Spielberichte

Horst Giller (Trainer SC Herzogenburg): „Es war sensationell, taktisch sehr gut“

ASK Loosdorf
SC Herzogenburg

In der Gebietsliga West hat der SC Herzogenburg beim ASK Loosdorf mit 1:0 gewonnen. Das Goldtor fiel in Minute 37 durch ein Eigentor von David Lechner. Herzogenburg hatte sich bewusst defensiv aufgestellt, lauerte auf Umschaltmomente und holte trotz neun Ausfällen mit einer extrem jungen Bank drei Big Points beim Tabellenführer. Trainer Horst Giller sprach von einer „sensationellen Mannschaftsleistung“ und lobte vor allem die „taktisch sehr starke erste Halbzeit“, in der sein Team die Basis für den Auswärtssieg legte.

Torwart in Neongrün spielt den Ball

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Defensiver Plan, schnelle Umschalter – und ein kurioses 0:1

Herzogenburg kam mit klarer Marschroute: „Grundsätzlich sehr defensiv von uns eingestellt“, fasste Trainer Horst Giller die Ausrichtung zusammen. Aus dieser stabilen Ordnung suchte sein Team zielstrebig die Tiefe. „In der ersten Halbzeit hatten wir Umschaltmomente und zwei hundertprozentige Torchancen“, schilderte Giller. Belohnt wurde der Aufwand nach gut einer halben Stunde – wenn auch auf ungewöhnliche Art: In der 37. Minute bugsierte Loosdorfs David Lechner den Ball ins eigene Tor. „Ich hab das Tor gar nicht wirklich mitbekommen, das war eine komische Situation – auf einmal war der Ball im Tor“, meinte Giller. Mit dem 0:1 im Rücken blieb Herzogenburg ruhig, stand weiter kompakt und nahm die knappe Führung mit in die Pause. Der Außenseiter spürte: An diesem Tag geht was.

Mit Notkader abgeklärt – Herzogenburg hält den Leader in Schach

Was den Sieg zusätzlich aufwertet: Der SC trat mit einem arg dezimierten Kader an. „Wir hatten neun Ausfälle in unserem 19-Mann-Kader, auf der Bank saßen reine U23-Spieler“, erklärte Giller offen. Entsprechend niedrig waren die Erwartungen: „Es war nicht zu rechnen, dass wir da überhaupt einen Punkt machen. Eine knappe Niederlage wäre schon ein Erfolg gewesen.“ Umso größer die Freude, dass der Plan aufging. „Es war eine sensationelle Mannschaftsleistung, taktisch sehr, sehr gut“, betonte der Trainer. Besonders der erste Durchgang überzeugte ihn: „Die taktische Umsetzung in der ersten Halbzeit war sensationell. Das Mannschaftsgefüge war herausragend.“ Und das gegen niemand Geringeren als den Leader: „Loosdorf ist extrem spielstark, hat extreme Qualität – aber sie haben keine Lösung gefunden.“ Herzogenburg ließ wenig zu, verteidigte konsequent und blieb bei Ballgewinnen gefährlich genug, um den Gegner stets zu beschäftigen.

Zusammenhalt als Schlüssel – Giller gratuliert: „Von Torwart bis Stürmer“

Nach dem Seitenwechsel arbeitete der Außenseiter weiter geschlossen gegen den Ball, brachte die Führung über die Zeit und nahm drei Zähler beim Tabellenführer mit. Für Giller war der Teamspirit der große Hebel: „Heute gibt es für mich nichts zu kritisieren. Von Torwart bis Stürmer – das war der beste Zusammenhalt, den ich je gesehen habe.“ Zugleich hob er die Reife seines Teams hervor: „Gegen den Ersten bestehen zu können, geschweige denn zu gewinnen, ist für mich sensationell.“ Bei allem Jubel blieb er sachlich, auch bei kniffligen Szenen: „Am Ende gab es aus meiner Sicht ein paar strittige Out-Entscheidungen gegen uns, aber so ist das.“ Unterm Strich sprach der Coach von einem „absolut verdienten“ 0:1-Auswärtssieg – dank Disziplin, kluger Taktik und viel Miteinander. Mit diesem Rückenwind will Herzogenburg die nächsten Aufgaben ebenso mutig und geschlossen angehen.

Gebietsliga West: Loosdorf : Herzogenburg - 0:1 (0:1)

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    Eigentor durch David Lechner 0:1