In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat der USC Kirchberg/Altenwörth gegen den USV Raika Dobersberg ein Spiel mit 3:5 verloren, das laut Trainer Oliver Oberhammer in einer kurzen Phase aus der Hand glitt. Nach einem 0:4 zur Pause kämpften sich die Gastgeber noch einmal heran, doch der Fehlstart zwischen der 12. und 18. Minute und das 2:5 entschieden die Partie, obwohl Kirchberg davor und danach über weite Strecken besser im Spiel war.

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Der Ärger beim Kirchberger Trainer setzte genau an dieser einen Stelle an. „Wir haben in zehn Minuten das ganze Spiel hergeschenkt“, sagte Oberhammer nach dem Schlusspfiff, und der Spielverlauf gibt dieser Einschätzung recht. Seine Mannschaft begann die erste Halbzeit nach seiner Darstellung ordentlich und hatte schon vor dem 0:1 zwei Möglichkeiten, die ungenutzt blieben. Dann kippte die Partie in kürzester Zeit. Petr Cermak brachte Dobersberg in Minute 12 voran, Martin Klatil legte in der 14. Minute nach und Richard Svoboda erhöhte in der 18. Minute auf 0:3. „Drei Gegentore von Minute zwölf bis Minute achtzehn, zwei Eckbälle, ein Konter“, fasste Oberhammer diese Phase zusammen. Genau in diesen wenigen Minuten verlor Kirchberg den Zugriff und lief dem Spielstand von da an hinterher.
Danach fing sich Kirchberg laut seinem Trainer wieder, der Schaden war aber schon groß. Oberhammer meinte, man sei „dann wieder ein bissl besser im Spiel“ gewesen und habe die Partie sogar kontrolliert. Das zeigt auch, warum ihn die Niederlage so wurmt: Er sah seine Mannschaft nicht über 90 Minuten unterlegen, sondern vor allem in dieser kurzen Phase viel zu offen. Noch vor der Pause folgte allerdings der nächste Rückschlag. Wieder war es Richard Svoboda, der in der 43. Minute auf 0:4 stellte und Dobersberg mit einem klaren Vorsprung in die Kabine schickte. Gerade dieser Pausenstand schmerzte den Trainer, weil er den Auftritt seiner Mannschaft nicht über die gesamte erste Hälfte schlechtreden wollte. „Erste Halbzeit gut begonnen bis zur Minute zwölf“, sagte er, ehe die wenigen schwachen Minuten alles überdeckten.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Kirchberg dann genau die Reaktion, die sich Oberhammer gewünscht hatte. „Zweite Halbzeit Spiel auf ein Tor“, sagte der Trainer und verwies auf den klaren Druck seiner Mannschaft. Tobias Fiedler verkürzte in der 51. Minute auf 1:4, Michael Halmer machte in der 69. Minute das 2:4, und plötzlich war die Partie wieder offen. Oberhammer sprach sogar von einer „zwei sogenannten hundertprozentigen“ Chancen auf das 4:3. Gerade deshalb fiel das 2:5 durch Petr Cermak in der 75. Minute besonders ins Gewicht, weil es die Aufholjagd im entscheidenden Moment wieder stoppte. Fiedler brachte Kirchberg in der 81. Minute noch einmal auf 3:5 heran, doch mehr war nicht mehr drinnen. So blieb am Ende das Gefühl, dass nach der Pause noch einiges möglich gewesen wäre.
In der Analyse blieb Oberhammer sehr klar und suchte keine Ausreden. „Die Konterkontrolle und die Arbeit gegen den Ball in der ersten Halbzeit“ haben zu wenig funktioniert, sagte er. Auf die Frage, was Dobersberg stark gemacht habe, antwortete er knapp: „Dass wir schlecht verteidigt haben.“ Auch über den Schiedsrichter wollte er nichts verlieren, „war in Ordnung“, meinte er. Für Kirchberg ist es damit eine Niederlage, die vor allem wegen der eigenen Nachlässigkeiten schmerzt. „Einfach sehr schade, dass man sich in acht Minuten, in denen man schlecht verteidigt und nicht aufpasst, ein ganzes Spiel zunichtemacht, plus eine katastrophale Chancenverwertung. Schon in der ersten Halbzeit gab es zwei 1:1 Situationen gegen den Tormann und in der zweiten Halbzeit ebenfalls. Verlorene drei Punkte.“ Nach acht Runden hält Kirchberg damit bei 11 Punkten, Dobersberg bei 13. Gerade deshalb wirkt dieses 3:5 für die Gastgeber noch ein Stück bitterer, weil sie sich den Rückstand letztlich selbst aufgelegt haben.