In der 1. Klasse Mitte hat sich SC Unterpullendorf am Samstag mit ASK Stoob 2:2 getrennt. Aus Sicht der Gäste passte dieses Remis genau zur Einordnung von Trainer Arnold Landauer: „Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit flop.“ Stoob führte zur Pause verdient, verlor nach dem Seitenwechsel aber den Zugriff und rettete sich erst tief in der Nachspielzeit noch zu einem Punkt.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Landauer hatte nach dem Schlusspfiff keine komplizierte Analyse parat, sondern eine sehr klare. „Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit flop“, sagte der Stoober Trainer, und genau so beschrieb er auch den Verlauf dieses Auswärtsspiels. Seine Mannschaft sei „sehr aggressiv“ in die Partie gegangen und habe gleich zu Beginn versucht, das Kommando zu übernehmen. Schon die erste Stoober Aktion sorgte nach seiner Wahrnehmung für Diskussionen, weil eine Abseitsentscheidung fiel, die er nicht nachvollziehen konnte. Davon ließ sich seine Elf aber nicht bremsen. In der 18. Minute brachte Julian Rohrer die Gäste mit 1:0 in Führung. Danach, so schilderte es Landauer, hatte Stoob die Partie in der ersten Halbzeit „klar unter Kontrolle – sowohl spielerisch als auch technisch und bei den Chancen“. Dass es zur Pause trotzdem nur 1:0 stand, ärgerte ihn dabei durchaus, weil die Gäste laut seiner Darstellung zweimal nur die Stange trafen und sich für ihren Aufwand nicht besser belohnten.
Was Stoob vor dem Seitenwechsel ausgezeichnet hatte, war nach der Pause aus Landauers Sicht fast völlig verschwunden. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, dass wir wieder genauso aggressiv rausgehen wie in der ersten Halbzeit. Leider konnten wir das aus Gründen, die uns selbst schleierhaft sind, nicht umsetzen“, sagte er. Genau darin sah der Trainer den Bruch im Spiel. Unterpullendorf kam nun wesentlich besser hinein, erhöhte den Druck und hatte in dieser Phase deutlich mehr vom Spiel. In der 53. Minute gelang Detre Horvath der Ausgleich zum 1:1, und Landauer meinte offen, dass seine Mannschaft danach nicht mehr richtig in die Offensive kam. „Es war weder Aggressivität mehr vorhanden, noch konnten wir nach vorne richtig spielen. In der zweiten Halbzeit hat es an allen Ecken und Enden gefehlt“, fasste er die schwächere Phase seiner Elf zusammen. Dass die Gastgeber diese veränderte Spielrichtung nutzen konnten, zeigte sich dann auch in der 82. Minute, als Dominik Hunor Csak Unterpullendorf mit 2:1 in Führung brachte.
Ganz verloren war die Partie für die Gäste damit aber noch nicht. Auch das hob Landauer nach dem Spiel hervor, denn obwohl seine Mannschaft im zweiten Durchgang viel von ihrer Linie eingebüßt hatte, gab sie sich nicht geschlagen. „Wir haben nicht aufgegeben in den letzten Minuten“, sagte der Trainer, und genau dieser Punkt hielt Stoob im Spiel. In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne, suchten noch einmal den Weg zum Tor und wurden dafür in der Nachspielzeit belohnt. Adam Szöke erzielte in der 90.+5. Minute das 2:2 und sicherte seiner Mannschaft damit doch noch einen Zähler. Landauer formulierte es knapp, aber treffend: „Zum Glück haben wir in der Nachspielzeit noch das 2:2 gemacht, weil wir alles nach vorne geworfen haben.“ So blieb am Ende ein Remis, das sich für Stoob nach dem Verlauf fast wie eine Rettung anfühlte, obwohl nach der starken ersten Hälfte auch mehr möglich gewesen wäre.
Dass Landauer trotz des späten Ausgleichs nicht einfach zufrieden zur Tagesordnung überging, war in seinen Aussagen deutlich zu hören. Der Punktgewinn war für ihn das eine, die sehr unterschiedliche Leistung über 90 Minuten aber das andere. „Erste Halbzeit top, zweite Halbzeit flop“ war deshalb nicht nur ein lockerer Satz, sondern die zentrale Erklärung für dieses 2:2. Dazu kam, dass der Stoober Trainer auch mit einzelnen Entscheidungen des Schiedsrichters haderte, vor allem mit der frühen Abseitsbewertung, die er anders gesehen hatte. Den größeren Hebel suchte er aber klar bei der eigenen Mannschaft. Unterpullendorf sei nach der Pause „mit mehr Aggressivität rausgekommen“ und habe deshalb auch „mehr Anteile in der zweiten Halbzeit“ gehabt. Für Stoob bleibt nach diesem Nachmittag also vor allem die Erkenntnis, dass die Leistung aus der ersten Hälfte über ein ganzes Spiel reichen muss, wenn man aus solchen Partien mehr als nur einen späten Punkt mitnehmen will.