Nach dem 2:2 zwischen SC Unterpullendorf und ASK Raiding in der 1. Klasse Mitte ordnete Anton Drabeck eine Partie ein, die für seine Mannschaft zwei Gesichter hatte: einerseits ein erkämpfter Punkt, andererseits das nagende Gefühl, eine Führung erneut nicht ins Ziel gebracht zu haben. „Heute haben wir wenigstens einen Punkt mitgenommen, aber wir müssen einmal ein Match zu Ende spielen. Das ist Erwachsenenfußball“, so der Trainer, der Parallelen zur Vorwoche sah und die schwierigen Windbedingungen als zusätzlichen Störfaktor im Spielfluss bezeichnete. Das Unentschieden nannte er letztlich „gerecht“ – bei insgesamt selbstkritischem Tenor: mehr Abgeklärtheit, weniger Hektik und vor allem Konsequenz bis zum Abpfiff.

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Drabeck bilanzierte nüchtern: „Nach 90 Minuten war es ein gerechtes Ergebnis, aber es ist wirklich schade – wie vorige Woche schon gegen Stoob. Wir haben heute wieder 2:1 geführt und spielen das Match nicht zu Ende.“ Besonders schmerzte ihn die verpasste Chance auf die Vorentscheidung: „Mario Lösch war alleine durch und hat alles probiert. Wenn da das 3:1 fällt, gewinnen wir das Spiel wahrscheinlich.“ Stattdessen blieb es eng – mit allen Risiken der Schlussphase. „Wir kassieren am Schluss immer ein komplett unnötiges Tor und müssen dann noch zittern, dass wir nicht überhaupt verlieren.“ Dennoch ordnete er das Remis ein: „Unterpullendorf war auf Augenhöhe. Aber wir müssen ein Spiel, das wir knapp führen, zumachen oder zumindest das Ergebnis über die Distanz bringen. Das können wir uns heute vorwerfen.“
Prägend war für Drabeck der kräftige Wind, der die Statik des Spiels in beiden Hälften verschob. „In der 1. Halbzeit hat Unterpullendorf mit Wind gespielt. Wir sind sehr tief gestanden, Unterpullendorf hatte mehr Ballbesitz.“ Nach der Pause bekam Raiding den Rückenwind – nutzte ihn aber nicht optimal: „Wir hätten ruhiger spielen, den Ball in den eigenen Reihen halten und den einfachen Pass wählen müssen. Stattdessen haben wir zu oft die schnelle Lösung mit dem hohen Ball gesucht – mit Wind wird der Ball immer schneller.“ Sein Leitmotiv bleibt klar: „Wir werden weiterarbeiten. Wir müssen als Team abgebrühter werden und knappe Vorsprünge über die Ziellinie bringen.“
Positiv verbuchte Drabeck, dass ein wiederkehrendes Problem entschärft wurde: „Zumindest haben wir heute kein Kontertor nach einer Standardsituation kassiert – das war zuletzt auffällig. Das haben wir zum Großteil wegverteidigt.“ Offensiv sieht er Luft nach oben: „Daran müssen wir im Training weiterarbeiten. Ich will keinem einen Vorwurf machen – das wird besser werden.“ Körperlich ging es zur Sache, begünstigt durch die Bedingungen: „Bei den Windböen war es heute eine schwierige Partie, weniger technisch, mehr kämpferisch.“ Zur Zweikampfbewertung meinte er: „Der Schiedsrichter war nicht immer auf Augenhöhe; bei ein, zwei Fouls hätte man über Gelb nachdenken können.“ Taktisch blieb zur Pause alles beim Alten – auch, weil die Personallage wöchentlich Anpassungen erzwingt: „Eigentlich haben wir nichts verändert. Seit Meisterschaftsbeginn müssen wir jede Woche auf zwei, drei Positionen umbauen.“ Der Fokus gilt nun dem Nachbarschaftsduell: „Für uns geht es gegen Unterfrauenhaid nur darum, den ersten Sieg zu holen – ohne Wenn und Aber. Wir werden zweimal gut trainieren. Es werden wohl wieder ein, zwei fehlen, aber wir haben eine Mannschaft an Bord, die alles probiert, das Derby daheim am Samstagnachmittag zu gewinnen.“ Sein Fazit: „Im Großen und Ganzen war’s in Ordnung. Das Unentschieden geht in Ordnung – und nächste Woche wollen wir mehr Punkte holen.“