Spielberichte

"Wenn wir das 2:0 machen, ist die Partie gegessen" – Deutsch-Wagram lässt Sieg liegen

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ATSV Sparta Deutsch-Wagram
SV Großebersdorf

In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat ATSV Sparta McDonalds Deutsch-Wagram beim 1:1 gegen SV Großebersdorf eine lange Führung nicht über die Zeit gebracht. Nach dem frühen 1:0 durch Benjamin Sulimani ließ der Tabellenführer das 2:0 liegen, wurde nach zwei erzwungenen Wechseln unsicherer und musste in Minute 80 noch den Ausgleich hinnehmen. Trainer Christopher Petermann sprach danach von einem insgesamt gerechten Remis, sah seine Mannschaft aber näher am Sieg.

Spieler steht mit dem Fuß auf einem orangenen Ball

Foto von RF._.studio _ bei Pexels

Starker Beginn und verdiente Führung

Deutsch-Wagram hatte genau den Start, den sich Christopher Petermann vorgestellt hatte. "Wir sind gut hineingestartet. Unsere Taktik ist voll aufgegangen", sagte der Trainer, der seiner Mannschaft vor allem gegen den Ball eine starke erste Phase bescheinigte. Großebersdorf habe zunächst kaum Lösungen gefunden, weil die Gastgeber die Räume gut schlossen und viele Dinge so umsetzten, wie sie es sich vorgenommen hatten. Aus dieser Überlegenheit fiel in der 14. Minute auch das 1:0: Nach einer Flanke köpfelte Benjamin Sulimani zur Führung ein. Für Petermann war dieser Treffer die logische Folge eines Auftakts, in dem seine Mannschaft das Spiel kontrollierte und den Gegner gut neutralisierte. Bis etwa zur 35. Minute sah er seine Elf klar im Vorteil. Danach blieb zwar die Führung bestehen, doch genau in dieser Phase verabsäumte es Deutsch-Wagram, das zweite Tor nachzulegen. Vor allem Boris Biro kam laut Petermann gegen die letzte Linie des Gegners in gute Eins-gegen-Eins-Situationen, die Führung blieb aber bei nur einem Treffer. So ging es mit einem knappen, aus Sicht des Trainers aber verdienten 1:0 in die Pause.

Nach den Wechseln kippte die Partie

Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild Schritt für Schritt. Petermann schilderte, dass Großebersdorf schon gegen Ende der ersten Halbzeit mehr über die Zweikämpfe kam und damit besser in die Partie fand. In Hälfte zwei wurde genau dieser Bereich noch wichtiger, gleichzeitig musste Deutsch-Wagram personell reagieren. Benjamin Sulimani musste nach einem schweren Zweikampf vom Feld, wenig später auch Mario Vogl. "Das hat uns natürlich verunsichert", sagte Petermann, auch weil "mit Stefan Petautschnig ein neuer Tormann kalt rein musste" und zugleich ein aus seiner Sicht wichtiger Spieler ausfiel. Für den Trainer war das ein Einschnitt, den seine Mannschaft in dieser Phase nicht gut wegsteckte. Großebersdorf übernahm nun mehr und mehr das Kommando, drängte die Gastgeber weiter zurück und kam über seine Zweikampfstärke besser in die Partie. Deutsch-Wagram verlor dagegen jene Sicherheit, die vor der Pause noch klar zu sehen gewesen war. In der 80. Minute fiel dann der Ausgleich, als Dejan Slamarski zum 1:1 traf.

Chancen auf das 2:0 bleiben liegen

Trotz des späten Gegentreffers blieb Petermann bei seiner Einschätzung, dass seine Mannschaft dem Sieg näher war. Der Grund war für ihn klar: die nicht genutzten Möglichkeiten auf das 2:0. "Wir hatten zwei Matchbälle durch Boris Biro", sagte er, und genau dort lag für ihn der entscheidende Punkt dieses Abends. Besonders deutlich formulierte er es mit einem Satz, der seine Sicht auf die Partie gut zusammenfasste: "Wenn wir da unsere Chancen nutzen, ist die Partie gegessen." Petermann war überzeugt, dass Großebersdorf bei einem zweiten Gegentor wohl nicht mehr zurückgekommen wäre. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass die Gäste ebenfalls ihre Momente hatten. Zwei Aluminiumtreffer gehörten für ihn genauso zum Spiel wie die stärkere zweite Hälfte des Gegners. Deshalb fiel sein Gesamturteil trotz aller Enttäuschung über die vergebene Siegchance ausgewogen aus: "Erste Halbzeit gehört uns, zweite Großebersdorf, darum ist das 1:1 gerecht." Genau diese Mischung aus gutem Beginn, verpasstem Nachlegen und einem stärkeren Gegner nach der Pause erklärt auch, warum aus einer Führung am Ende nur ein Punkt wurde.

Ein Punkt bleibt, das Lernfeld auch

Mitgenommen hat der Trainer aus diesem Abend trotzdem mehr als nur den Ärger über die ausgelassenen Chancen. Er lobte die erste halbe Stunde ausdrücklich und sprach von einer Phase, in der der Gegner "überhaupt keine Lösung" gehabt habe. Gleichzeitig benannte er offen das Lernfeld seiner Mannschaft: "Was wir mitnehmen müssen als Team, ist, dass wir, wenn ein Gegner dann auf Zweikampf umstellt und bei jedem Zweikampf ans Limit geht, trotzdem Lösungen finden." Über weitere strittige Szenen wollte er gar nicht groß reden. "Es war nichts Spielentscheidendes dabei", sagte Petermann, auch wenn er bei seiner Kritik an der Szene um Mario Vogl blieb und sie als Schlüsselmoment einordnete. Unterm Strich nimmt Deutsch-Wagram damit einen Punkt mit, bleibt nach elf Spielen mit 26 Zählern aber an der Spitze. Für Petermann stand nach diesem 1:1 vor allem die Erkenntnis im Vordergrund, dass in engen Spielen wenige Chancen den Unterschied machen und seine Mannschaft genau dort noch konsequenter werden muss.

Gebietsliga Nord/Nordwest: ATSV Sparta Deutsch-Wagram : Großebersdorf - 1:1 (1:0)

  • 80
    Dejan Slamarski 1:1
  • 14
    Benjamin Sulimani 1:0