In der 1. Klasse Nord hat FC VEGANIS Sankt Andrä gegen ASV Raiffeisenbank Zurndorf trotz Pausen-0:0 noch mit 1:2 verloren. Trainer Miroslav Milosevic sah über weite Strecken ein sehr gutes Auswärtsspiel seiner Mannschaft, ärgerte sich zwar über viele ausgelassene Chancen, hob aber besonders hervor, wie ASV Raiffeisenbank Zurndorf nach dem Rückstand zurückkam und die Partie noch auf seine Seite zog.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Aus Sicht von Miroslav Milosevic war es von Beginn an ein Auftritt, bei dem ASV Raiffeisenbank Zurndorf viel richtig gemacht hat. Der Trainer sprach von einem Spiel, in dem seine Mannschaft von Anfang an Druck gemacht und sich über neunzig Minuten sehr viele klare Möglichkeiten erarbeitet habe. Dass es zur Pause trotzdem 0:0 stand, passte deshalb nicht ganz zum Eindruck, den der Trainer vom Spiel seiner Mannschaft hatte. "Im Großen und Ganzen war es eigentlich ein sehr gutes Spiel von uns. Wir haben von Anfang an Druck ausgeübt, hatten über neunzig Minuten sehr viele eindeutige Chancen. Das Ergebnis hätte auch höher ausfallen müssen", sagte Miroslav Milosevic. Dazu kam aus seiner Sicht, dass ASV Raiffeisenbank Zurndorf hinten ordentlich arbeitete und nur wenig zuließ. Gerade deshalb wog der Rückstand in der 58. Minute umso schwerer, als Mate Jankovics FC VEGANIS Sankt Andrä mit 1:0 in Führung brachte. Für Miroslav Milosevic war das genau eines jener Gegentore, die seine Mannschaft zuletzt immer wieder kassiert habe: "Der Gegner war nicht besonders gefährlich, aber wir haben gewusst, dass sie aus einer Aktion ein Tor machen können."
Entscheidend war dann weniger der bloße Ausgleich als vielmehr die Reaktion darauf. ASV Raiffeisenbank Zurndorf ließ sich vom 0:1 nicht aus dem Konzept bringen und kam zehn Minuten später durch Manuel Pethö zum 1:1. Für Miroslav Milosevic war dieser Treffer der Punkt, an dem man gesehen habe, dass seine Mannschaft das Spiel unbedingt drehen wollte. "Nach dem 1:1 ist noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Da hat man gesehen, dass die Mannschaft unbedingt den Sieg wollte", sagte der Trainer. Diese Aussage beschreibt ziemlich genau, warum sich das Spiel aus seiner Sicht in Richtung der Gäste bewegte. ASV Raiffeisenbank Zurndorf blieb dran, hielt die Ordnung und brachte laut Miroslav Milosevic jene Dinge auf den Platz, die ihm besonders wichtig waren. "Die Kompaktheit und die Zweikampfstärke waren besonders hervorzuheben", meinte er. Gerade nach dem Rückstand war das für ihn der Schlüssel, weil seine Mannschaft nicht hektisch wurde, sondern weiter an das glaubte, was vorher schon gut funktioniert hatte.
Die Szene, die Miroslav Milosevic als eigentliche Vorentscheidung bezeichnete, folgte in der 85. Minute. ASV Raiffeisenbank Zurndorf bekam einen Elfmeter zugesprochen, aus dem das 2:1 fiel. Den Treffer erzielte Spielertrainer Miroslav Milosevic selbst. Für den Trainer war aber nicht nur das Tor ausschlaggebend, sondern auch die Tatsache, dass FC VEGANIS Sankt Andrä in derselben Aktion einen Platzverweis hinnehmen musste. "Ausschlaggebend war der Elfmeter zum 2:1. Das war quasi die Vorentscheidung, weil der Gegner in der Aktion einen Platzverweis erhalten hat und wir dann mit einem Mann mehr am Platz waren", erklärte Miroslav Milosevic. Auf Nachfrage wurde er bei der Szene noch deutlicher und sprach von einem berechtigten Pfiff: "Es war ein klares Handspiel, der Gegner hat dann die zweite gelbe Karte erhalten." Gleichzeitig fand Miroslav Milosevic auch für den Unparteiischen lobende Worte. In einer intensiven Partie mit vielen Zweikämpfen habe der Schiedsrichter "eine sehr gute Leistung gezeigt" und das Spiel "sehr gut geleitet".
Trotz des Auswärtssieges wollte Miroslav Milosevic den Auftritt nicht einfach nur abnicken. Gerade weil ASV Raiffeisenbank Zurndorf laut seiner Einschätzung über lange Phasen das aktivere Team war und sich viele Chancen erspielte, blieb bei ihm auch ein klarer Kritikpunkt hängen. "Nach dem heutigen Spiel sehe ich Entwicklungspotenzial vor allem in der Chancenauswertung, da wir wie im vergangenen Spiel oder wie auch in der letzten Saison sehr viele Chancen liegen gelassen haben. Da müssen wir uns eindeutig verbessern und etwas kaltschnäuziger werden", sagte der Trainer. Genau darin liegt nach diesem 2:1 wohl auch die wichtigste Erkenntnis für ASV Raiffeisenbank Zurndorf. Die Mannschaft hat gegen FC VEGANIS Sankt Andrä gezeigt, dass sie ein Spiel nach Rückstand drehen kann, dass sie kompakt verteidigt und in den Zweikämpfen dagegenhält. Gleichzeitig war für Miroslav Milosevic klar zu sehen, dass so ein Spiel bei besserer Verwertung der Möglichkeiten schon früher hätte entschieden sein können. Die drei Punkte stehen für ASV Raiffeisenbank Zurndorf dennoch, und sie kamen aus Sicht des Trainers vor allem deshalb zustande, weil seine Mannschaft nach dem 0:1 nicht den Faden verlor.