In der 26. Runde der 1. Klasse Süd trennten sich der FC Minihof-Liebau und der SV Heiligenkreuz mit 2:2. Zur Pause lagen die Gastgeber 2:1 voran, nach dem Wechsel erkämpften sich die Gäste den Ausgleich. Co-Trainer Kevin Baumgartner sprach von einem offenen Spiel auf Augenhöhe und fasste es knapp zusammen: "Es war ein offenes Spiel. Es hätte auf beiden Seiten kippen können. Im Endeffekt war's ein gerechtes X." Für Heiligenkreuz war es ein Zähler mit Arbeit, für Minihof-Liebau blieb nach starker erster Hälfte am Ende der Punkt.

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels
Der Auftakt gehörte den Hausherren, die die ersten Schwächen der Gäste konsequent bestrafen konnten. In Minute 23 stellte Aljaz Panker Kociper auf 1:0, zwölf Minuten später erhöhte Nikolaus Pilz auf 2:0 (35.). Aus Heiligenkreuzer Sicht passte das Bild zur ersten Halbzeit, wie Baumgartner offen einräumte: "Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Fehler gemacht und sind verdient in Rückstand gewesen. Einstellung, Aggressivität, Zweikampfstärke – das war einfach nicht da. So kann man nicht auftreten." Kurz vor der Pause kamen die Gäste aber zurück: David Mondovics staubte zum 2:1 ab (42.). "Das war der Weckruf für unsere Mannschaft", sagte Baumgartner. Mit diesem Anschlusstreffer ging es in die Kabinen, die Partie blieb komplett offen.
Aus der Halbzeit kam Heiligenkreuz deutlich präsenter. Die Gäste hatten nun mehr vom Spiel, ließen den Ball sauber laufen und suchten zielstrebig den Weg nach vorne. Der Lohn folgte in der 55. Minute: Jan Willgruber stellte auf 2:2. "Nach der Pause waren wir am Drücker, wir hatten mehr Spielanteile und erzwingen den Fehler zum 2:2, den Jan Willgruber eiskalt verwertet", schilderte Baumgartner. Gleichzeitig blieb Minihof-Liebau bei Umschaltmomenten gefährlich. Genau dort hakte der Co-Trainer an: "Wenn wir über die erste Linie gekommen sind, ist der Ball gut gelaufen. Im letzten Drittel fehlten Dynamik, Tempo und tiefe Läufe." Heiligenkreuz suchte das 3:2, bekam es aber nicht erarbeitet – weil der letzte Punch fehlte und weil die Gastgeber die Räume eng machten.
Baumgartner lobte den Gegner für dessen klare Kante in den Zweikämpfen: "Minihof-Liebau war sehr aggressiv, sehr körperbetont, gespickt mit zwei, drei Spielern, die jederzeit ein Spiel entscheiden können." Das 2:0 der Heimischen bewertete er als etwas glücklich: "Das zweite Tor war ein Glücksschuss – das kann passieren." Diskussionsstoff gab es aus seiner Sicht in der Schlussphase: "In der 70. oder 75. Minute wird unser Spieler sehr rüde gefoult. Für mich ist das eine klare rote Karte, weil der Gegenspieler nur den Mann spielen wollte. Der Schiedsrichter hat es anders ausgelegt." Es blieb bei elf gegen elf – und bei einem Remis, das beide Seiten am Ende akzeptierten.
Unterm Strich stellte Baumgartner fest, dass sich seine Mannschaft den Punkt nach einer energischen zweiten Halbzeit verdient hat, ohne das Maximum herauszuholen. "Uns hat mehr Laufbereitschaft gefehlt, mehr Aggressivität und das Annehmen der Zweikämpfe. In der ersten Halbzeit waren wir da weit weg." Sein Gesamturteil blieb dennoch ausgeglichen: "Es war ein offenes Spiel, am Ende ein gerechtes X." In der Tabelle liegen beide Teams eng beisammen: Heiligenkreuz auf Rang 11 mit 28 Punkten, Minihof-Liebau direkt dahinter mit 27.