Im Spitzenspiel der Gebietsliga Nord/Nordwest trennten sich SK Miet-Tech Wullersdorf und ATSV Sparta McDonalds Deutsch-Wagram mit 2:2. Aus Sicht von Sparta-Trainer Christopher Petermann war das Remis über 90 Minuten gerecht, auch wenn seine Mannschaft einen schwierigen Beginn erwischte. Weil die Gäste nicht in gewohnter Frische auftraten, war für ihn vor allem entscheidend, dass sein Team die wenigen Chancen konsequent nutzte und bei einem starken Gegner dennoch etwas mitnahm.

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Petermann musste gar nicht lange überlegen, als er den Beginn der Partie einordnete. „Wir sind gleich zu Beginn sehr unter Druck geraten“, sagte der Trainer von Deutsch-Wagram, und genau so entwickelte sich das Spiel auch. Wullersdorf war früh präsent, dominierte nach seiner Einschätzung die Zweikämpfe und ging bereits in der 5. Minute durch Adam Ryska mit 1:0 in Führung. Der Ausgleich der Gäste fiel dann aber zu einem wichtigen Zeitpunkt. Boris Biro traf in der 19. Minute vom Elfmeterpunkt, nachdem zuvor auf Handspiel nach einem abgeblockten Schuss von Benjamin Sulimani entschieden worden war. Lange beruhigte sich die Partie damit aber nicht, weil Wullersdorf weiter mehr vom Spiel hatte und in der 26. Minute durch Raphael Daubeck erneut vorlegte. Dass Deutsch-Wagram trotzdem mit einem 2:2 in die Pause ging, lag wieder an Biro, der in der 36. Minute seinen zweiten Treffer des Abends erzielte. Kurz vor dem Seitenwechsel folgte dann die Szene, die das Spiel veränderte: Adam Ryska sah in Minute 41 die Rote Karte. Für Petermann war die Entscheidung klar: „Die Rote Karte war zu geben“, meinte er mit Blick auf die Situation gegen Sascha Mark. So ging es mit vier Toren, aber nur noch zehn Wullersdorfern in die Kabinen.
Mit einem Mann mehr am Feld war die Richtung für Deutsch-Wagram nach der Pause klar. Petermann schilderte, dass seine Mannschaft versuchte, „über die Seiten in die Box zu kommen“, während sich Wullersdorf zunehmend auf Konter verlegte. Gerade darin lag aber auch der Grund, warum aus der numerischen Überlegenheit kein dritter Treffer mehr wurde. „Uns ist da nicht so viel gelungen und Wullersdorf hatte auch einige Konterchancen“, sagte der Sparta-Coach. Dass seine Elf diesmal nicht an ihr gewohntes Niveau in den Duellen herankam, erklärte er offen mit der Personalsituation. „Wir haben leider das Problem, dass bei uns sehr viele Spieler durch grippale Infekte angeschlagen waren. Das hat man gemerkt, dass wir in die Zweikämpfe nicht so gekommen sind und die gewohnte Laufleistung nicht so da war.“ Genau darin sah er einen der Hauptgründe, warum Wullersdorf das Spiel lange kontrollieren konnte und auch in Unterzahl gefährlich blieb. In der Schlussphase gab es auf Seiten der Gastgeber noch einen Ausschluss gegen Walter Pöltl, am Ergebnis änderte das aber nichts mehr.
Am Ende fiel die Einordnung des Trainers deshalb auch differenziert aus. Einerseits sprach er klar an, dass Wullersdorf „zweikampfstärker, präsenter“ war und seiner Mannschaft an diesem Abend etwas von der üblichen Lauf- und Zweikampfstärke fehlte. Andererseits hob er hervor, dass seine Elf im Abschluss sehr kaltschnäuzig blieb. „Wir haben unsere Chancen eiskalt genutzt“, sagte Petermann, und genau das war aus seiner Sicht die Qualität, die Deutsch-Wagram diesen Auswärtspunkt brachte. Besonders zufrieden war er mit dem Gesamtbild, weil sein Team trotz nicht idealer Voraussetzungen bei einem Gegner bestand, den er sehr hoch einschätzt. „Wullersdorf zählt für mich zu den Topmannschaften dieser Liga“, betonte er. Auch den Unparteiischen nahm er nach einer hitzigen Partie ausdrücklich in Schutz: „Spielentscheidende Fehlentscheidungen hat er aber nicht gemacht, weil die Rote Karte war zu geben und auch der Elfmeter war zu geben.“ So blieb unter dem Strich ein 2:2, das Petermann als gerecht bezeichnete und mit dem der Tabellenführer gut leben kann. „Wenn an einem Tag nicht alles rennt und nicht alle fit sind, dann zeichnet es eine Mannschaft aus, dass sie auswärts bei einem Topgegner trotzdem einen Punkt holt.“ Genau so fühlte sich dieses Remis für Deutsch-Wagram an.