Spielberichte

„Wenn wir die Tore machen, gewinnen wir die Partie“ – Fortuna II steht nach spätem 1:2 mit leeren Händen da

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ASV Vösendorf
Fortuna Wiener Neustadt II

In der Gebietsliga Süd/Südost hat ASV Vösendorf das Heimspiel gegen SC Fortuna Wiener Neustadt II mit 2:1 gewonnen, obwohl die Gäste laut Trainer Thomas Schönleitner lange ein starkes Auswärtsspiel ablieferten. Fortuna lag früh zurück, glich durch Sheqir Avdiu aus und kassierte erst in der 86. Minute den entscheidenden Treffer. Für Schönleitner war vor allem eines ausschlaggebend: „Wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt.“

Blauer Fußball und blauer Fußballschuh

Foto von Janosch Diggelmann auf Unsplash

Früher Rückstand, dann kommt Fortuna ins Spiel

Für die Gäste begann die Partie denkbar ungünstig. Bereits in der 2. Minute brachte Daniel Randak den Tabellenführer in Front, und genau dieser Auftakt ärgerte Schönleitner nach dem Schlusspfiff besonders. „Wir sind wieder schlecht hineingestartet und haben gleich das 0:1 bekommen“, sagte der Fortuna-Coach. Gleichzeitig verwies er auf seine Sicht der Entstehung und meinte, vor dem Treffer sei ein Foul an seinem Verteidiger nicht geahndet worden. Danach aber kam seine Mannschaft laut eigener Einschätzung deutlich besser hinein. Schönleitner sprach von einigen guten Chancen und davon, dass sein Team Vösendorf im Umschalten zwar hin und wieder Raum ließ, insgesamt aber wenig zuließ. In der 31. Minute belohnte sich Fortuna schließlich mit dem 1:1 durch Sheqir Avdiu. Für den Trainer war dieser Ausgleich verdient: „Wir schießen verdient das 1:1 und hätten wahrscheinlich sogar führen können.“ Mit dem 1:1 ging es in die Pause, nachdem Fortuna kurz vor dem Seitenwechsel noch eine Möglichkeit der Gastgeber entschärfte und Vösendorf laut Schönleitner zuvor auch einmal die Latte traf.

Offene zweite Hälfte, bitteres Ende in Minute 86

Nach dem Seitenwechsel sah Schönleitner ein anderes Vösendorf als noch in der Anfangsphase. Der Gegner habe „ein bisschen was verändert“ und sei mehr über die Flügel gekommen, schilderte er. Trotzdem entwickelte sich aus seiner Sicht eine offene zweite Halbzeit mit Chancen auf beiden Seiten. Fortuna hatte dabei selbst eine auffällige Gelegenheit, als die Gäste die Latte trafen, und reagierte laut Trainer auch personell, um noch einmal frische Energie auf den Platz zu bringen. Lange sprach daher vieles dafür, dass die Partie in beide Richtungen kippen konnte. Umso größer war der Ärger bei den Gästen über die Schlussphase. „In der 85. Minute haben wir die Chance auf den Sieg, schießen aber drüber, und dann kriegen wir komplett unverdient das 1:2“, sagte Schönleitner. Nur eine Minute später traf Nenad Jesic zum 2:1 für Vösendorf und entschied damit ein Spiel, das aus Sicht des Fortuna-Trainers bis dahin nicht zugunsten der Gastgeber laufen hätte müssen.

„Es hätte nur einen Sieger geben können“

Schönleitners Erklärung für die Niederlage setzte an zwei Punkten an. Einerseits kam er immer wieder auf die eigene Chancenverwertung zurück. „Entscheidend war, dass wir die Chancen nicht gemacht haben“, sagte er, und legte mit einem Satz nach, der seine Sicht auf den Abend gut zusammenfasst: „Wenn wir die Tore machen, gewinnen wir die Partie.“ Andererseits übte er diesmal ungewohnt deutlich Kritik an Entscheidungen des Unparteiischen. Der Trainer betonte, dass er Schiedsrichterleistungen normalerweise nicht kommentiere, diesmal aber zwei Szenen als spielentscheidend einstufe. Zum einen sah er vor dem 0:1 ein klares Foul an seinem Spieler, zum anderen vermisste er beim Stand von 1:1 nach der Verhinderung einer Torchance einen Platzverweis. Dass diese Aussagen seinen Frust erklären, war deutlich zu hören. Trotzdem blieb seine Bilanz nicht beim Ärger stehen. Er nannte auch fehlendes Spielglück und die Unerfahrenheit seiner Mannschaft als Faktoren, die in so engen Partien am Ende den Ausschlag geben können.

Lob für die eigene Mannschaft und Zuversicht trotz Niederlage

Bemerkenswert war, wie klar Schönleitner seine Mannschaft trotz der Niederlage in Schutz nahm. „Nix. Die haben alles richtig gemacht“, sagte er auf die Frage, was gefehlt habe, und ergänzte später noch deutlicher: „Alles, was meine Mannschaft angeboten hat, war positiv. Es gibt nichts Negatives.“ Für den Trainer hatte Fortuna den Matchplan auswärts beim Tabellenführer umgesetzt, gekämpft und gebissen. Gleichzeitig fand er auch anerkennende Worte für den Sieger. Vösendorf habe „eine superqualitative Mannschaft“, sei vom Trainerteam gut eingestellt und stehe nicht ohne Grund ganz oben. Gerade deshalb wiegt die Niederlage aus Fortuna-Sicht schwer, weil der Auftritt laut Schönleitner Mut machen soll. Sein Schluss klang trotz des 1:2 nach klarer Linie für die nächsten Wochen: „Wir müssen genauso dranbleiben. Die Entwicklung ist absolut die richtige, dann werden wir die Punkte machen.“

Gebietsliga Süd/Südost: Vösendorf : Fortuna Wiener Neustadt II - 2:1 (1:1)

  • 86
    Nenad Jesic 2:1
  • 31
    Sheqir Avdiu 1:1
  • 2
    Daniel Randak 1:0