In der Gebietsliga West hat FC STYX Ober-Grafendorf im Heimspiel gegen SV Gottsdorf/M./P. trotz klarer Überlegenheit nur ein 1:1 geholt. Nach dem 0:0 zur Pause brachte Fabian Diendorfer die Gastgeber in Minute 55 in Führung, Julian Leonhartsberger glich in der 76. Minute aus. Für Obmann Franz Bäuchler bleiben deshalb vor allem die ausgelassenen Chancen und am Ende „zwei verlorene Punkte“.

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Franz Bäuchler musste nach dem Schlusspfiff nicht lange überlegen, wie er die 90 Minuten einordnet. „Grundsätzlich war unsere Mannschaft spielbestimmend. Sie hatte in der ersten Hälfte zwar eine kurze Schwächephase, war insgesamt aber klar spielbestimmend“, sagte der Obmann von Ober-Grafendorf. Genau so sah auch der Verlauf bis zur Pause aus: Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, konnten aus dieser Überlegenheit aber noch kein Kapital schlagen. Beim 0:0 zur Halbzeit war aus Sicht der Heimischen deshalb schon zu erkennen, woran es an diesem Nachmittag haken würde. Bäuchler sprach davon, dass „die letzte Konsequenz und der letzte Wille“ gefehlt hätten. Ober-Grafendorf arbeitete sich also durchaus Möglichkeiten heraus, brachte aber zu wenig Nachdruck in die entscheidenden Momente vor dem Tor.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie dann zunächst doch in die erwartete Richtung zu laufen. In der 55. Minute brachte Fabian Diendorfer Ober-Grafendorf mit 1:0 in Führung. Für Bäuchler war das allerdings nicht der Moment, in dem sein Team alles im Griff hatte, sondern eher der Beginn jener Phase, die ihn im Nachhinein am meisten ärgerte. „Nachdem wir das 1:0 geschossen haben, gab es danach noch eine größere Anzahl von wirklichen Top-Möglichkeiten“, sagte er. Gerade deshalb wiegt das Remis für ihn schwer. „Nach diesem Tor wurde es absolut verabsäumt, ein weiteres Tor zu erzwingen“, meinte Bäuchler. Seine Mannschaft habe sich die Chance auf den Sieg also selbst offen gehalten, obwohl das Spiel in dieser Phase aus seiner Sicht längst hätte entschieden werden können. Dass daraus am Ende nur ein Punkt wurde, ist für ihn keine Frage des Pechs, sondern eine Frage der fehlenden Konsequenz.
Weil Ober-Grafendorf das zweite Tor nicht nachlegte, blieb Gottsdorf in Reichweite. Bäuchler bescheinigte dem Gegner zwar einen engagierten Auftritt, machte aber auch klar, dass er die Rollen auf dem Platz eindeutig verteilt gesehen hatte. „Gottsdorf war bemüht und hat natürlich auch dagegengehalten, aber insgesamt muss man schon sagen, dass wir die spielbestimmende Mannschaft waren“, sagte er. Umso bitterer war aus Sicht der Gastgeber der Ausgleich in Minute 76, als Julian Leonhartsberger zum 1:1 traf. Bäuchler sah darin die logische Folge dessen, was seine Mannschaft davor verabsäumt hatte. „Damit ist es wie so oft im Fußball: Tore, die man nicht erzielt, bekommt man“, brachte er es auf den Punkt. Diskussionen über andere Einflüsse wollte er gar nicht erst aufkommen lassen. Die Schiedsrichterleistung sei „in Ordnung“ gewesen, strittige Szenen habe es keine gegeben. Damit blieb als Erklärung für den Punktverlust allein das Sportliche.
Entsprechend deutlich fiel auch das Gesamturteil des Ober-Grafendorfer Obmanns aus. „Insgesamt muss man sagen, das sind zwei verlorene Punkte gewesen, weil da absolut ein Sieg drinnen gewesen wäre“, sagte Bäuchler. Noch klarer wurde er bei der Bewertung der eigenen Leistung: „Insgesamt war es maximal eine durchschnittliche Leistung von der gesamten Mannschaft.“ Dazu kam aus seiner Sicht, dass „die letzte Einsatzbereitschaft“ fehlte und man das Spiel „vielleicht ein wenig auf die leichte Schulter genommen“ habe. Vor allem aber zog sich für ihn ein bekanntes Problem wieder durch die 90 Minuten. „Die mangelnde Chancenauswertung verfolgt uns schon mehrere Spiele. Wir können uns immer wieder eine relativ große Anzahl von Chancen herausspielen, nutzen aber zu wenig“, erklärte Bäuchler. Genau dort wird Ober-Grafendorf vor den nächsten Aufgaben ansetzen müssen, denn wer über weite Strecken überlegen ist, darf sich am Ende nicht mit einem Remis zufriedengeben.