In der Gebietsliga Nord/Nordwest trennten sich der SC Laa/Thaya und der ATSV Sparta Deutsch-Wagram mit 2:2. In der Wärme merkte man beiden Teams den Aufwand an. Laa legte zweimal vor, Deutsch‑Wagram glich jeweils aus und war nach der Pause klar am Drücker. Trainer Christopher Petermann sah eine gute Reaktion in der Hälfte zwei seiner Mannschaft, sprach aber auch von verpassten Chancen auf den Sieg – und einer Partie, in der aus seiner Sicht einige Entscheidungen in heiklen Momenten gegen sein Team liefen.

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Der Beginn war zäh, beide tasteten sich bei hohen Temperaturen hinein, ehe Laa in Minute 30 zuschlug: Patrick Piswanger netzte zum 1:0. Aus Deutsch‑Wagramer Sicht war diesem Treffer jedoch eine klare Szene vorausgegangen. Petermann ärgerte sich: „Beim 1:0 wurde unser Verteidiger Philipp Kuntel vom Stürmer umgerissen, das Foul wurde aber nicht gegeben. Das hat Laa in die Karten gespielt.“ Seine Elf blieb dennoch dran, suchte einfache Lösungen und fand rechtzeitig die Antwort. In Minute 44 stellte Sascha Mark nach einem gut vorgetragenen Angriff auf 1:1 – mit diesem Spielstand ging es in die Kabinen, womit die Gäste im Spiel geblieben waren.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es intensiv. Rund eine Stunde war gespielt, da gingen die Hausherren wieder in Front: David Tötzl traf zum 2:1 (59.). „Das war aus einem Freistoß eine ihrer wenigen Chancen“, schilderte Petermann. Seine Mannschaft schüttelte sich kurz – und kam über einen eigenen Standard zurück. In Minute 72 fiel der verdiente Ausgleich: Nach einem Eckball drückte Benjamin Sulimani den Ball zum 2:2 über die Linie. Fortan kontrollierte Deutsch‑Wagram weite Strecken, schob Laa phasenweise tief hinten rein. „Zweite Halbzeit hatten wir das Spiel komplett unter Kontrolle und Laa richtig eingeigelt. Es ist uns aber leider nicht gelungen, den entscheidenden Treffer zum Sieg zu erzielen“, so Petermann über die Schlussphase.
In seiner Analyse blieb der Trainer selbstkritisch. „Meine Mannschaft hat den Plan in der ersten Halbzeit leider nicht so umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt haben. Die zweite Halbzeit war dagegen richtig gut“, sagte Petermann. Was gefehlt habe, brachte er klar auf den Punkt: „Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit zu wenig aggressiv waren und zu passiv agiert haben.“ Er verwies auch auf die Folgen vieler Verwarnungen für seine Abwehrreihe: „Wir haben sehr, sehr viele Gelbe Karten kassiert und konnten dadurch nicht mehr so gut gegen den Ball arbeiten.“ Und zur Leitung meinte er: „Bei vielen kleinen Entscheidungen hatten wir leider kein Glück – das gehört aber zum Spiel dazu. Wir wollen keine Ausreden suchen, das müssen wir mitnehmen und daraus lernen.“
Für den Gegner fand Petermann respektvolle Worte. „Laa hat mit Alan Orman seit dieser Woche einen neuen Trainer, den ich gut kenne. Er hat sie gut eingestellt. Sie waren sehr giftig, haben gut verteidigt und mit Kirschner vorn einen sehr guten Mann, der uns Probleme bereitet hat“, sagte der Coach und ergänzte: „Sie haben aus ihren Möglichkeiten das Maximum herausgeholt und sich den Punkt wahrscheinlich verdient.“
In der Tabelle hält Deutsch‑Wagram bei 25 Zählern auf Rang acht, Laa/Thaya bei 16 Punkten als 13. Für Petermann bleibt nach diesem 2:2 eine klare Aufgabe: vom Start weg aktiver auftreten. „Das nehmen wir mit und lernen daraus“, so sein Schlusswort nach einem intensiven Remis, in dem seine Elf lange am Sieg roch.