Im Gebietsliga West-Derby hat sich SC Herzogenburg mit 2:0 gegen den ASV Statzendorf durchgesetzt. Nach torloser erster Hälfte brach ein direkter Eckball von Drinor Kajtazi den Widerstand der Gäste, ehe Semih Berk Brozovsky nachlegte. Trainer Horst Giller sprach von einem verdienten Sieg, verschwieg nach dem emotional wichtigen Derby aber auch nicht, wo seine Mannschaft noch zulegen muss.

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Für Giller war sofort klar, dass dieses Spiel mehr war als nur eine weitere Runde. „Es war ein extrem wichtiges Derby, wo es für jeden um sehr viel gegangen ist“, sagte der Herzogenburg-Trainer nach dem 2:0. Entsprechend angespannt begann die Partie auch aus seiner Sicht. In den ersten Minuten, so schilderte er es, war Statzendorf gut in der Begegnung und bereitete seiner Mannschaft Probleme. Giller machte aber auch deutlich, dass sich das Bild nach kurzer Zeit veränderte. „Die ersten paar Minuten war Statzendorf sehr gut im Spiel. Wir haben da am Anfang Probleme gehabt, aber nach fünf, zehn Minuten hatten wir das Spiel eigentlich bis zum Schluss im Griff“, erklärte er. Dass es zur Pause dennoch 0:0 stand, passte für ihn zu einer Partie, die lange eng blieb, obwohl Herzogenburg nach seiner Einschätzung schon da die aktivere Mannschaft war.
Der Knackpunkt kam dann kurz nach dem Seitenwechsel. In der 54. Minute traf Drinor Kajtazi direkt per Eckball zum 1:0, und genau dieser Treffer war für Giller der Moment, in dem die Partie endgültig auf die Seite der Gastgeber kippte. „Es war lange 0:0. Es war immer auf Messers Schneide“, sagte er und schob nach, dass Statzendorf nach vorne zwar nicht viele Möglichkeiten kreierte, Herzogenburg hinten aber dennoch wachsam bleiben musste. Umso wichtiger war aus seiner Sicht das 1:0. „Der Eckball war sicher ausschlaggebend. Das war schon ein bisschen der Dosenöffner“, meinte Giller. Danach habe sein Team deutlich mehr Räume gefunden und mehrere Chancen herausgespielt. Dass in der 79. Minute dann auch noch Semih Berk Brozovsky zum 2:0 traf, passte ins Bild eines Heimteams, das nach der Führung am Drücker blieb. Giller formulierte es deutlich: „In Wahrheit hätten wir auch höher gewinnen müssen.“
So zufrieden Giller mit dem Ergebnis und dem Derby-Auftritt war, so klar sprach er auch an, worauf er bei seiner Mannschaft besonders Wert legt. „Die Stärke in der Mannschaft war heute die Geschlossenheit, dass wir alle das gemeinsam gewollt haben“, sagte er und stellte damit weniger Einzelspieler als vielmehr die gemeinsame Haltung in den Vordergrund. Gerade in einem Derby, in dem lange wenig zwischen den Teams lag, war das für ihn ein wesentlicher Punkt. Gleichzeitig beließ es der Herzogenburg-Trainer nicht beim Schulterklopfen. Trotz des Sieges sieht er vor allem im Aufbau noch Luft nach oben. „Der Spielaufbau nach vorne über die Mitte, über die Sechserpositionen, muss einfach viel besser werden“, erklärte Giller. Seine Mannschaft habe zwar genug Möglichkeiten kreiert, gerade nach Ballgewinnen müsse man aber noch konsequenter werden. Das 2:0 bringt Herzogenburg damit zwar drei wichtige Punkte, aus Trainersicht aber ebenso den klaren Auftrag, im Spiel nach vorne noch sauberer und zielstrebiger zu werden.
Auch über den Gegner fand Giller nach dem Derby respektvolle Worte. Statzendorf habe „alles reingeworfen“ und sich sehr gut präsentiert, sagte der Trainer, der deshalb auch betonte, dass dieser Sieg keineswegs selbstverständlich gewesen sei. Gerade weil die Gäste nichts zu verlieren hatten, sei das Spiel unangenehm geblieben, obwohl Herzogenburg nach dem schwierigen Beginn immer mehr Kontrolle bekam. Dazu passte auch Gillers Einschätzung, dass es ein faires Derby gewesen sei. „Für ein Derby war das ohne Gehässigkeiten, also alles gut“, meinte er. Den Schiedsrichter bezeichnete er insgesamt als „in Ordnung“. Unter dem Strich bleibt für Herzogenburg ein verdienter 2:0-Heimsieg, der laut Trainer vor allem auf Geschlossenheit, Stabilität und dem entscheidenden Standard beruhte. Oder, wie es Giller selbst knapp zusammenfasste: „Unterm Strich zählen jetzt die drei Punkte, und alles andere ist egal.“