In der Gebietsliga Nord/Nordwest feierte der SV Großebersdorf am Sonntag gegen den SC Sparkasse Poysdorf einen 2:0-Heimsieg. Aus Sicht von Poysdorf-Trainer Bernd Zinser lag die Niederlage nicht nur an zwei Gegentoren nach ruhenden Bällen, sondern vor allem an einer schwachen ersten Hälfte. "Großebersdorf wollte es in der ersten Halbzeit mehr", sagte er nach dem Schlusspfiff und brachte damit den Kern der Partie auf den Punkt.

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Poysdorf startete nach Zinsers Eindruck eigentlich ordentlich in die Partie. Schon nach fünf Minuten bot sich den Gästen die große Möglichkeit auf die Führung, nachdem sie einen Ballgewinn gut ausnutzten und Sebastian Berger frei gespielt wurde. "Da musst du in so einem Match in Führung gehen", sagte der Trainer, weil Berger im Eins-gegen-eins am Tormann scheiterte. Auf der anderen Seite meldete sich Großebersdorf wenig später ebenfalls an, als Thomas Hackl in der zehnten Minute zu einem guten Abschluss kam, den Poysdorfs Schlussmann stark entschärfte. Danach sah Zinser sein Team aber immer weiter den Zugriff verlieren. "Dann war es von uns eigentlich eine der schwächsten Partien heuer", meinte er deutlich. Vor allem vor der Pause seien die Gastgeber aggressiver, entschlossener und insgesamt besser gewesen. Dass Dejan Slamarski in der 34. Minute das 1:0 für Großebersdorf erzielte und die Heimischen mit einer Führung in die Pause gingen, passte für Zinser deshalb ins Bild.
Den entscheidenden Unterschied machte für den Poysdorf-Coach die Arbeit bei ruhenden Bällen aus. "Standards entscheiden solche Spiele", sagte Zinser, gerade dann, wenn offene Chancen über weite Strecken Mangelware bleiben. Das 1:0 fiel seiner Schilderung nach im Anschluss an einen Eckball, das 2:0 in der 70. Minute erzielte Fabian Riedl dann direkt per Freistoß aus rund zwanzig Metern. Zinser nannte neben der fehlenden Konsequenz auch grundsätzliche Themen wie "Einstellung, Leidenschaft und Cleverness" als Gründe dafür, warum seine Mannschaft an diesem Nachmittag nicht auf ihr Niveau kam. Kurz vor der Pause gab es aus seiner Sicht noch eine Szene, die für zusätzlichen Ärger sorgte. Nach einem Eckball und einem abgewehrten Weitschuss schob ein Poysdorfer Stürmer den Ball ins Tor, zunächst wurde der Treffer gegeben, nach Rücksprache aber wegen Abseits aberkannt. Zinser hielt sich mit einer generellen Bewertung der Spielleitung zwar zurück, sagte aber auch klar: "An diesem Tag war die Schiedsrichterleistung nicht gut."
Dass Poysdorf nach dem Seitenwechsel etwas zulegte, wollte Zinser gar nicht bestreiten. "Die zweite Halbzeit war besser, aber nicht dort, wo wir hinwollen", sagte er und machte damit deutlich, dass für ihn auch die Steigerung nach der Pause zu wenig war. Ein echtes Lob verteilte der Trainer nur an jene Spieler, die von der Bank kamen. "Die Einwechselspieler haben alles dafür gegeben, dass wir die Partie vielleicht noch drehen können", meinte er. Viel mehr Positives wollte er aus dem Auftritt aber nicht mitnehmen. "Ich kann nichts Positives aus dieser Leistung hervorheben", sagte Zinser ungewöhnlich scharf. Auch über den Gegner sprach er schlicht und ohne Umschweife: "Sie waren besser als wir." Damit ist die Niederlage für Poysdorf in der sechsten Runde der nächste Hinweis darauf, dass man in solchen Partien näher an den eigenen Anspruch herankommen muss, während Großebersdorf mit dem 2:0 und den Treffern von Slamarski und Riedl einen verdienten Heimsieg feierte.