Zwischen Stolz und Frust ordnet Trainer Christopher Bruckner den Auftritt seines SC St. Martin gegen den FC Moser Medical Rohrendorf in der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel ein: Trotz des 0:1 lobt er Plan, Einsatz und Defensivarbeit auf schwerem Boden und bei starkem Wind. Er sieht sein Team über weite Strecken vorne, verweist auf zahlreiche Umschaltchancen – und fordert zugleich mehr Konsequenz im Abschluss, um die Lage am Tabellenende zu drehen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Auf dem tiefen Geläuf entwickelte sich aus St. Martiner Sicht ein intensives Kampfspiel mit klarer Ausrichtung. „Spielerisch war es schwierig, unser Platz ist bei den aktuellen Witterungsverhältnissen sehr schwer bespielbar, und vor der Pause war der Wind extrem“, betont Bruckner. Seine Mannschaft stand kompakt und setzte auf schnelle Umschaltmomente: „Defensiv haben wir es extrem gut gemacht. Über das ganze Spiel lassen wir nur zwei Chancen zu.“ Der Start unterstrich die Mutprobe des Heimteams: Nach 2 Minuten zischte ein Abschluss aus 16 Metern knapp am Tor vorbei, in der 10. Minute roch es nach der Führung, als ein zu kurzer Rückpass der Gäste von der St. Martiner Nummer sieben abgefangen wurde – der Stürmer lief allein auf den Torhüter zu, verpasste aber das 1:0. Insgesamt zählte Bruckner „sechs, sieben richtig gute Chancen“ und bilanzierte: „Wir hätten meiner Meinung nach mindestens zwei, drei Tore machen können.“
Die knappe Partie kippte in einer Momentaufnahme, die Bruckner der individuellen Klasse des Gegners zuschrieb. Für Rohrendorf traf in der 25. Minute Jannick Schibany zum 0:1 – eine Szene, die der Trainer so einordnet: „Ihr Stürmer macht das extrem gut, legt sich den Ball im Sechzehner noch einmal rüber und ist dann extrem gefährlich. Das Tor ist stark gemacht.“ Zuvor hatten die Gäste zwar mehr Ballbesitz, nach Bruckners Eindruck jedoch vor allem in den hinteren Zonen, während St. Martin auf Ballgewinne und Tiefe lauerte. Mit dem 0:1 ging es in die Pause, ohne dass der Defensivverbund der Hausherren viel zugelassen hätte.
Nach dem Seitenwechsel schob St. Martin an. „In der zweiten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft – leider ist es trotzdem 0:1 ausgegangen“, sagte Bruckner. Zwei Hochkaräter per Kopf prägten diese Phase: Nach einem Eckball kam Niklas Höbarth aus etwa fünf Metern zum Abschluss und köpfte hauchdünn über die Latte. Später setzte St. Martin nach einem Freistoß den nächsten Kopfball aus fünf, sechs Metern zu zentral. Dazwischen lag Potenzial für mehr, doch in „ein, zwei Umschaltmomenten“ fehlte die Genauigkeit im letzten Pass – der freie Weg aufs Tor blieb ungenutzt. Rohrendorfs nennenswerte Gelegenheit nach dem Wechsel entstand nach einem Eckball über den zweiten Ball; St. Martins Schlussmann parierte stark. Für Diskussionsstoff sorgte eine Abseitsentscheidung, die dem Heimteam eine weitere Großchance nahm: Bruckner schildert eine Szene, in der ihre Nummer sieben frei durchgelaufen wäre. Im Video habe es regulär ausgesehen, dennoch ordnete der Trainer die Situation fair ein: „Der Schiedsrichter hat sehr gut gepfiffen – das ist in Echtzeit extrem schwer zu sehen.“ Ungeachtet des ausbleibenden Ertrags bleibt der Tenor positiv. „Klar bringt uns das jetzt nichts, weil wir Letzter sind und wieder keine Punkte geholt haben“, sagt Bruckner, leitet daraus aber keinen Kurswechsel ab: Ziel bleibt es, „von Spiel zu Spiel zu schauen“ und an der Effizienz zu arbeiten. Seine Überzeugung ist deutlich: „Wenn wir so spielen wie gegen Rohrendorf und die Chanceneffizienz steigern, werden wir in Kürze die drei Punkte holen.“