In der Gebietsliga Nord/Nordwest musste sich SC Leopoldsdorf/Mfd. am Samstagnachmittag gegen USVG Großrußbach mit einem 0:0 begnügen. Trainer Stephan Kasmader sah seine Mannschaft zwar über weite Strecken am Ball und spielbestimmend, am Ende blieb aber vor allem eines hängen: viel Kontrolle, zu wenig Gefahr. „Wir sind an uns selbst gescheitert“, sagte der Leopoldsdorf-Coach nach einem Remis, das er trotz seines Ärgers als gerecht einstufte.

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Der Spielverlauf war aus Sicht der Gastgeber schnell erzählt, aber gerade deshalb auch so unerquicklich. Leopoldsdorf hatte laut Kasmader „über die neunzig Minuten“ mehr vom Spiel und kam phasenweise auf „gefühlt 70, 80 Prozent Ballbesitz“. Bis zur Pause stand es dennoch 0:0, und genau dieses Zwischenresultat passte laut dem Trainer bereits ins Bild der Partie. Seine Mannschaft brachte den Ball zwar sauber in die ersten beiden Zonen, doch je näher es Richtung Strafraum ging, desto weniger klar wurden die Aktionen. Kasmader formulierte das deutlich: „Bis ins letzte Drittel haben wir gut Fußball gespielt, aber im letzten Drittel fehlen uns einfach die Ideen.“ So entstand ein Spiel, in dem Leopoldsdorf viel kontrollierte, sich für diese Überlegenheit aber nicht belohnte.
Dass am Ende trotzdem zumindest ein Sieg möglich gewesen wäre, machte Kasmader an einer Szene fest, die für ihn die größte Gelegenheit des Nachmittags war. Viel mehr Torchancen habe es insgesamt nicht gegeben, betonte der Trainer, gerade deshalb wog diese Aktion umso schwerer. „Wir hatten eine hochkarätige Chance, die wir kläglich vergeben haben“, sagte er, und schilderte die Situation genauer: „Wir haben unseren Stürmer freigespielt, der alleine auf den Tormann gelaufen ist, aus seitlicher Position, und hat den Ball dann im Eins-gegen-Eins über das Tor geschossen.“ Mehr konkrete Torgefahr sprang für Leopoldsdorf laut Kasmader nicht heraus. Deshalb ordnete er das Ergebnis trotz der spielerischen Überlegenheit auch nüchtern ein: „Aufgrund der wenigen Chancen, so ehrlich muss man sein, geht das Unentschieden in Ordnung.“
Besonders ärgerlich war für den Trainer, dass seine Mannschaft aus seiner Sicht nicht das auf den Platz brachte, was vor dem Spiel besprochen worden war. „Wir hatten einen Matchplan, den die Spieler nicht umgesetzt haben. Das ärgert mich immens“, sagte Kasmader ohne Ausflüchte. Leopoldsdorf hätte laut Vorgabe über die Flügel durchbrechen und dann in die Box kommen sollen, suchte stattdessen aber zu oft den Weg durch die Mitte. Genau dort wartete ein Gegner, den Kasmader als „gut und kompakt“ beschrieb. Großrußbach habe seinen Fokus auf das Spiel gegen den Ball und auf Umschalten gelegt und habe „nicht viel machen brauchen gegen uns“, weil Leopoldsdorf vieles zu langsam und zu eng anlegte. „Wir wollten vieles zentral durchspielen, wo der Gegner sehr kompakt und gut gestanden ist“, sagte der Coach. Damit machte es der Gastgeber den Gästen nach seiner Einschätzung letztlich zu leicht.
Kasmader verwies nach dem Schlusspfiff auch auf personelle Ausfälle, wollte das Remis aber ausdrücklich nicht darauf reduzieren. „Sicherlich gefehlt haben uns Mario Juric, Richard Strauss, Daniel Schöpf und Ljubisa Ruzicic“, erklärte er. Drei davon ordnete er dem Offensivbereich zu, entsprechend habe sich das bei der Chancenkreierung bemerkbar gemacht. Trotzdem schob der Leopoldsdorf-Trainer gleich nach: „Das ist aber keine Ausrede.“ Viel schwerer wog für ihn, dass seine Mannschaft in einem wichtigen Moment nicht den letzten Schritt machte. „Wir hätten die Möglichkeit gehabt, auf Platz eins zu kommen und haben das einfach ungenutzt gelassen“, sagte Kasmader. Genau deshalb blieb nach dem 0:0 weniger die Frage nach dem Gegner hängen, sondern die Selbstkritik. „Wir sind an uns selbst gescheitert, an unserer Einstellung, an unserer Leidenschaft“, meinte der Coach und ergänzte, was er sich in solchen Phasen erwartet hätte: „Wir geben noch die paar Prozent dazu, damit wir dieses Tor erzwingen.“ Dass das nicht gelang, machte diesen Punkt für Leopoldsdorf zu einem, der sich deutlich eher nach verpasster Chance als nach gewonnenem Zähler anfühlte.