Spielberichte

"Am Ende sind es zwei verpasste Punkte" – Großweikersdorf/Wiesendorf holt in Melk nur ein 2:2

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SC Melk
Großweikersdorf/Wiesendorf

In der 2. Landesliga West hat sich SC Rathauskeller Melk mit SG Großweikersdorf/Wiesendorf 2:2 getrennt. Für Gäste-Trainer Günther Svarc fühlt sich der Punkt nach zweimaligem Comeback trotzdem nicht ganz rund an. Seine Mannschaft lief in einem nervösen Spiel zweimal einem Rückstand nach, kam aber beide Male zurück und hatte laut Svarc am Ende sogar noch die Chance auf den Auswärtssieg.

Ball der auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Ein Spiel, dem man die Tabellensituation ansah

Dass dieses 2:2 kein gewöhnliches Remis war, machte Svarc schon in seiner ersten Einordnung klar. "Es war ein Abstiegskampf. Man hat gesehen, dass beide Mannschaften etwas verunsichert waren", sagte der Trainer der Gäste. Genau deshalb wog aus seiner Sicht umso schwerer, dass seine Mannschaft es nicht schaffte, selbst in Führung zu gehen. "Wir haben verabsäumt, in Führung zu gehen. Sonst hätten wir das Spiel in unsere Bahnen lenken können", meinte Svarc. Stattdessen geriet Großweikersdorf/Wiesendorf in der 28. Minute durch Alvi Bazaliev mit 0:1 in Rückstand. Der Treffer fiel nach einem Konter, wie der Trainer schilderte. Die Antwort der Gäste ließ aber nicht lange auf sich warten. Randy Chiemezie stellte in der 36. Minute auf 1:1, und Svarc sprach von einem gut herausgespielten Treffer über die Seite, mit dem seine Mannschaft wieder zurück in die Partie fand.

Der Wiederbeginn tat weh, die Antwort kam erneut

Mit dem 1:1 zur Pause war für die Gäste eigentlich wieder alles offen, doch direkt nach dem Seitenwechsel kassierten sie den nächsten Rückschlag. Tobias Teufner traf in der 46. Minute zum 2:1 für Melk, und gerade dieser frühe Gegentreffer nach Wiederbeginn ärgerte Svarc besonders. "Gleich nach der Auflage hat meine Defensive noch geschlafen", sagte er. Damit musste seine Mannschaft schon zum zweiten Mal einem Rückstand nachlaufen. Der Trainer brachte es klar auf den Punkt: "Wir haben zweimal einen blöden Fehler in der Defensive gemacht." Dass seine Elf trotzdem nicht auseinanderfiel, war die positive Seite des Abends. Großweikersdorf/Wiesendorf blieb dran, suchte weiter den Weg nach vorne und kam in der 67. Minute erneut zurück. Wieder war es Chiemezie, der zum 2:2 traf, und wieder entstand das Tor laut Svarc über die Seite gut herausgespielt. Damit hatte der Ausgleich nicht nur den Spielstand repariert, sondern auch gezeigt, dass die Gäste in ihren offensiven Phasen sehr wohl Lösungen fanden.

Moral da, aber nicht alles, was so ein Spiel verlangt

Gerade diese Reaktion war jener Punkt, den Svarc seiner Mannschaft trotz des verpassten Sieges hoch anrechnete. "Was gut funktioniert hat, war die Moral", sagte der Trainer. Seine Elf habe nie aufgegeben und von der ersten bis zur letzten Minute versucht, Druck zu machen, um das Spiel noch zu entscheiden und die drei Punkte mitzunehmen. Gleichzeitig sprach er aber auch offen an, warum es am Ende nicht reichte. "Das letzte Quäntchen Glück hat gefehlt, beziehungsweise noch mehr die Bereitschaft, auch die Drecksarbeit zu machen", sagte Svarc. Dazu kam, dass Melk die Gäste mit seiner Spielweise vor Aufgaben stellte, die nicht leicht zu lösen waren. "Der Gegner hatte einige Ausfälle. Dadurch hat er sehr defensiv agiert, was das Spiel für uns ziemlich schwer gemacht hat", erklärte der Trainer. Aus seiner Sicht habe Melk das ordentlich gelöst und aus seinen Möglichkeiten das Beste gemacht. Weil Großweikersdorf/Wiesendorf viel investieren und hoch agieren musste, wurden die Räume nach hinten naturgemäß größer, und genau dort bekam seine Mannschaft immer wieder Probleme.

Ein Punkt mit Wert und trotzdem bleibt Gefühl von zwei verlorenen Zählern

Darum blieb unter dem Strich ein Abend, mit dem Großweikersdorf/Wiesendorf zwar leben muss, der aber kaum für echte Zufriedenheit sorgt. Svarc sprach offen davon, dass es "am Ende zwei verpasste Punkte" seien. Nach dem zweiten Ausgleich drängten die Gäste weiter auf den Sieg und hatten laut ihrem Trainer sogar noch Pech mit einem Stangenschuss, mit dem die Partie noch auf ihre Seite hätte kippen können. Ganz kleinreden wollte er das Remis aber trotzdem nicht. "Einen Punkt in Melk zu holen, ist nie einfach", sagte Svarc. Diskussionen über den Unparteiischen gab es aus seiner Sicht keine, er sprach von einem neutral geführten Spiel ohne fragwürdige Entscheidungen. Im Tabellenkeller zählt damit zwar jeder Zähler, doch bei den Gästen blieb nach diesem 2:2 vor allem das Gefühl hängen, dass an diesem Abend deutlich mehr drin gewesen wäre.

2. Landesliga West: SC Melk : Großweikersdorf/Wiesendorf - 2:2 (1:1)

  • 67
    Randy Chiemezie 2:2
  • 46
    Tobias Teufner 2:1
  • 36
    Randy Chiemezie 1:1
  • 28
    Alvi Bazaliev 1:0