In der Gebietsliga West hat SV Weichberger Oberndorf am Samstagnachmittag gegen SCU Ybbsitz mit 0:2 verloren. Für Trainer Patrick Ledic war es kein Glanzauftritt seiner Mannschaft, aber gerade deshalb ein aufschlussreicher Sieg. Weil Ybbsitz kompakt verteidigte, wenig zuließ und nach dem zweiten Tor sehr diszipliniert blieb, nahmen die Gäste die drei Punkte mit, obwohl Oberndorf über längere Phasen mehr Ballbesitz hatte.
Patrick Ledic machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass er mit der eigenen Leistung nicht restlos zufrieden war. „Es war sicher nicht unsere beste Leistung. Wir haben mit dem Ball und auch gegen den Ball nicht ganz an die letzten beiden Wochen anschließen können“, sagte der Ybbsitz-Trainer. Trotzdem begann die Partie nach seiner Einschätzung ordentlich. Die Anfangsphase sei offen gewesen, ehe die Gäste in Minute 15 in Führung gingen. Den Treffer zum 1:0 erzielte Jasmin Fejzic. Gerade dieses frühe Tor half Ybbsitz in einer Partie, in der der Zugriff nach Ledics Eindruck nicht durchgehend da war und Oberndorf danach mehr Spielanteile bekam.
Mit der Führung im Rücken stellte Ybbsitz im Lauf der ersten Hälfte etwas um. Ledic erklärte, seine Mannschaft sei ein wenig tiefer gestanden und habe den Gegner mehr kommen lassen. Das passte auch zu dem Bild, das er über weite Strecken sah: Oberndorf hatte mehr Ballbesitz und war feldüberlegen, doch die Gäste machten die Räume eng und verteidigten vieles weg. Vor der Pause bot sich sogar noch die große Gelegenheit auf das 2:0. „Wir hatten eigentlich die Riesenchance noch vor der Pause“, sagte Ledic und meinte jene Szene, in der ein Ybbsitzer alleine vor dem Tormann auftauchte, den Ball aber nicht verwerten konnte. Umso wichtiger war dann das zweite Tor kurz nach dem Seitenwechsel: In der 54. Minute erhöhte Srdan Mrzic auf 2:0.
Nach dem zweiten Treffer sah Ledic den entscheidenden Punkt der Partie erreicht. „Das 2:0 kurz nach der Pause war sehr, sehr wichtig für uns und schon auch ein bisschen spielentscheidend“, sagte er. Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung verteidigte Ybbsitz sehr geschickt, blieb kompakt und ließ die Gastgeber immer wieder anlaufen, ohne wirklich Gefährliches zuzulassen. Der Trainer sprach von vielen Halbchancen und Standardsituationen für Oberndorf, aber nicht von großen, zwingenden Möglichkeiten. Bezeichnend sei gewesen, dass aus seiner Sicht die gefährlichste Situation ein verunglückter Kopfball des eigenen Teams an die Querlatte gewesen sei. „Wir waren taktisch sehr diszipliniert, haben kompakt verteidigt und die Räume eng gemacht“, fasste Ledic die stärkste Seite seines Teams zusammen.
Gerade deshalb ordnete der Ybbsitz-Coach diesen Auswärtssieg als wertvoll ein. „Auch so ein Spiel muss man einmal gewinnen. Das spricht für die Qualität der Mannschaft“, sagte Ledic. Er hob hervor, dass seine Elf im eigenen Drittel sehr wenige Fehler gemacht habe, sah aber trotz des 2:0 auch klare Punkte, die besser werden müssen. Vor allem die Umschaltmomente blieben aus seiner Sicht liegen, weil die Konter nicht sauber genug ausgespielt wurden. „Da müssen wir vielleicht das dritte Tor machen“, sagte er. Unterm Strich überwog dennoch die Zufriedenheit, weil Ybbsitz keinen Schönheitspreis brauchte, sondern einen Auswärtssieg in einem schwierigen Spiel, das die Gäste mit Disziplin und Geduld auf ihre Seite zogen.