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„Vorne hat uns die individuelle Qualität gefehlt“ – Herzogenburg lässt beim 1:1 zwei Punkte liegen

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SC Herzogenburg
Purkersdorf

In der Gebietsliga West hat sich der SC Herzogenburg am Samstag mit einem 1:1 gegen Purkersdorf begnügen müssen. Nach der Pausenführung durch Ibragim Jachjajev kassierten die Gastgeber den Ausgleich durch Thomas Prager und ließen danach die Entscheidung liegen. Trainer Horst Giller sprach von „zwei verlorenen Punkten“ und sah vor allem vorne zu wenig Qualität im letzten Drittel. Weil Herzogenburg nach dem 1:1 seine Möglichkeiten nicht konsequent zu Ende spielte, blieb es beim Remis.

Fußball und violette Fußballschuhe

Foto von Frantzou Fleurine auf Unsplash

Geduld gegen tief stehende Gäste

Herzogenburg musste sich lange an einer sehr tief stehenden Purkersdorfer Mannschaft abarbeiten. Giller beschrieb den Gegner als „sehr tief, sehr abwartend“ und „quasi nur auf Konter ausgelegt“. Entsprechend zäh lief die erste Hälfte dahin, auch weil die Gäste nach seiner Wahrnehmung fast nur auf Ballgewinne und weite Bälle nach vorne setzten. „Die erste Halbzeit war kein großer Leckerbissen“, sagte der Trainer offen. Trotzdem hatte seine Mannschaft über weite Strecken mehr vom Spiel und belohnte sich in der 26. Minute, als Ibragim Jachjajev zum 1:0 traf. Für Giller war klar: „Das 1:0 war verdient.“

Prager nutzt seine Szene, Herzogenburg antwortet nicht mehr

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild nur leicht. Purkersdorf stand nach Gillers Eindruck „ein bisschen höher“ und versuchte mehr ins Anpressen zu kommen, ohne das Spiel damit komplett an sich zu reißen. Trotzdem fiel in der 55. Minute der Ausgleich, und der passte aus Sicht des Herzogenburg-Trainers genau in jene Kategorie, vor der man gewarnt war. Thomas Prager sorgte für das 1:1, obwohl Purkersdorf laut Giller insgesamt nicht viele Möglichkeiten hatte. Gerade deshalb ärgerte den Trainer weniger der Gegentreffer selbst als das, was danach liegen blieb. „Daraufhin haben wir ein paar Chancen gehabt, aber leider das Tor nicht gemacht und es vorne nicht gut genug fertig gespielt“, sagte er. Dass am Ende nur ein Punkt herausschaute, wollte er deshalb nicht schönreden: „Für mich sind es zwei verlorene Punkte.“

Hinten stabil, vorne zu ungenau

So klar Giller die Arbeit gegen den Ball beurteilte, so deutlich sprach er auch die Schwächen im Offensivspiel an. „Hinten sind wir ganz grundsätzlich stabil gestanden“, sagte der Herzogenburg-Coach, und das war gegen einen Gegner, der auf Umschalten und lange Bälle lauerte, sicher die Grundlage dafür, dass Purkersdorf über längere Phasen kaum zu klaren Möglichkeiten kam. Gleichzeitig sah er bei seiner eigenen Mannschaft aber zu viele Fehler mit Ball. „Leider hatten wir nach vorne zu viele individuelle technische Fehler und waren zu wenig schnell in der Spitze“, fasste Giller zusammen. Dazu kam, dass die Schnittstellen aus seiner Sicht nicht gut genug bedient wurden. Am Ende lief seine Analyse auf einen einfachen und deutlichen Punkt hinaus: „Vorne hat uns die individuelle Qualität gefehlt.“

Ärger über die Kartenlinie, aber der Hauptpunkt bleibt das eigene Spiel

Neben dem verpassten Sieg störte Giller auch die Linie des Unparteiischen. „Wenn man mit so vielen Karten das Spiel in den Griff kriegen will, wird es nicht funktionieren“, meinte der Trainer. Die Rote Karte gegen Daniel Faschingeder in der 97. Minute änderte am Ergebnis allerdings nichts mehr, das 1:1 war da bereits fixiert. Für Herzogenburg bleibt damit ein Nachmittag, an dem die Basis durchaus gestimmt hat, der Ertrag aber zu klein war. Nach zehn Spielen hält der SC bei zehn Punkten, und aus Gillers Aussagen ist klar herauszuhören, wo angesetzt werden muss: Die Mannschaft muss ihre Angriffe sauberer fertig spielen, schneller in die Spitze kommen und sich für ordentliche Phasen auch mit mehr als einem Tor belohnen.

Gebietsliga West: Herzogenburg : Purkersdorf - 1:1 (1:0)

  • 55
    Thomas Prager 1:1
  • 26
    Ibragim Jachjajev 1:0