In der Gebietsliga Nord/Nordwest erwischte der SK Wullersdorf gegen den SC Prottes einen starken Abend und gewann klar mit 5:1. Nach ausgeglichener erster Hälfte zog die Heimelf nach der Pause davon und entschied die Partie binnen einer guten halben Stunde. Prottes-Trainer Aljoscha Kroboth sprach danach offen von einer verdienten Niederlage und fand deutliche Worte zur eigenen Leistung. Für Wullersdorf trafen Raphael Daubeck, Ali Diyar Alaca doppelt, Mohammad Reza Habibi und Julian Rohrer; für Prottes war Michael Drozd erfolgreich.

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Zunächst setzten beide Seiten je einmal ein Zeichen: In Minute 30 brachte Raphael Daubeck die Gastgeber mit 1:0 in Front, nur zwei Minuten später stellte Michael Drozd für Prottes auf 1:1. Mit diesem offenen Zwischenstand ging es in die Kabinen. Nach dem Wechsel zog Wullersdorf die Schrauben an und nutzte die erste Druckphase konsequent. Ali Diyar Alaca traf in der 51. Minute zum 2:1 und legte nur fünf Minuten darauf mit dem 3:1 nach – ein Doppelschlag, der dem Spiel die Richtung gab. Prottes bekam das Geschehen nicht mehr eingefangen, Wullersdorf blieb am Drücker: Mohammad Reza Habibi erhöhte in der 70. Minute auf 4:1, ehe Julian Rohrer in der 76. Minute den 5:1-Endstand fixierte. Die Heimischen nutzten ihre Chancen eiskalt, während die Gäste auf eine Antwort vergeblich warteten.
Aljoscha Kroboth suchte nach dem Schlusspfiff keine Ausreden, sondern wurde deutlich. „Es war eine verdiente Niederlage, wir waren von Anpfiff bis Abpfiff grottenschlecht“, hielt der Prottes-Coach fest. Seine Erklärung blieb klar und unverblümt: „Es war ein Spiel, in dem wir keinen einzigen Zweikampf geführt haben. Mit einem einzigen richtigen Abschluss über neunzig Minuten ist es einfach viel zu wenig.“ Kroboth sprach nicht von einem Ausrutscher in einer Szene, sondern von einem umfassenden Problem: „Die gesamte Leistung war schlecht, der Großteil der Mannschaft war unter ihrem Niveau.“ Damit zeichnete er ein Bild eines Abends, an dem die Basics fehlten: Laufbereitschaft, Zweikampfhärte und Präsenz im letzten Drittel. Dass seine Mannschaft zuletzt oft überzeugt hatte, blendete er nicht aus, relativierte aber: „Wir waren die letzten Wochen sehr gut und es war klar, dass irgendwann der Moment kommt, wo es wieder schwieriger läuft. Aber so ein Versagen müssen wir besprechen.“
Während Prottes haderte, sprach Kroboth dem Gegner fair Anerkennung aus: „Der Gegner war willig und wollte die Partie gewinnen. Wullersdorf war lauffreudiger, zwei kampfstärker – und das hat heute gegen uns gereicht.“ Auch den Rahmenbedingungen stellte er ein gutes Zeugnis aus: „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut. Es war aber auch kein schwieriges Spiel.“
In der Tabelle liegt Prottes nach 20 Runden mit 27 Punkten auf Platz sieben, Wullersdorf hält bei 23 Zählern auf Rang zehn. Für Kroboth ist die Marschrichtung klar: die Lehren aus diesem Abend ziehen, die einfachen Dinge wieder zuverlässig abrufen und zu jener Stabilität der vergangenen Wochen zurückfinden. „Dass es einmal schwieriger wird, ist in Ordnung“, sagte er, „aber wir müssen es jetzt sauber aufarbeiten und geschlossen antworten.“