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UFC Michelstetten, Trainer Osman Bajguric: "Kreuzstetten hat uns von Anfang an die Schneid abgekauft"

FC Kreuzstetten
UFC Michelstetten

Nach dem Auswärtsspiel von UFC Michelstetten bei FC Kreuzstetten in der Bezirksklasse Weinviertel zeichnete Trainer Osman Bajguric ein klares Stimmungsbild: Kreuzstetten dominierte auf dem kleinen Platz lange über Zweikämpfe und hatte mehr Ballbesitz, sein Team fand erst spät ins Spiel. Am Ende drehte Michelstetten die Partie über Standards. Bajguric hielt beide Strafstöße für vertretbar und hob seinen Torhüter mit einer starken Leistung hervor – mit Blick nach vorne bereits auf das Heimspiel gegen Gnadendorf.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Körperlichkeit und Platzverhältnisse geben den Ton an

Die Analyse von Osman Bajguric fiel deutlich aus. "Es war ein ziemlich hartes Spiel von beiden Seiten, wobei die harte Spielweise Kreuzstetten zugunsten kommt." Er hob den Einfluss des engen Rasens hervor und verortete das Kräfteverhältnis klar bei den Hausherren: "Ballbesitz würde ich sagen sogar sechzig zu vierzig für Kreuzstetten." Dazu passte seine zentrale Diagnose: "Kreuzstetten hat uns von Anfang an die Schneid abgekauft mit ihren Zweikämpfen." Über weite Strecken der Partie, so Bajguric, habe sein Team kaum Zugriff gefunden, ehe es in der Schlussphase zupackte. Den Grundstein dafür legte der starke Schlussmann: In der ersten Halbzeit sah er "zwei, drei Chancen allein gegen den Tormann, die er aber grandios gehalten hat". Später hätten die Gastgeber "auch zwei Hunderter gehabt, die was sie machen müssen und wenn sie die Tore schießen, dann gehen sie auch als Sieger vom Platz."

Wende über Standards: Ausgleich nach Einwurf, Entscheidung vom Punkt

Der Nachmittag kippte, als Michelstetten Standardsituationen auf seine Seite zog. Zunächst lag Michelstetten zurück: In Minute 37 verwandelte Philipp Gröger einen Elfmeter zum 0:1 aus Sicht der Gäste. Der Ausgleich entsprang dann keiner ausgespielten Großchance, wie Bajguric betonte: "Das eins zu eins von uns war durch ein Out, also nicht mal eine klare Torchance." Der weite Einwurf wurde am ersten Pfosten weiter verlängert, am zweiten stand Michael Frühwirth frei und köpfte in der 76. Minute zum 1:1 ein. Zum Schluss folgte die Draufgabe vom Punkt: In der 90. Minute traf Lukas Prukl per Strafstoß zum 2:1. Bajguric ordnete die beiden heiklen Szenen so ein: "Beide Elfmeter waren für mich, na ja, kann man beide geben. Wenn er den einen gibt, muss er den anderen auch geben." Auch die ruhenden Bälle der Gastgeber beschäftigten Michelstetten: Ein indirekter Freistoß aus fünf Metern nach Rückpass wirkte gefährlich, blieb aber folgenlos, weil er aus Sicht des Gastes schlecht zu Ende gespielt wurde. Vor dem entscheidenden 2:1 sah Bajguric zudem eine eigene glasklare Möglichkeit, insgesamt sei sein Team jedoch "ziemlich harmlos im gegnerischen Sechzehner" geblieben – mit der Ausnahme der effizienten Standards.

Selbstbewusster Blick nach vorn

Die Mischung aus Ehrlichkeit und Zuversicht prägte auch den Ausblick. "Wir spielen zu Hause gegen Knabendorf." Der Trainer erwartet andere Rahmenbedingungen: "Wieder ein größerer Platz, besserer Rasen, wo man sicherlich spielerische Lösungen wieder finden wird." Personell ist nicht alles ideal, doch Bajguric relativierte: "Der ein oder andere Spieler fehlt arbeitsbedingt, aber das sollte kein Problem sein." Entsprechend klar ist die Zielsetzung: "Natürlich wollen wir gewinnen zu Hause. Ein paar Siege brauchen wir ja noch, damit wir das große Ziel erreichen."

Mit dem Rückenwind der späten Wende und der herausragenden Keeper-Leistung in Kreuzstetten will Michelstetten den Schwung mitnehmen – auch weil die Mannschaft laut ihrem Coach gezeigt hat, dass sie ein intensives, zweikampfbetontes Spiel aushalten und in der entscheidenden Phase für sich entscheiden kann.

Bezirksklasse Weinviertel: Kreuzstetten : Michelstetten - 1:2 (1:0)

  • 93
    Lukas Prukl 1:2
  • 76
    Michael Frühwirth 1:1
  • 37
    Philipp Gröger 1:0