In der 2. Landesliga West hat die SG Waidhofen/Ybbs am Freitag gegen den SV Würmla nach einer wilden Partie noch ein 4:4 geholt. Nach einem 1:4 nach gut einer halben Stunde und einem 2:4 zur Pause arbeitete sich die Heimelf stark zurück. Trainer Niko Saric sprach von „gemischten Gefühlen“: Die ersten 30 Minuten gefielen ihm gar nicht, die zweite Hälfte dafür umso mehr.

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Der Abend begann für Waidhofen denkbar schlecht. Würmla nutzte laut Saric gleich die erste Möglichkeit, und Markus Schnopp stellte schon in der 6. Minute auf 0:1. Die Antwort kam zwar rasch, weil Gabriel Hinterberger nur fünf Minuten später zum 1:1 ausglich, doch Sicherheit brachte dieser Treffer nicht. Im Gegenteil: Ein Eigentor von Gabriel Handsteiner zum 1:2 in der 23. Minute, das 1:3 durch Fabian Schreier vier Minuten später und Schnopps zweiter Treffer zum 1:4 in der 31. Minute ließen die Partie deutlich in Richtung der Gäste kippen. Genau diese Phase meinte Saric, als er sagte: „Wenn man nicht gleich da ist, ist man schnell einmal 1:4 hinten.“ Wichtig für die Gastgeber war nur, dass Gabriel Hinterberger in der 34. Minute noch vor der Pause auf 2:4 verkürzte.
Nach dem Seitenwechsel sah Saric dann eine Mannschaft, die vieles von dem zeigte, was ihm davor gefehlt hatte. „In der zweiten Halbzeit waren wir sehr, sehr gut. Wir haben den Ball schneller zirkulieren lassen, gepflegten Fußball gespielt, schnellen Fußball gespielt, immer wieder die Tiefe gesucht und gute Umschaltmomente gehabt“, sagte er. Die SG arbeitete sich damit Schritt für Schritt zurück und drängte Würmla immer mehr in die Defensive. Zunächst blieb der nächste Treffer noch aus, dazu ließen die Gastgeber auch einen Elfmeter liegen. Trotzdem blieb Waidhofen dran, ehe Niklas Schweighuber in der 77. Minute auf 3:4 stellte und in der 88. Minute tatsächlich noch das 4:4 nachlegte.
Gerade deshalb fiel die Einordnung von Saric zweigeteilt aus. „Mit gemischten Gefühlen“, sagte der Trainer auf die Frage, wie er diese acht Tore erlebt habe. Einerseits störte ihn, dass seine Mannschaft in der ersten halben Stunde vieles vermissen ließ, „was uns stark gemacht hat“. Andererseits hob er die Reaktion nach dem klaren Rückstand deutlich hervor. „Wenn ich 4:1 hinten bin, zurückkomme und zumindest einen Punkt hole, ist das Moral“, sagte Saric. Gleichzeitig sprach er von einer Lehre, die seine Mannschaft mitnehmen müsse. „Der Fußball zeigt uns, dass das Spiel 90 plus dauert, aber das Spiel fängt mit der ersten Minute an.“ Waidhofen müsse da „als Mannschaft cleverer agieren“, weil genau diese Anfangsphase diesmal zu viel gekostet habe.
Auch den Gegner ordnete der Waidhofen-Coach klar ein. Würmla sei „sehr, sehr effektiv“ gewesen und habe vorne „unglaubliche Qualität“ gezeigt. Genau darin lag für ihn ein wesentlicher Grund, warum aus dem frühen 1:1 zunächst ein klarer Rückstand wurde. Gleichzeitig hielt sich Saric bei Nebenthemen bewusst zurück. „Ich diskutiere nicht über den Schiedsrichter. Er macht seinen Job, wir machen unseren Job und heute ist es 4:4 ausgegangen“, sagte er. Für Waidhofen bleibt damit nach 14 Runden immerhin Rang zwei in der Tabelle, Würmla nimmt als Sechster einen Punkt mit. Der Abend lieferte also keine einfache Botschaft, aber eine klare: Waidhofen hat große Moral bewiesen, darf sich die schwachen ersten 30 Minuten in dieser Deutlichkeit aber nicht noch einmal leisten.