In der Gebietsliga Nord/Nordwest setzte sich der SC Leopoldsdorf/Mfd. mit 2:1 (1:0) gegen Mannsdorf-Großenzersdorf II durch. Der Tabellenzweite legte früh vor, kontrollierte lange das Geschehen und ließ erst in der Nachspielzeit den Anschluss zu. Gästecoach Harald Feichtinger fand klare Worte: „Prinzipiell geht der Sieg von Leopoldsdorf in Ordnung. Sie waren griffiger, bissiger, schneller und besser im Zweikampf.“ Sein Team verschlief die Anfangsphase, kam dann zu Chancen, blieb aber ohne Ertrag – und ärgerte sich am Ende über verpasste Möglichkeiten und zwei strittige Szenen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Partie brauchte kaum Anlauf: Nach sieben Minuten lag Leopoldsdorf vorn, Masieh Kukcha stellte auf 1:0. Aus Sicht von Harald Feichtinger fiel der Auftakt denkbar unglücklich: „Das erste Gegentor fiel direkt nach einem Corner, der gleich verwandelt wurde.“ Genau in dieser Startphase sah der Trainer den Schlüssel zum Spiel: „In den ersten 20 Minuten hat Leopoldsdorf klar gezeigt, dass sie Platz zwei sind und den auch behaupten wollen. Da waren wir nicht mutig genug.“ Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel und nahmen die 1:0-Führung mit in die Pause, während Mannsdorf-Großenzersdorf II lange brauchte, um offensiv Tritt zu fassen und Struktur in die Vorstöße zu bekommen.
Im Rückblick blieb Feichtinger bei seiner Linie: „Es ist der Mut und der Wille. Es ist die Überzeugung, dass wir hier gewinnen und wirklich Tore schießen wollen. Das hat heute gefehlt.“ Dabei waren Momente da, um das Spiel zu öffnen: „Wir hatten drei Möglichkeiten, sind wirklich Richtung Tor gelaufen, aber wir haben den Abschluss nicht gesucht. Da waren wir zu ungefährlich.“ Den Hausherren zollte er ausdrücklich Respekt: „Schaut man auf ihren Kader, ist die Qualität unbestritten. Sie setzen das auch um: guter Fußball, starkes Positionsspiel, viel Bewegung ohne Ball.“ Auch der Blick auf die Tabelle passt dazu: Leopoldsdorf festigte Rang zwei, während seine Elf als Vierter wertvolle Zähler liegen ließ.
Nach der Pause blieb es schwer für die Gäste. Fünf Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Mario Juric auf 2:0, und Leopoldsdorf ließ hinten weiter wenig zu. Mannsdorf-Großenzersdorf II arbeitete, gab nicht auf und wurde erst ganz spät belohnt: In der 90.+2 traf Kristian Babic zum 2:1, doch mehr war nicht drin. „Wir haben bis zum Schluss nicht aufgegeben. Das Anschlusstor ist leider sehr spät gefallen, da war das Spiel eigentlich schon aus“, sagte Feichtinger und blickte nach vorn: „Ich weiß, was möglich ist. Wir werden es nächste Woche besser machen.“ Zur Leitung meinte er: „Insgesamt war der Schiedsrichter in Ordnung. In der ersten Hälfte hätte es für uns Elfmeter geben müssen. Und in der 90. Minute gab’s ein schweres Foul, da wurde nur Gelb gezeigt. Aus meiner Sicht war das rot würdig, und mein Spieler ist verletzt.“
Am Ende blieb die Erkenntnis eines verdienten Heimsiegs – und die Aufgabe für Mannsdorf-Großenzersdorf II, den späten Schwung in die kommende Runde mitzunehmen.