Mit spürbarem Stolz ordnete Levent Sengül den intensiven Abend ein: In der Gebietsliga Süd/Südost trafen SV Wienerwald und SVg Breitenau/Schwarzau aufeinander – eine Partie mit hohem Tempo, in der Wienerwald mehr Ballbesitz hatte, Breitenau aber konsequent auf Umschalten setzte. „Das ist die Moral und der Charakter meiner Mannschaft. In Wienerwald nach einem 1:2 zurückzukommen, ist nicht einfach. Aber meine Jungs haben bis zum Schluss gekämpft und wurden am Ende mit dem 2:2 belohnt“, erklärte der Trainer nach Abpfiff. Statt nüchterner Zahlen dominierten Eindrücke von Disziplin, Physis und einer späten Belohnung.

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Sengül beschrieb die Begegnung als physisch fordernd und offen: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, sehr temporeich. Beide Mannschaften sind bis zum Schluss an ihre Grenzen gegangen.“ Das passte zum Bild eines Duells, in dem sich die Teams kaum etwas schenkten: Wienerwald suchte mit mehr Ballbesitz die Kontrolle, Breitenau lauerte auf Umschaltmomente. Über 90 Minuten sah Sengül die Verteilung der Möglichkeiten als ausgewogen; seine Mannschaft hätte vor der Pause „vielleicht das zweite oder dritte Tor machen“ können, während Wienerwald nach der 1:2-Führung Chancen auf das 1:3 vorfand.
Der Kippmoment blieb lange offen – auf beiden Seiten wurde um jeden Meter gekämpft.
Während Wienerwald mehr Spielanteile verbuchte, nahm Breitenau diese Statik bewusst in Kauf, um bei Ballgewinnen zielstrebig umzuschalten. Sengül lobte die taktische Reife seiner Elf: „Fast perfekt umgesetzt. Unsere taktische Disziplin war hervorragend, und die Jungs haben es im Grunde so gespielt, wie wir es uns vorgenommen haben.“
Einzelleistungen wollte er nicht herausstellen und verwies auf das Kollektiv: Geschlossenheit – vom Anlaufen über die Kompaktheit bis zum Nachrücken – trug das Team durch kritische Phasen. Wienerwald agierte physisch stark, Breitenau antwortete mit Körperlichkeit, Laufarbeit und Disziplin.
Die Schlüsselphasen erzählten eine dichte Geschichte: Früh brachte David Göss die Gäste in der 15. Minute mit 1:0 in Führung. Kurz nach der Pause glich Peter Ertl in Minute 52 für die Gastgeber zum 1:1 aus. Als Michael Tromayer in der 76. Minute für Wienerwald traf, lag Breitenau 1:2 zurück – in dieser Phase ließ der Gegner zudem Möglichkeiten auf das 1:3 liegen. Doch die SVg blieb im Umschalten gefährlich und wurde kurz vor Schluss belohnt: Manuel Schwarz stellte in der 89. Minute auf 2:2. „Wienerwald ist eine physisch starke Mannschaft, aber wir haben sehr gut dagegengehalten. Läuferisch waren wir am Ende frischer und sind bis zum Schluss Vollgas gegangen“, betonte Sengül.
Genau diese Mischung aus Moral, Disziplin und Kondition prägte das Stimmungsbild nach dem Abpfiff – die Gewissheit, in einem harten Auswärtsspiel zurückgekommen zu sein.