Spielberichte

"Wir haben den Gegner gelockt und die Räume zum Kontern genutzt" – Seitenstetten macht daraus ein 7:1

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
USC Seitenstetten
FC Ober-Grafendorf

In der Gebietsliga West hat USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten den FC STYX Ober-Grafendorf mit 7:1 besiegt und damit einen starken Herbst mit einem klaren Ausrufezeichen beendet. Trainer Mario Jaksch sah vor allem bestätigt, dass sein Plan voll aufging: kompakt stehen, wenig zulassen und nach Ballgewinnen schnell in die Tiefe spielen. Genau daraus entwickelte sich ein Heimsieg, der schon vor der Pause in eine eindeutige Richtung kippte.

Zweikampf zwischen zwei Fußballspielern in Schwarz und Grün

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Kompakt gestanden, vorn eiskalt gewesen

Seitenstetten überließ den Gästen in der Anfangsphase bewusst mehr Ballbesitz und hielt dennoch die Kontrolle über das, was vor dem eigenen Tor passierte. Jaksch erklärte den Zugang seiner Mannschaft sehr klar: „Wir haben dem Gegner am Anfang mehr Ballbesitz überlassen, kompakt verteidigt und die Abstände eingehalten. Wir haben im Block gut gegen den Ball verteidigt, Schüsse geblockt und nicht viele Chancen zugelassen.“ Ober-Grafendorf war nach seiner Einschätzung zwar optisch überlegen, genau das hatte der Trainer aber erwartet. Der Plan dahinter war, den Gegner anzulocken und dann über die schnellen Offensivspieler umzuschalten. Das funktionierte früh. In der 19. Minute brachte Eric Michlmayr die Hausherren mit 1:0 in Führung, in der 36. Minute legte derselbe Spieler das 2:0 nach. Für Jaksch war damit schon zu sehen, dass seine Mannschaft genau dort gefährlich wurde, wo sie den Gegner haben wollte.

Vier Tore vor der Pause als klare Vorentscheidung

Die entscheidende Phase kam dann kurz vor dem Seitenwechsel, und auch darüber sprach Jaksch sehr deutlich. „Die Tore vor der Pause waren natürlich schon eine Vorentscheidung“, sagte der Seitenstetten-Coach. Nach der Roten Karte gegen Damian Kachut in der 42. Minute bekam die Partie noch einmal zusätzlichen Schub für die Gastgeber. Jaksch stellte klar, dass es aus seiner Sicht an der Entscheidung des Schiedsrichters nichts zu deuteln gab: „Die Rote Karte war für mich eindeutig.“ Das 3:0 erzielte Nico Poustka in der 43. Minute, nur eine Minute später erhöhte er auch noch auf 4:0. Innerhalb weniger Augenblicke war aus einem kontrollierten Spiel ein fast schon entschiedener Nachmittag geworden. Jaksch formulierte es entsprechend unmissverständlich: „Mit einem 4:0 im Gepäck und einem Mann mehr wussten wir, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit gut verwalten können.“ Dass Ober-Grafendorf zuvor spielerische Qualität und gute Einzelspieler gezeigt hatte, stellte er dabei gar nicht in Abrede. Entscheidend war für ihn aber, dass Seitenstetten die Räume hinter der gegnerischen Defensive konsequent nutzen konnte.

Auch nach dem Wechsel nicht vom Gas gegangen

Bemerkenswert aus Sicht der Gastgeber war, dass sie sich mit dem klaren Vorsprung nicht zufriedengaben. Jaksch sagte offen, dass man sich in der Pause vorgenommen habe, auch den zweiten Durchgang zu gewinnen. „Wir wollten trotzdem noch das eine oder andere Tor erzielen. Wir haben uns auch vorgenommen, dass wir die zweite Halbzeit gewinnen wollten und genauso sind wir dann auch aufgetreten.“ Genau so lief es dann auch weiter. Jonas Tatzreiter erhöhte in der 54. Minute auf 5:0 und sorgte dafür, dass der klare Halbzeitvorsprung nicht nur verwaltet, sondern ausgebaut wurde. In der Schlussphase traf dann Lukas Kiehberger in der 80. Minute zum 6:0, ehe Michlmayr mit seinem dritten Tor des Tages in der 83. Minute den siebenten Treffer nachlegte. Dass Georg Kolenprat in der 86. Minute noch auf 7:1 stellte, änderte am Charakter des Spiels nichts mehr. Der Heimsieg war da längst entschieden, und Seitenstetten hatte die eigene Linie über fast die gesamte Spielzeit durchgezogen.

Fehringer-Debüt, starker Lauf und ein Herbst mit Aussicht

Dass Jaksch nach dem Schlusspfiff nicht nur über die Tore sprach, hatte einen guten Grund. Besonders freute ihn das Debüt des erst 16-jährigen Lukas Fehringer im Tor. Der junge Schlussmann rückte kurzfristig in die Startelf, weil der etatmäßige Tormann krankheitsbedingt ausfiel. „Das ist nicht leicht für einen sechzehnjährigen Tormann, das erste Mal in die Startelf zu rücken, und dann auch noch in so einem wichtigen Spiel“, sagte Jaksch, der Fehringer ausdrücklich ein sehr gutes Debüt bescheinigte. Gleichzeitig ordnete der Trainer den Sieg auch in den größeren Zusammenhang ein. Vier Siege aus den letzten vier Spielen gegen starke Gegner, dazu laut Jaksch ein Torverhältnis von 15:2 in diesem Abschnitt, sprechen für einen Lauf, mit dem die Mannschaft in die Winterpause geht. In der Tabelle ist Seitenstetten damit weiter ganz vorn dabei. Weil die Herbstsaison für den Verein bereits beendet ist, richtet sich der Blick nun nach vorn. Jaksch formulierte das Ziel vorsichtig, aber klar: Man wolle sich im Frühjahr bestmöglich vorbereiten und „bis zum Ende ein Wörtchen um den Titel mitreden“.

Gebietsliga West: Seitenstetten : Ober-Grafendorf - 7:1 (4:0)

  • 86
    Georg Kolenprat 7:1
  • 83
    Eric Michlmayr 7:0
  • 80
    Lukas Kiehberger 6:0
  • 54
    Jonas Tatzreiter 5:0
  • 44
    Nico Poustka 4:0
  • 43
    Nico Poustka 3:0
  • 36
    Eric Michlmayr 2:0
  • 19
    Eric Michlmayr 1:0