügelspiel und Bällen hinter die letzte Linie zum Erfolg kam. „Wir haben das wirklich super auskombiniert am Schluss“, meinte Luif, der seiner Elf damit ein klares Kompliment aussprach. Gleichzeitig ordnete er auch den Gegner fair ein. Oed/Zeillern habe „defensiv kompakt“ gespielt und zunächst vieles zugestellt. Erst als Hainfeld schneller direkt spielte und mit zusätzlicher Präsenz vorne agierte, fiel die Partie endgültig auf die Seite der Gäste. Für Luif war deshalb auch klar: „Mit schnellerem Direktspiel und tieferen Läufen haben wir das Bollwerk geknackt.“
Neben der starken zweiten Halbzeit hob der Hainfeld-Coach nach dem Spiel noch zwei weitere Punkte hervor. Zum einen verteilte er ein deutliches Lob an den Unparteiischen. „Das war für mich die beste Schiedsrichterleistung in diesen sieben Spielen. Der Schiedsrichter war unglaublich gut, auch in der Kommunikation, und hatte das Spiel im Griff“, sagte Luif, der ausdrücklich betonte, dass es diesmal „überhaupt nichts zu meckern“ gegeben habe. Zum anderen bedankte er sich bei den mitgereisten Anhängern. „Auf die Fans ist immer Verlass“, meinte der Trainer und verwies bereits auf die nächste Aufgabe gegen Melk. Für diese Partie nahm er trotz des klaren 6:1 auch eine Warnung mit: „Wir müssen wirklich hundert Prozent konzentriert sein, weil man sich sonst das Gegentor selbst einschenkt.“ Der hohe Auswärtssieg gibt Hainfeld Rückenwind, Luif sieht aber vor allem einen Auftrag für die kommende Woche: die gute zweite Halbzeit konservieren und mit derselben Konsequenz ins nächste Spiel gehen.