In der 2. Landesliga West hat der SC Hainfeld das Derby bei der SG Annaberg/SC PREFA Lilienfeld mit 3:2 gewonnen und sich damit einen lang ersehnten Erfolg geholt. Trainer Deni Luif sah vor allem eine starke erste Halbzeit seiner Mannschaft, sprach nach dem Abpfiff aber auch klar an, warum es trotz 3:1-Führung noch einmal eng wurde: „Wir dürfen den zukünftigen Gegnern einfach keine Geschenke mehr machen.“

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Luif nahm die Partie über weite Strecken so wahr, wie er es auch deutlich formulierte: „Die ersten 45 Minuten waren wir klar spielerisch dominierend.“ Dass Lilienfeld diesmal mit einer Fünferkette und insgesamt sehr passiv auftrat, überraschte Hainfeld nach den Worten des Trainers durchaus. Gerade daraus zog der SC aber Kapital. Hainfeld lief den Gastgeber im Aufbau hoch an, war „nah und aggressiv“ und ließ den Ball in den eigenen Phasen sauber laufen. Der Lohn kam in der 22. Minute, als Marcel Ladan das 0:1 erzielte. Für Luif war die Pausenführung verdient, auch weil seine Mannschaft hinten kaum etwas zuließ: „Sie haben keine Torchance gehabt in der ersten Halbzeit.“ Gleichzeitig störte ihn, dass das 0:2 vor der Pause noch nicht fiel, obwohl die Möglichkeiten dafür da gewesen wären.
Nach dem Seitenwechsel schien zunächst vieles endgültig in Hainfelder Richtung zu laufen. Elvis Bozicevic erhöhte in der 60. Minute auf 0:2, und Luif meinte selbst, bis zu diesem Zeitpunkt sei „eigentlich alles in trockenen Tüchern“ gewesen. Dann aber kam genau jener Punkt, den der Hainfelder Trainer ansprach. Das 1:2 durch Piotr Pawlowski in der 67. Minute bezeichnete er als Geschenk, weil seine Mannschaft in dieser Phase nachlässiger wurde. Umso wichtiger war die Antwort nur wenig später: Marcel Ladan traf in der 72. Minute zum 1:3. Luif gefiel daran nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Art, wie seine Mannschaft zu den Treffern kam: „Alle drei Tore waren schön herausgespielt und super vollendet.“ Ganz ruhig wurde der Nachmittag trotzdem nicht mehr, denn Safet Bajrami verkürzte nach 85 Minuten noch auf 2:3.
In der Schlussphase musste Hainfeld den Vorsprung noch einmal verteidigen. Luif sagte offen, seine Mannschaft hätte „eigentlich auch den Sack zumachen können“, stattdessen blieb Lilienfeld im Spiel und bekam am Ende sogar noch einen Elfmeter. Nach einem Ball, bei dem sich die Hainfelder Defensive verschätzte, musste Tatul Sarikyan laut Luif das taktische Foul ziehen. Dass Alexander Toninger den Strafstoß parierte, war damit der letzte entscheidende Moment in einem Derby, das der Trainer als „rassig“ und zugleich als „fair geführt“ beschrieb. Damit bekam der Sieg zusätzliches Gewicht, weil Hainfeld diesen Platz laut Luif schon lange nicht mehr als Sieger verlassen hatte: „Seit 2009 haben wir das letzte Mal in Lilienfeld gewonnen.“ Der Trainer sprach deshalb nicht nur von einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit viel Laufarbeit und Zweikampfstärke, sondern hob auch den Rückhalt von außen hervor. „Man kann sich Woche für Woche auf die Fans verlassen“, sagte Luif vor dem Blick auf die nächste Aufgabe gegen Schrems. Nach neun Runden steht Hainfeld mit 17 Punkten auf Rang fünf.