In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USV Groß Gerungs am Sonntag gegen USV St. Bernhard/F. mit 1:4 verloren. Aus Sicht von Trainer Manuel Fettinger war vor allem das 3:1 durch Zdenek Linhart der Moment, der die Partie endgültig auf die Seite der Gäste brachte. Davor hatte seine Mannschaft viel richtig gemacht, sich laut Trainer aber auch Phasen geleistet, in denen sie zu passiv wurde.

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Manuel Fettinger sah zunächst genau den Auftritt, den er sich von seiner Mannschaft gewünscht hatte. "Wir waren die erste halbe Stunde sehr präsent und haben gleich versucht, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen", sagte der Trainer nach dem Auswärtssieg. Für diese Anfangsphase belohnte sich St. Bernhard in der 12. Minute. Über die rechte Seite kam der Ball in den Rückraum, André Knoll verwertete von der Strafraumgrenze souverän zum 0:1. Danach blieb St. Bernhard zunächst das aktivere Team, ehe das Spiel spürbar eine andere Richtung bekam. "Ab der 30. Minute haben wir uns leider ein bisschen zurückgezogen", sagte Fettinger. Groß Gerungs kam besser hinein, machte es laut dem Trainer "wirklich gut" und arbeitete sich Stück für Stück in die Partie. Zwar blieb St. Bernhard in dieser Phase defensiv stabil, ganz zufrieden war Fettinger mit dem eigenen Auftreten aber nicht. "Wir waren dann zu passiv und haben Groß Gerungs aufkommen lassen", meinte er. Umso wichtiger war aus Sicht der Gäste das 0:2 in der 42. Minute, als Zdenek Linhart nach einer weiteren Aktion über rechts zur Stelle war. Kurz vor dem Pausenpfiff schlug Groß Gerungs aber noch zurück, Martin Kucera verkürzte auf 1:2. Auch damit konnte Fettinger leben, weil er offen einräumte: "Der Anschlusstreffer war zu dem Zeitpunkt auch verdient."
Gerade deshalb war die Phase nach dem Seitenwechsel aus Sicht der Gäste besonders wichtig. Fettinger betonte, dass sich seine Mannschaft in der Kabine viel vorgenommen hatte und danach auch den besseren Zugriff fand. "Wir sind in die zweite Halbzeit wirklich gut hineingekommen, haben wenig zugelassen und als Mannschaft gut verteidigt", sagte er. Der Knackpunkt folgte dann in der 57. Minute. Nach einer schnellen Aktion über rechts, einem Doppelpass und dem Steckball auf Leos Vozihnoj kam der Ball ideal zu Zdenek Linhart, der volley zum 1:3 abschloss. Für Fettinger war genau dieses Tor die entscheidende Szene des Nachmittags. "Dieses dritte Tor war schon ein Knackpunkt. Danach wurde es für uns durchaus ein bisschen leichter", ordnete der Trainer ein. Dass St. Bernhard die Partie damit endgültig auf seine Seite zog, lag auch daran, dass die Gäste in dieser Phase wenig zuließen und ihre Möglichkeiten konsequent nutzten. Den Schlusspunkt setzte Daniel Zotter in der 70. Minute mit einem besonderen Treffer. Der Kapitän sah, dass der Torwart weit vor seinem Tor stand, traf den Ball aus der eigenen Hälfte perfekt und stellte auf 1:4. Fettinger nannte das ohne Zögern "ein sensationelles Tor" seines Kapitäns.
Besonders zufrieden war der Trainer mit der Arbeit gegen den Ball. Trotz jener Minuten vor der Pause, in denen ihm das Mittelfeldspiel seiner Mannschaft zu passiv war, fiel sein Gesamturteil deutlich positiv aus. "Wir haben über 90 Minuten sehr konsequent verteidigt und relativ wenig wirklich große Chancen zugelassen", sagte Fettinger. Dazu kam, dass St. Bernhard die eigenen Gelegenheiten diesmal gut ausnutzte. "Wir haben unsere Chancen sehr gut genützt", meinte der Coach, der nach dem Schlusspfiff aber nicht nur über die eigene Mannschaft sprach. Für Groß Gerungs fand er klare und anerkennende Worte. Der Gegner sei "aktuell absolut unter Wert geschlagen", läuferisch stark und auch spielerisch gut besetzt. "Ich bin überzeugt, dass sie noch vielen Mannschaften Probleme bereiten werden", sagte Fettinger. Diskussionen über die Spielleitung wollte er dagegen gar nicht erst aufmachen. "Im Großen und Ganzen hat der Schiedsrichter seine Sache gut gemacht", meinte der Trainer. Für St. Bernhard bedeutet das 4:1 jedenfalls einen weiteren starken Schritt, die Gäste bleiben nach neun Runden an der Spitze der Tabelle.