In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat der SC Neusiedl/Zaya dem SC Kreuttal am Freitagabend ein wildes 3:4 geliefert. Die Gäste lagen mehrmals vorne, brachten sich trotz klarer Vorteile in der Schlussphase aber noch einmal selbst unter Druck. Trainer Mario Dolejschek sprach trotzdem von einer starken Leistung seiner Mannschaft und machte vor allem das späte Versäumnis, den Deckel draufzumachen, zum großen Thema.

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Der Beginn gehörte nach Einschätzung von Mario Dolejschek zunächst klar den Gastgebern. „Neusiedl hat die ersten 15 Minuten mehr vom Spiel gehabt. Wir haben uns da wirklich schwergetan, ins Spiel zu finden“, sagte der Kreuttal-Coach. Gerade deshalb war er mit der Reaktion seiner Mannschaft danach umso zufriedener. Kreuttal arbeitete sich in die Partie, ließ laut Dolejschek weiterhin wenig zu und wurde im Verlauf der ersten Hälfte immer präsenter. Schon in der 10. Minute hatte Ali Kaya die Gäste mit 1:0 in Führung gebracht. Dolejschek sprach dabei von einem etwas glücklichen, abgefälschten Weitschuss, betonte aber trotzdem: „Wir sind aus meiner Sicht verdient in Führung gegangen.“ Bis kurz vor der Pause hatte Kreuttal das Spiel nach seinem Eindruck ordentlich im Griff, ehe ein Foul von Michael Kures an der Strafraumgrenze noch einmal alles veränderte. Markus Ohler nutzte diese Gelegenheit und stellte in der 44. Minute auf 1:1, womit es auch in die Halbzeit ging.
Nach Wiederbeginn sah Dolejschek zunächst eine deutlich aktivere Heimmannschaft. „Neusiedl ist ganz anders aus der Halbzeit gekommen, war viel dominanter“, schilderte er. Gerade deshalb wertete er das 2:1 für Kreuttal in der 63. Minute als besonders wichtig. Wieder war es Ali Kaya, der laut seinem Trainer den Unterschied ausmachte, den Torwart umkurvte und zur neuerlichen Führung ins leere Tor einschob. Nur fünf Minuten später legten die Gäste nach. Berkan Tan erhöhte auf 3:1, wobei Dolejschek vor allem die Vorarbeit hervorhob: „Eine super Flanke vom Ali Kaya und der Berkan Tan köpfelt wirklich schön ins lange Eck.“ Spätestens zu diesem Zeitpunkt glaubte der Trainer, dass die Partie in die richtige Richtung kippt. „Nach dem 3:1 habe ich geglaubt, dass wir heute wirklich gute Chancen haben, den Sieg einzufahren“, sagte er.
Ganz ruhig wurde der Abend für die Gäste trotzdem nicht. In der 77. Minute kam Neusiedl durch Alexander Knie auf 2:3 heran, eine Szene, die Dolejschek nach dem Spiel als unglücklich schilderte. Kreuttal schien in der 88. Minute mit dem 4:2 durch Berkan Tan dann eigentlich alles klarzumachen. Genau in dieser Phase störte den Trainer das Auftreten seiner Mannschaft aber am meisten. „Dann dachte ich, wir spielen das jetzt locker mit zwei Toren Vorsprung nach Hause, aber im Gegenteil“, sagte Dolejschek. Statt das Spiel sauber zu Ende zu spielen, ließ Kreuttal laut seinem Coach mehrere starke Konterchancen liegen. „Wir sind zu drei, vier super Konterschancen gekommen, wo wir wirklich Überzahl hatten, die wir einfach extrem schlecht ausgespielt haben.“ So blieb Neusiedl durch den Treffer von Muharrem Swarat in der Nachspielzeit zum 3:4 noch einmal dran. Dolejschek sprach davon, dass es dadurch „natürlich trotzdem noch knackig gewesen“ sei, hielt aber fest, dass seine Mannschaft den Sieg insgesamt verdient über die Zeit gebracht habe.
Abseits des wilden Spielverlaufs legte der Kreuttal-Trainer viel Wert auf die Einordnung der eigenen Leistung. „Ausschlaggebend war aus meiner Sicht definitiv unsere Leistung. Nicht die Tore an sich, sondern das ist dann das Resultat daraus“, sagte Dolejschek. Besonders Ali Kaya hob er dabei heraus, weil der Angreifer mit zwei Treffern und der Flanke vor dem 3:1 das Spiel sichtbar beeinflusste. Noch wichtiger war dem Coach aber das Kollektiv: „Unsere größte Stärke ist sicher, wenn wir als Mannschaft geschlossen auftreten und miteinander arbeiten.“ Gleichzeitig verschwieg er die offenen Baustellen nicht. Mit dem Ball traue sich seine Mannschaft noch zu wenig zu, dazu seien drei Gegentore selbst bei einem Auswärtssieg klar zu viel. „Gestern war es gut, weil wir vier Tore gemacht haben, aber es gibt Spiele, wenn du drei Tore kriegst, dann nimmst du nichts mit.“ Trotz dieser Kritik fiel das Gesamtfazit positiv aus. Kreuttal habe weiter viel Arbeit vor sich, sei mit der Punktausbeute der vergangenen Wochen aber „momentan hochzufrieden“.